kaliban.org Mar 16 2003

by Gunnar on 16. März 2003 · 11 comments

Aus missionarischen Antrieb gebe ich hier mal ein paar halbaktuelle Buchtipps, allerdings ziemlich ungeordnet:

Anthony Bourdain: Geständnisse eines Küchenchefs Sehr witzig geschriebene Einsichten in das Berufsleben eines Sternekochs, mit deftiger Sprache und schönen Szenen. Kein Roman, eher eine Plauderei.
Dan Simmons: Carrion Comfort Schon älter, aber immer noch eines meiner Lieblingsbücher. Fetter Thriller um eine Gruppe von Psychopathen, die andere Leute per Geisteskraft kontrollieren können. Enthält einige der coolsten Charakterzeichnungen, die mir in der so genannten Trivialliteratur bislang begegnet sind. Rasend spannend.
G.R.R. Martin: A Game of Thrones Schlicht das beste Fantasy-Buch, das ich kenne. Erster Teil einer Septologie oder so. Voller Blut, Gewalt, Intrigen, Hass und Liebe. Wenig übernatürlicher Schnickschnack, dafür nachvollziehbare Charaktere statt der üblichen Abziehbilder.
Neal Stephenson: Snow Crash Leicht überschätzter Cyberpunk-Thriller. Enthält einige der coolste Szenen und Ideen seines Genres, versinkt aber im Mittelpart sehr im Philosophisch-Kleinteiligen. Dennoch empfehlenswert.
Risa Mickenberg: Taxi Driver Wisdom Schickes, gebundenes Buch mit Alltagsweisheiten. Angeblich alle aus Gesprächen mit Taxifahrern aufgeschrieben. Schönes Geschenk, aber auch zum selberlesen nett.
Iain M. Banks: The Player of Games Der Autor neigt zum dezent Verquasten, was einige Werke fast unlesbar macht. Definitiv ein Fall für Intellektuelle oder solche die es sein wollen. Player of Games ist aber eine gut konsumierbare Einstiegsdroge. Zudem ist die Hintergrundwelt dieses Scifi-Romans, das Sternenimperium namens The Culture, sehr schön ausgedacht.
Victor Klemperer: LTI (Lingua Tertii Imperii) Sehr gelehrtes, aber nicht zu kompliziert geschriebenes Buch über die Sprache des Dritten Reichs. Von einem, der dabei war. Nicht jedermanns Sache, aber lesenswert.
Sandor Marai: Die Glut Unglaublich intensiv geschriebenes Buch über eine Liebe und eine Feindschaft in den 30er Jahren. Eigentlich ein Monolog ohne viel äußere Handlung, dennoch spannend. Amazon sagt dazu ganz richtig: »mit messerscharfen Beobachtungen und wunderbar klugen Sätzen«.

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