kaliban.org Dec 12 2003

by Gunnar on 12. Dezember 2003 · 5 comments

Aus den Memoiren von George Bush Senior (veröffentlicht 1998)

»Trying to eliminate Saddam […] would have incurred incalculable human and political costs. Apprehending him was probably impossible […] We would have been forced to occupy Baghdad and, in effect, rule Iraq […] there was no viable “exit strategy” we could see, violating another of our principles. Furthermore, we had been self-consciously trying to set a pattern for handling aggression in the post-Cold War world. Going in and occupying Iraq, thus unilaterally exceeding the United Nations’ mandate, would have destroyed the precedent of international response to aggression that we hoped to establish. […] Had we gone the invasion route, the United States could conceivably still be an occupying power in a bitterly hostile land.«

Dem ist nichts hinzufügen. Außer, zur Vollständigkeit, dem Namen des betreffenden Buches:
A World Transformed, George Bush & Brent Scowcroft, Knopf Publishing.

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kaliban.org Dec 12 2003

by Gunnar on 12. Dezember 2003 · 11 comments

Pre-Midlife-Crisis?

Um mal ausnahmsweise quasi-philosophisch zu werden: Das Leben ab 30 ist ein weiches Grab. Klar, das Geld, das Auto, die DVD-Sammlung. Klar, die akkumulierte Lässigkeit. Klar, das Sicherheit gebende Wissen um das, was geht. Klar, der angenehme Rückblick auf Geschafftes. Aber, ach, fort ist so viel von dem Elan, gekommen sind so viele kleine Kompromisse. Fort ist das schöne Gefühl uneingelösten Potenzials, fort die Sicherheit, die als Gratiszugabe mit einer gewissen ideologischen Verblendung kommt. Fort die subjektive Freiheit und Verantwortungslosigkeit des Studentenlebens, fort das Gefühl, so viel Zeit zu haben. Aber Schluss, ich fasele. Schon wieder.

[UPDATE] Thomas’ Antwort auf meinen obigen Text ist zu schön, um in den Kommentaren unterzugehen. Also:

»Wenn ich wollte, könnte ich mir einen Schnäuzer wie Kevin Costner in Dances with wolves stehen lassen – und es sähe gut aus. Wenn ich auf ‘ner Party aus der Flasche Bier trinke, bin ich echt lässig. Wenn ich ab und zu Anzug trage, sieht es nicht aus, als wollte ich zum Examensball. Wenn ich Geschäftsreisen ins Ausland unternehme, geht das mit einem gewissen inneren Selbstverständnis einher – und nicht einem Herzschlag von 120. Wenn ich auf der Arbeit sage, dass ich mit irgendwas Erfahrung habe, meine ich damit nicht, es erst einmal gesehen und noch nie gemacht zu haben. Wenn ich mit Freunden zusammen sitze, kann ich die Seele baumeln lassen und die Welt nicht nur in schwarz-weiß sehen. Wenn mich 15jährige nach etwas fragen, werde ich gesietzt und kann zurückduzen – ohne dass das komisch ist. Und klar, der Elan, die Kompromisse, das Feuer, die nachlassenden Drüsen – aber ehrlich gesagt, manchmal ist auch das ganz angenehm…«

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kaliban.org Dec 12 2003

by Gunnar on 12. Dezember 2003 · 6 comments

Allüren

Fortbildungen für Ober-, Mittel- und Unterchefs klären nie die wirklich wichtigen Fragen: Ist es besser, leise über die Gänge zu schleichen, um überraschend im Türrahmen zu stehen — und möglicherweise Teile einer nicht für einen bestimmten Konversation mitzuhören? Oder sollte man türenschlagend mit harten Stakkatoschritten wie eine siegreiche Armee durch die Flure rauschen, um das gesunde Mindestmaß an Terror in den Kollegen zu evozieren? Naja, wenn ich so darüber nachdenke: Die meisten Leute klären die Frage instinktiv. Ahem.

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