kaliban.org Nov 15 2003

by Gunnar on 15. November 2003 · 1 comment

Hitler – Mal ganz privat

Das Lesen des Titelschutzanzeigers gehört zu den kleinen Freuden meines Alltags. Eine Auswahl dessen, was in letzter Zeit so geschützt wurde:
Hitler – Mal ganz privat
Hamburger Oktoberfest
Tausendfüßler
KOMPETENZ-IN-KONTINENZ

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kaliban.org Nov 15 2003

by Gunnar on 15. November 2003 · 9 comments

Home is where the heart is

München ist irgendwie falsch. Ich meine, okay, es ist zwar prächtig und so, aber es fühlt sich nicht nach Heimat an. Dabei: Eigentlich sollte ich mich nicht beschweren – ich kann ja froh sein, daß ich in München bin und nicht mehr in Duderstadt, wo ich herkomme. Duderstadt liegt in Südniedersachsen, eine katholische Enklave im protestantischen Umland. Dort ist der sonntägliche Kirchgang noch nicht ausgestorben. Kein Wunder, daß es allenthalben für schwer rückständig gehalten wird. Im rot-grünen Göttingen, der nächstgrößeren Stadt, witzelt man, daß es in Duderstadt Schulfächer wie »Auf-dem-Wasser-wandeln« gibt.

die idylle! das ländliche leben! der gestank! die mutationen!
Hupps, da sind die Pferdchen der Fabuliererei mit mir durchgegangen: Das ist alles gar nicht wahr. Könnte aber wahr sein. In Wirklichkeit komme ich aus Holzminden, einem 20.000-Einwohner-Örtchen, das sich die europäische Aromen-Industrie ausgesucht hat, um dort einen Schwerpunkt anzusiedeln. Was dazu führt, dass Holzminden der einzige Ort Deutschlands ist, wo man mit geschlossenen Augen die Stadtgrenze passieren kann und trotzdem weiß, wo man ist. Es riecht da nämlich. Mal nach Himbeere, mal nach Lakritz, mal nach irgendwas Schlimmerem. Aber riechen tut’s immer. Bei Kleintier-Familien, die schon mehrere Generationen innerhalb der Stadtgrenzen leben, wird der Nachwuchs ohne Nase geboren. Aber naja, die Arbeitsplätze — der Holzmindener trägt den Duft der Luft mit Würde, schließlich geht’s dem Ort vergleichsweise gut.

die rostbratwurst. aus nürnbergern.
Egal, jedenfalls ist in München natürlich alles besser. Nur das Heimatgefühl fehlt eben. Das muß an der Sprache liegen: Irgendwann wollte ich in einem Biergarten Bratwürste essen, die hier Nürnberger heißen und ganz okay sind. Der Grillknecht informiert mich mit schwerem Zungenschlag, daß sie nur noch Schweinswürstel hätten. Da mir der Unterschied nicht ganz klar ist, nicke ich nur weise. Das tue ich meistens, um durch mein Hochdeutsch nicht noch mehr aufzufallen. Aber eigentlich halte ich das schon das Wort Schweinswürstel für so eklig, daß ich die so benannte Speise eigentlich nur essen kann, wenn ich im Kopf Nürnberger dazu sage. Naja, da muss man durch. Ich höre jetzt auf, ich fasele ja schon.

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