Breasts!

by Gunnar on 2. Mai 2006 · 8 comments

Prinzipiell äußere ich mich hier nie zu Themen, die mein Berufsleben tangieren. Die Chose mit den Spielen bestimmt schon zuviel meiner bewusst erlebten Zeit. Ich brauche Freiräume, spielefreie Zonen. Naja. Und weil ich das jetzt so schön dogmatisch formuliert habe, mache ich rasch mal eine Ausnahme. Also, mein Problem mit vielen Spielen ist, so dachte ich, dass mich pure Mechanik nicht mehr rockt. Been there, done that, nichts kann mich überraschen. Also suche ich nach Erlebnissen, gut erzählten Geschichten, schlau erdachten Welten. Nur um zu merken, dass mich — bei genauem Hinsehen — Mechanik doch rockt. Zumindest im Zusammenspiel mit einem guten Gesamtdesign. Oder wie ist es zu erklären, dass mir Tomb Raider Legend so gefällt? Und zuvor Shadow of the Colossus? Oder God of War?
TRL ist irgendwie so nett retro, ohne altmodisch zu sein. Bei allem Aufwand für Zwischensequenzen und Storytelling — im Vordergrund steht die schlichte Mechanik, die Freude, die Heldin flüssig durch die hübschen Levels zu jagen. Levels, die sich erstmal realistisch geben, sich aber auf den zweiten Blick leicht auf das reduzieren lassen, was sie eigentlich sind: Möglichkeiten für Bewegung. Schrägen, Kanten, Stangen, Seile, verschiebbare Blöcke, alles Bausteine für Lara-Moves. Und: Im Gegensatz zu vielen anderen Titeln hat es kein Problem damit, ein Spiel zu sein. Die Welt von TRL ist begrenzt, alles hat seinen Sinn, die Orte gleichen einem Suchspiel, in dem man sich sofort zurechtfindet: Die explosiven Fässer da, die begehbaren Plattformen hier, die Hangelseile dort. Das ist keine Schwäche, im Gegenteil. Das alte Geheimnis eines guten Spiels: klares Konzept, sauber ausführen.

lara

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