forza fußball, forza digitalkamera!

by Gunnar on 25. Juni 2006 · 3 comments

ich habe mir nichts vorzuwerfen, ich kann mit fug und recht behaupten, dass ich zwei der fünf schlechtesten wm-spiel der vorrunde live gesehen habe!

wärend mich bei schweden vs. tobago noch die jungfräuliche begeisterung (“please stand for the national anthem of …”) und das jedesmal großartige westfalenstadion durch die partie trugen, hatte ich bei tschechabartige aufgeberien gegen itawenn sonst keiner will gewinnen halt wirlien genügend zeit, mir die übrigen stadionbesucher näher anzuschauen. es gibt ca. fünf gruppen:

gruppe eins und zwei sind die jeweiligen tatsächlichen fans und landsleute der combatanten. von weit her gereist. kein wort gegen die (außer gegen die tschechen, die sich genauso wenig aufbäumen wie ihre gurkentruppe).

gruppe drei bilden die preisausschreibengewinner, gruppe vier sind die vips, die mit fleischerei krause zur wm gehen und danach mehr wurst bestellen. kein wort über die.

gruppe fünf ist wie ich: ticket gekauft, egal wer spielt. einfach mal wm live schaun. und deutsch.

und da stehen (sitzen!) wir dann und wollen für tschechien sein (oder italien, wenn was in der sozialisierung schief gelaufen ist). leider verstehen wir nicht was die “richtigen” fans singen… “hopp hopp hopp” – aber was davor und was danach? man schreit ein wenig mit und nuschelt an den entscheidenen stellen. das alkoholfreie anheuser busch ist da auch wirklich keine hilfe.

aber zum glück haben wir unsere kamera mit. TOR ITALIEN! BENGALISCHE FEUER (ok, eins) BRENNEN! und die ganze bande dreht sich zur tribüne, um die total tolle wm-stimmung festzuhalten. mit toternster miene. fremdfeiern. danach gehts zurück nach hause. aber die stimmung war schon geil.

ps: gruppe sechs sind übrigens die jungs, die die fifa auf die plätze setzt, die zwar von fleischerei krause gekauft wurden aber auf denen trotzdem niemand sitzt…

Anmerkung von Gunnar: Generell ist es, bei Zugehörigkeit zu Gruppe 5 (oder auch 4), schwierig, ein Team zu adoptieren. Bei England gegen Paraguay war es leicht, mitreißend die englischen Fans, leicht verständlich ihre Gesänge. Obwohl man natürlich drauf achten muss, bei nicht versehentlich bei antideutschen Zeilen (“5-1 – and even Heaskey scored”) mitzusingen. Bei Mexico gegen Iran, nun, für wen hätte ich da sein sollen? Iran, den atomaren Außenseiter, bei dem immerhin ein paar bekannte Bundesliganasen kicken? Oder Mexico, ein Team, zu dem ich überhaupt keinen Bezug habe? Knifflig. Und egal sein kann’s einem auch nicht — ohne Ergebniswunsch ist es kein Fußball. War dann irgendwie enttäuscht als Iran zusammengebrochen ist. Und auch wieder nicht. Naja.

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