kaliban.org Jul 19 2002

by Gunnar on 19. Juli 2002 · 4 comments

Habe keine Lust, was zu schreiben.
Wenn ich aber was schriebe, erläuterte ich all die Dinge, die von wahrhaft globalem Interesse sind.
Ich wählte Themen aus, von so unerhörter Brisanz, dass jeder darob in tiefe Nachdenklichkeit verfallen müsste.
Mein Ziel würde es sein, interdisziplinär arbeitend, komplexe Sachverhalte leicht verständlich darzustellen.
Selbstredend würde ich die weltanschaulich-politische Komponente nicht zu kurz kommen lassen; sowohl die Ungerechtigkeiten des Alltags als auch die Unzulänglichkeiten des kapitalistischen Systems fänden Erwähnung.
Jegliches, im Internet oder draußen in der Welt, anzutreffende Fehlverhalten prangerte ich so gnadenlos an, dass die betreffenden Widerlinge bestimmt ihren Hut nehmen müssten.
Mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln arbeitete ich an meinem Stil und feilte jeden Satz und jedes einzelne Wort so lange aus, bis mein Blogeintrag von jener prägnanten Prosa gekennzeichnet wäre, die mir bei anderen (Heidegger, v. Däniken, Nietzsche) so vorteilhaft aufgefallen ist.
Vielleicht würde ich auch der journalistisch-pseudoaktuellen Formen müde und versuchte mich statt dessen an klassischen Stilen; tiefer und tiefer versänke ich dann in die Qual der Wahl zwischen tausend Möglichkeiten verschiedener Erzähltechniken.
Packte mich der Ehrgeiz, böte ich auch alles auf, um mit den komplexesten Versmaßen im lyrischen Umfeld zu jonglieren.

Oder so. Habe aber keine Lust.

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kaliban.org Jul 19 2002

by Gunnar on 19. Juli 2002 · 0 comments

Jetzt: und für immer

jetzt: und für immer

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