kaliban.org Jul 3 2005

by Gunnar on 3. Juli 2005 · 12 comments

The Adventure is not dead

Wie die meisten älteren Spieler verbindet mich eine nur langsam rostende Liebe mit dem Grafik-Adventure an sich. Leider erlebe ich seit Jahren auf diesem Sektor nur Enttäuschungen — entweder sind die Dinger spielerisch zu konventionell oder erzählerisch schwach oder insgesamt zu lieblos. Die ganze aktuelle Generation des Genres bleibt meiner Meinung nach zu weit hinter alten Heldentaten wie Monkey Island 3 zurück, um wirklich ernst genommen zu werden. In meiner Verzweiflung habe ich sogar einen oder zwei der Nancy Drew-Titel (in D nie erschienen) gespielt, obwohl die für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr auf die weibliche Zielgruppe setzen. Egal.
Jetzt ist mir endlich wieder mal ein Spiel in die Hände gefallen, dass mich wirklich gefesselt hat: Another Code für das Nintendo DS, gekauft auf einen Ratschlag der Kollegen von der GamePro hin. Ist ein in jeder Hinsicht klassisches Adventure mit all den typischen Zutaten (von Inventar einsetzen über Räume durchsuchen bis Dialoge führen). Bisschen zu simpel, bisschen zu japanisch, aber immerhin gut erzählt und mit diversen hübschen Mechanismen, die typisch für DS-Spiele sind: Stylus-Steuerung namentlich, aber auch Einsatz des eingebauten Mikrophons und ein paar andere hübsche Gags.
Außerdem das DS-Spiel, das den Doppelbildschirm am vernünftigsten einsetzt: oben Standbilder aus der Ich-Perspektive, unten Draufsicht zum Laufen. Auf sowas habe ich lange gewartet. Zu lange. Warum schafft man es bei den Adventures für den PC nicht, wenigstens hin und wieder eine coole Neuerung einzuführen. Ideen gäbe es genug. Ich teile sie auf Anfrage jedem Adventure-Designer gerne mit.

Another Code, auch Trace Memory genannt. Bild bei gamerankings geklaut.

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