Januar 2006

Besser lesen

by Gunnar on 30. Januar 2006 · 22 comments

Eine gute Zeitschrift ist so: Man liest, weil man das Heft nun mal gerade in der Hand hat, einen Artikel. Einfach so, ohne akutes Informationsbedürfnis, ohne allzu großes Interesse am Thema. Nur im Vertrauen in die Auswahl einer intelligenten Redaktion. Man liest, liest bis zum Ende, springt nochmal über ein, zwei besonders gute Passagen, und es bleibt ein warmes Gefühl, resultierend aus der Güte des Gelesenen und der Hoffnung, das Magazin möge noch weitere Perlen dieser Art bereit halten. So ging es mir gerade eben mit Cicero, so geht es mir oft mit 11 Freunde, immer mit Brand Eins und manchmal mit Galore. Möchte alle diese Zeitschriften hiermit noch einmal allen empfehlen, die Spaß an gutem Journalismus haben und noch die Konzentrationsfähigkeit für etwas aufbringen, das mehr ist als ein Häppchen, eine Schlagzeile, eine Floskel unter einem Bild.

Rückfall (leicht)

by Gunnar on 29. Januar 2006 · 20 comments

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So schön clean war ich. Seit März 2005, seit den rauschhaften ersten Wochen, die mich bis Level 27 geführt haben, Anfängerstatus immer noch, aber für mich genug. Abgebrochen, nie mehr angefasst. Nicht mal reagiert auf die freundliche Nachfrage von Blizzard, ob mein kostenloser Account verlängert werden solle. Und dann das. Ein paar Minuten zu viel Zeit, ein paar Gedanken zu viel, ach. Und schon wieder Level 7. Naja. Ich kann bestimmt wieder aufhören.

Jarheads

by Gunnar on 18. Januar 2006 · 18 comments

Gestern Jarheads (auf englisch, in Holland gibt es das nicht anders) mit den Jungs vonner Arbeit gesehen — das ist so wie Full Metal Jacket, aber dann eben in unserer Zeit. Kerle, die jetzt 30 oder 40 sind, können sich da wohl ganz gut mit identifizieren. Der Film ist witzig, knallhart und so irre glaubwürdig dass es einen gruselt. Das Dasein als Infanterist ist vor allem als eines abgebildet: hirnlos. Nun hab’ ich nicht gedient, und nur der Gunnar hat so richtig Vaterlandsverteidigungserfahrung, aber ich glaube trotzdem: So wie in Jarheads, so isses in echt auch beim Militär in der westlichen Welt — beinahe unerträglich langweilig, die einzige Action kommt durch friendly fire oder Unglücke bei Übungen. Zumindest meistens, denn im Irak wird ja irgendwie doch ganz tüchtig gestorben. Ich war wirklich mitgerissen wie selten von dem Film, komisch, eklig, Männerzoten und Nachdenklichkeit, selbst ein oder zwei zärtliche Momente — ohne dass überhaupt so richtig geschossen wird, ein gelungener Infanterie-Kriegsfilm. Ganz grosser Soundtrack mit Tom Waits, da kann schon mal nix mehr falsch sein, und eine ganz grandiose Szene wo der Hauptdarsteller vor einem Zug Soldaten “you are the sunshine of my life” trompeten muss — ohne Trompete…
Ich glaube allerdings, dass die deutsche Übersetzung hie und da etwas hölzern sein könnte.


Why are you in the Marine Corps, son?
Sir, the recruit got lost on his way to college, Sir

Der Focus feels sich good

by Gunnar on 15. Januar 2006 · 16 comments

Die Anzeigen zu dem Film Sommer vorm Balkon werben mit zwei Zeitschriftenzitaten, eines vom Spiegel, das ist mehr oder minder passend und ganz normal: »Eine Komödie, die zu Tränen rührt«. Kann man machen. Das andere kommt vom Focus und lautet: »Ein wahres Feelgood-Movie«. Argh. Mir völlig unklar, wie man sich als Redakteur zu einem derart bekloppten und aussagelosen Anglizismus versteigen kann. Ein »Film zum Wohlfühlen« hätte es nicht getan? Oder meinetwegen ein »Wohlfühlfilm«? Dann wäre auch weniger deutlicher aufgefallen, dass die ganze Aussage längs an der Sachlage vorbeigeht. Sommer vorm Balkon ist nämlich keineswegs das, was man in Usaland mit »Feelgood-Movie« bezeichnet, sondern eine schlaue kleine Millieustudie.
Obendrein müsste es »der Movie« heißen, wennschon. Seufz. Schwere Zeiten für Ästheten.

Dust of snow

by Gunnar on 14. Januar 2006 · 8 comments

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Worte von Robert Frost, Bild von
ScienceDuck.

Danke, 2005, Teil 2 (Filme)

by Niklas on 13. Januar 2006 · 13 comments

Danke, 2005, sagt Gunnar für folgende Filme

1) Per Anhalter durch die Galaxis. Hey, trotz erwiesener Unverfilmbarkeit
hat man ihn nicht völlig in den Sand gesetzt. An einer unlösbaren
Aufgabe ehrenvoll gescheitert.
2) Wächter der Nacht. Für die Sicherheit gebende Erkenntnis, dass die Russen auf manchen Gebieten (etwa Stil) noch Jahrzehnte zurück sind.
3) Sin City. Für die schiere Coolness diesen Film zu machen. In dieser
Besetzung, mit diesem Aufwand. Respekt.
Ach, und: Saw. Mein Gott. Und Million Dollar Baby. Toll. Aber ehrlich
gesagt: schwaches Jahr. Naja.

Danke, 2005, sagt Thomas für folgende Filme

1) Serenity. Erst die Serie (Firefly) empfohlen gekriegt und dann
gorram süchtig geworden. Schließlich den Film gesehen, und das war wirklich der beste Film im ‘verse – erstens Science-Fiction, zweitens auch so ganz insgesamt.
Dong ma ?
2) Doom – der Film. Wenn man vor Beginn der Vorstellung ganz schnell drei Bier trinkt, dann ist er auszuhalten und amüsiert sogar.
3) Sin City. Natürlich ein Erlebnis, nach dem man Ausschau
hielt. Und in der Tat, er war groß – wenn Frank Miller und Alan Moore
jetzt noch zu kriegen sind für eine Verfilmung von Watchmen, dann
gibt’s von mir Standing Ovations.
4) Hostage. Total schlechter Film. Aber: Ich wurde im Kino zum ersten Mal von meiner Freundin bewundert, weil ich so’n verdammtes Weichei war und bei der Messer-ins-Gesicht-Szene laut aufgeschrieen habe. Gab einen Kuss.

Niklas hingegen sagt: DANKE FÜR NICHTS!

Was für ein mieses Kino-Jahr. Typische Situation in 2005: ich bin fest entschlossen, einen Kinoabend mit Madame zu verbringen und muss leider
abbrechen, weil kein Film da ist…
Hollywood versagt am deutschen (meinem) Geschmack vorbei, und die ewig nölende heimische Filmindustrie ist unfähig, die Lücke zu schließen. In diesem Sinne ein beherztes HALLO 2006, es kann nur besser werden!

Danke, 2005, Teil 1 (Spiele)

by Niklas on 10. Januar 2006 · 4 comments

Weil’s jeder macht, das mit den Jahresrückblicken, haben wir schlau abgewartet, bis alle fertig sind, um jetzt aus dem Hinterhalt zuzuschlagen. Und beginnen, immer schön positiv, eine kleine Serie von Danksagungen an das abgelaufene Jahr. Also.

Danke, 2005, sagt Niklas für folgende Software-Stücke

1) resident evil 4, für den erneuten beweis, dass kopfschüsse überbewertet sind (wenn man auch ins knie, ins bein, oder den arm von etwas abschießen kann) und dass auch flinke zombies gruselig sind.
2) god of war, weil es mir gezeigt hat, dass ich nach dem überragenden resident evil 4 doch noch spaß an anderen spielen haben kann.
3) wow, weil es mir 4-5 monate des gründlichsten eskapismus beschert hat, den ich mir jenseits einer vollnarkose vorstellen kann.

Danke, 2005, sagt Gunnar für folgende Spiele

1) Pro Evolution Soccer 2005. Für so viele schöne und schreckliche Momente von Triumph und Frust. Für alles, alles, alles. Außer den Menüs.

2) Resident Evil 4. Für die schiere Perfektion, die Schrotflinte und dafür, dass es mich verzeihen gelehrt hat — ich konnte ihm den albernen Händler nicht übel nehmen, der mitten im Monsterland, mitten im Zombieschloss von Level zu Level hetzt, obwohl es bloß mich als Kunden gibt.
3) God of War. Dafür, dass es das Kunststück geschafft hat, mich ein Spiel spielen zu lassen, bei dem es Kombos gibt. Und für die Tatsache, dass es so kompromisslos für Erwachsene ist.

Thomas enthält sich der Stimme für 2005. Hat keine Konsole. Und am PC spielt er immer noch und weiterhin Eve Online. Dafür hat Gunnar noch was vergessen: Dank an Fahrenheit und Psychonauts (für den Mut der Entwickler).

The Policy of Fail

by Gunnar on 7. Januar 2006 · 11 comments

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Daumendings

Ja, und dann hab ich
so’n Daumendingsda von ‘nem Kollegen gekriegt. Sieht nicht nach viel aus, ist aber enorm cool verpackt. Und es funktioniert! Ich als
Buchfetischist habe es sofort angewendet und das coole holländische non
nobis
(der »Schatz der Templer« heisst’s in deutsch) damit gelesen.
Und jetzt habt ihr davon erfahren und müsst auch eins haben. So ist das nun
mal in einer Konsumgesellschaft.

Kann das mal bitte wahr sein?

by Gunnar on 5. Januar 2006 · 9 comments

Futurama wird wiederbelebt. Vielleicht.

Oh, bitte, bitte, bitte.

Christen und Coolness

Januar 3, 2006

Habe gerade ein bisschen zum Thema »Christliche Computerspiele« recherchiert. Und natürlich allerlei Absurditäten gefunden, etwa eine Konferenz für christliche Spieleprogrammierer, das Rollenspiel Holy Lands und vor allem eine Webseite, die T-Shirts mit christlichen Botschaften verkauft, die an Spiele und bekannte Marken angelehnt sind. Abgefahren. Gibt sicher noch viel mehr, das ist ja bekanntlich ein Irrsinnsmarkt […]

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Gott, Murphy und Soul Calibur 3

Januar 2, 2006

Soeben passiert: Ich schaffe nach 2 Tagen Dauerfrust die affig schwere 20te (und letzte) Chronik von Soul Calibur 3. Auf die freundliche Frage meiner PS2 “möchten Sie speichern?” rufe (und drücke) ich laut und vernehmlich “aber sicher!”. Daraufhin teilt mir meine Konsole freudestrahlend mit: “Der Soul Calibur Speicherstand ist defekt — bitte lösche Sie ihn […]

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