kaliban.org Jul 18 2005

by Gunnar on 18. Juli 2005 · 8 comments

Do it now

Schreiben ist, wie jede kreative Aufgabe, eine Sache, die selbst Profis nicht immer leicht von der Hand geht. Anders als einschlägig vermutet braucht man jedoch zum Beginnen kein genaues Konzept, keine Recherche, keine Kaffeemaschine im Dauerbetrieb. Was man allerdings braucht ist eine Geheimwaffe. Ein übermächtiges, diabolisches Ding, das den Schreibenden in eine manische Maschine verwandelt. Und glücklicherweise hat man dieses Ding in der Regel zur Hand, nutzt es nur nicht.
Dieses Werkzeug ist der mächtige Katalysator, der nahezu alle Errungenschaften in Kunst, Literatur und Journalismus befeuert. Fast jedes wichtige oder unwichtige Werk wurde von ihm gezeugt. Es ist tragbar, kostengünstig und schadstofffrei.
Und unsichtbar.
Was man zum Schreiben braucht, ist, natürlich, eine Deadline. Deadlines sind die Dynamos des technologischen Zeitalters. Sie haben Städte gebaut, Wettbewerbe gewonnen und uns allen geholfen, aus dem Lohnsteuerjahresausgleich ein paar Mark herauszubekommen. Deadlines bringen Fokus, lassen uns Dinge tun, die sonst verschoben worden wären. Und Ziele erreichen, die wir für unerreichbar gehalten haben. Und aus den Klauen des Schlafes Arbeitszeitreserven herausbrechen.
Deadlines sind purer Optimismus; in einer aggressiven Form. Eine tödliche Walze, die, intelligent eingesetzt, nahezu jedes Hindernis platt macht.
Oder so.

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