Cracker

by Gunnar on 13. März 2006 · 14 comments

Herr Kaliban mag englische Serien eigentlich lieber als amerikanische.

Heutzutage regieren die US-Netzwerke mit teuren Eigenproduktionen (CSI, Six Feet Under, 24 et cetera) den Markt für Fernsehserien — und das nicht ganz zu unrecht. Hoher Produktionsaufwand, gute Drehbücher, Themenvielfalt; vieles, was aus Europa kommt, sieht daneben amateurhaft aus. Das war nicht immer so, vor allem aus Großbritannien kam früher Großartiges. Womit wir beim Thema wären: 1993 startete ITV die Serie Cracker, ein Krimidrama um den Polizeipsychologen Fitz. Man kann die Serie nicht genug loben: glaubhafte Dialoge, ein überzeugender Antiheld (gespielt von Robbie Coltrane, jüngeren Kinogängern eher aus den Harry-Potter-Filmen bekannt), authentische Settings — trotz aktueller Konkurrenz meiner Ansicht nach eine der besten Produktionen, die je fürs Fernsehen gedreht wurden. Im Mittelpunkt stehen nicht die Verbrechen an sich oder die Polizeiarbeit, sondern, besonders im Verlauf der Serie, die Charaktere und ihre Reaktionen auf die Abgründe, mit denen sie konfrontiert werden. Die Grenzen zwischen Guten und Bösen verschwimmen, fragwürdige Entscheidungen werden getroffen, mehr als einmal wird ein Polizist zum Verbrecher. Sehenswert.
Aber warum erzähle ich das alles? Weil sich endlich eine Firma erbarmt hat und die Serie (die hierzulande Für alle Fälle Fitz heißt) in Deutschland auf DVD herausbringt, Staffel 1 ist soeben erschienen. Wer sich ansatzweise für das Thema interessiert, möge kaufen, borgen oder leihen. Lohnt sich. Obwohl (oder gerade weil) das Erzähltempo ein bisschen langsamer ist, als man das von aktueller US-Ware kennt.

Kann man übrigens als Komplettedition bei Amazon kaufen.

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