Kunze

by Gunnar on 27. Juni 2006 · 8 comments

Ich vergesse es zuweilen, aber dann springt der iPod im Shuffle auf ein altes Lied und da ist es wieder: Heinz Rudolf Kunze ist ein brillanter Texter. Wenn nur die Musik nicht so… …und der Typ… ach egal. Muss jetzt, missionarstriebhaft, zwei, drei Textzeilen mit der geschätzten Leserschaft teilen. Sorry.

In nichts war ich gut. Außer in Angst. Das kann man nicht lernen, das hat man.

Ich hatte Sex mit Hitler
er hat gut bezahlt
vorher hat er mich von Kopf bis Fuß
schwarz angemalt
ich war sein Berlin
hat er sich vorgestellt
sein Großdeutschland sein Europa
seine ganze Welt

Wäre ich ein Tänzer,
dann wählte ich die Lähmung.
Wäre ich ein Sänger,
dann wählte ich den Schrei.
Bleiben von der Gegenwart
wird nichts als die Beschämung:
So ist es gewesen.
Ich war hemmungsvoll dabei.

Schläfst Du jetzt mir mir, bevor ich wegfahr,
damit ich nicht vergesse, wie das ist?
Damit sich jede andere Berührung
an Deiner Kenntnis meiner Haut bemisst?

Okay, okay. Bin ja schon fertig. Die, die betreten zu Boden geschaut haben, weil der Herr Kaliban einen schnauzbärtigen 80er-Jahre-Schlagersänger lobt, können jetzt weitermachen. So sie noch hier sind — im Internet ist man ja heutzutage so flüchtig. Ein falsches Wort, husch, schon klicken sie auf ihren Porno-Tab und sind weg. Schlimm.

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