Der Geist der Weihnacht

by Gunnar on 20. Dezember 2003 · 4 comments

Frenetisch drängt sich das lebende München auf einem allzu kleinen Ausschnitt des gebauten München: Marienplatz, Kaufinger, Sendlinger — alles schwarz vor Menschen. Ich treibe ziellos, ohne allzu konkrete Kaufabsicht, lasse mich mitreißen, in Läden hinein und wieder hinausdrängen. Irgendwann, ziemlich bald, sinkt mein Hirn in einen Trancezustand, und ich höre überrirdisch klar die sinnlosen Gespräche um mich herum:

Weiß gar nicht, wozu der Nils bessere Eishockeyschläger braucht. Der spielt doch eh bloß im Garten, dafür reichen auch die Kinderschläger.
Nee, keinen blauen Anzug zu Sylvester. Ich blau, der Anzug blau, das ist zuviel.
Soll ich mit dem Aaron auf die Straße gehen?
Nein, dann finden wir euch nicht wieder. Der Junge bleibt bei mir!
Haben wir auch belgische Pralinen? Du weißt doch, dass Martina belgische Pralinen so liebt.

Nicht, dass meine eigenen Gedanken weniger trivial wären. Geht bei mir halt auch um den Weihnachtskonsum. Dennoch hat dieser ganze Geschichte immer sowas Surreales für mich. Ist halt etwas, dass mir zustößt, nicht etwas, das ich tue. Ich bringe es auch gar nicht fertig, zielgerichtet mit einer Liste einkaufen zu gehen. Ich diffundiere da immer nur so lang, kaufe hie und da Dinge, die mir gefallen, stapele sie daheim — und entscheide erst im letzten Moment, was ich wem schenke und was ich einfach behalte. Teure, aber schöne Methode.

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