kaliban.org May 31 2003

by Gunnar on 31. Mai 2003 · 6 comments

Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen zeigen sich am fundamentalsten bei Ikea-Besuchen:

Der Mann hat eine Liste in Kopf oder in der Tasche, sucht gezielt nach ein, zwei Dinge, schaut ein bisschen auf Schnäppchen und geht vielleicht noch durch die Wohnausstellungen, um sich inspirieren zu lassen. Abteilungen, die akut nicht interessieren, lässt er links liegen. Im Restaurant isst er Köttbullar mit Pommes.

Die Frau hat eine lange Liste in der Tasche, schert sich aber nicht darum, weil sie ja ohnehin vorhat, jedes Möbelstück im Laden anzufassen und auszumessen. Abteilungen, die sie nicht interessieren, gibt es nicht. Schließlich ist ein Ikea-Besuch für Frauen nicht Einkaufen , sondern Tourismus. Mit der Konsequenz von Pauschalurlaubern (“Die Kohlroulade ist im Preis mit drin, also essen wir sie auch!”) streifen sie durch die Gänge, und nichts darf ihnen entgehen. Ins Restaurant wollen sie eigentlich gar nicht, weil man da pro Minute zu wenig Geld ausgibt, aber wenn sie gezwungen werden, essen sie Lachs oder Salat.

Am Ende treffen sich beide Parteien in der mächtigen Ikea-Kassenschlange, die alle Menschen gleich macht — mit der gelben Umhängetasche sehen auch schöne Menschen aus, als seien sie von der Stadtreinigung.

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