Oktober 2006

Mein Leben in Bayern

by Gunnar on 31. Oktober 2006 · 13 comments

Vor der Sendung. Im Schminkraum. Ich bin schon fertig gepudert und langweile mich, der Diskussionsgegner wird gerade von der schwatzhaften Schminkmeisterin behandelt. Die Rollen für die Sache sind festgelegt: Gunnar L. gibt den lockeren, aber schon auch verantwortungsbewussten Spieleapologeten, der Herr S. von der CSU verkörpert die hässliche Fratze der Oppression, die aber irgendwie auch nur Gutes für alle will und Spiele an sich voll okay findet. Ein kurzes Geplänkel entspannt sich vorab:

CSU-Typ (leger): Wo kommen’s eigentlich her?
Ich (freundlich): Grob die Gegend zwischen Hannover und Göttingen, wohne aber schon lange in München.
CSU-Typ (grinst): Da san’s scho froh, dass Sie jetzt hier san dürfen, odr?

Argh. Können nicht aus ihrer Haut, diese Leute. Derlei Sprüchlein studieren die bestimmt auf einer CSU-Nachwuchsakademie ein. Das Rededuell war dann übrigens ganz nett, vielleicht sogar ein bisschen zu wenig kontrovers. Wird sicher irgendwann gesendet, auf Giga oder im Kabel bei G.TV oder beides. Dauert wohl eher noch ein bisschen, bis das Thema für Christiansen taugt.

Wie man Dark Omen zum Laufen bekommt

by Gunnar on 29. Oktober 2006 · 34 comments

dark omen

Aus aktuellem Anlass mal keine humorigen Betrachtungen, sondern ein paar hilfreiche Hinweise. Ich habe mein Wochenende mit dem Spielen von Warhammer: Mark of Chaos verbracht und nebenbei versucht, das großartige Vorbild dieses Spiels, Warhammer Dark Omen (EA, 1998) unter XP lauffähig zu machen. Geht, mit viel Mühe. Also.

Ein bisschen muss man eventuell ‘rumprobieren, je nach eigenem PC und Grafikkarte. Der sicherste Weg ist natürlich ein Virtueller PC mit Win98. Für XP: Die .exe über »Eigenschaften« in den Win98-Kompabilitäts-Modus versetzen. Spiel starten und im Optionsmenü auf Software-3D (CPU) umstellen (der Button links oben). Auflösung und alles andere kann auf »hoch« stehen. Beim Cursor muss die farbige 3D-Darstellung aus sein. Jetzt sollte es gehen.

Geht nicht? Falls beim Start der Screen zerstört ist, hilft »ALT + TAB« raus. Und dann »ALT+ TAB« wieder rein. Sollte gehen. Falls es immer noch nicht will: auf den Desktop rechtsklicken und Eigenschaften –> Einstellungen –> erweitert –> Problembehandlung wählen. Den Regler einen Strich nach links setzen, damit die Cursor-Beschleunigung deaktiviert wird. Jetzt aber.

Nochwas: Wenn das Spiel läuft, kann man mit einem kleinen Trick ein bisschen die gefühlte Grafikqualität verbessern: Dazu sucht man im Verzeichnis »Game Data« den Ordner »1pbat«. Darin liegen massenhaft andere Ordner, in denen die Texturen für das Terrain gespeichert sind. Macht man sich nun die Mühe, jeweils die Folder »LTEXTURE« in »TEXTURE« umzubenennen und die »TEXTURE« in »LTEXTURE«, sieht die Landschaft glatter aus. Nutzt nur was, wenn man dazu in den Optionen »Texturen« auf »high« stellt.

Dark Omen ist übrigens noch halbwegs erhältlich, auf Ebazon und so. Preis schwankt.

Wort Spiel

by Gunnar on 24. Oktober 2006 · 8 comments

Durch spontane Fehlschaltung des Hirns entstandenes Wortspiel: “Die CSU ist doch hier in Bayern der Filz in der Brandung”. Hm. Oder ist das zu Willy Astor?

W-w-w-wörter

by Gunnar on 22. Oktober 2006 · 6 comments

In this ugly time, the only true protest is beauty. (Phil Ochs)

Werder 3:1, Aktuelles Sportstudio 0:10

by Gunnar on 21. Oktober 2006 · 9 comments

Ereignis dieses Tages: Bremen schlägt Bayern. Gottseidank. Werder ist ja unter Druck und gegen abgezockte Teams immer für den einen oder anderen Ausfall gut. Naja. Andere Sache: Ich hatte keine Zeit, die Sportschau anzugucken (und Arena kommt mir schon mal gar nicht ins Haus). Musste also zum ersten Mal seit Jahren auf das so genannte Aktuelle Sportstudio ausweichen. Urgh. Das ist ja eine so unglaublich miserable Sendung, dass man es gerade nicht fassen kann. Schwache Moderation, jedes Spiel durch reingeschnittene Interview-Häppchen zerhackt, keine Analyse, nichts richtig, alles nur angerissen. Absurd. Warum machen die das so? Mir ist das ganze Konzept komplett unerklärlich. Haben die pro Spiel nur Rechte für 60 Sekunden Spielszenen und müssen mit Gesprächen auffüllen? Und wenn sie gezwungenermaßen auf Gespräche setzen müssen, warum stellen sie dann keine vernünftigen Fragen, sondern immer nur den üblichen Was haben Sie gefühlt, als das Tor fiel-Quatsch? Aber warum überhaupt Interviews — warum nicht Analysen, Nachbereitung, Hintergrund? Mit ein paar Zahlen, ein bisschen Computergrafik, Stellungsspiel erklären, Entstehung von Toren verfolgen et cetera. Guckt sich jeder gern an, würde den Einsatz von Gebührengeldern wenigstens einigermaßen rechtfertigen. Wegen Bildungsauftrag und so.

The Beauty of PR writing, Teil 2324423

by Gunnar on 19. Oktober 2006 · 6 comments

Wie jeder weiß, bin ich ein großer Freund von Pressemeldungen. Auf dieser kurzen poetischen Form ist Raum für jeden Gedanken, jedes Stilmittel. Schön. Mein Liebling dieser Woche:

Fliegen, plantschen und marschieren mit XYZ
XYZ deckt den Gabentisch für Spieler
Ob Flieger, Militärtaktiker oder Tierfreund – Gamer haben an Weihnachten allen Grund zur Freude, denn XYZ hat für jeden Spielertyp das Passende parat.

Ahem. Bitte? Fliegen, plantschen und marschieren? Geht’s noch kruder? Ist niemandem beim Gegenlesen aufgefallen, dass »marschieren« ein bisschen anders konnotiert ist als etwa »plantschen«? So klingt die Sache nach einer Software-Sammlung für die Jugendarbeit einer Wehrsportgruppe: »Fahrtenschwimmer, Pilotenschule und beim Parademarsch Taktgefühl lernen — so sollen meine Söhne für den Dienst am Vaterland vorbereitet werden.« Argh. Schon klar, dass das alles ganz harmlos gemeint war und der arme Autor eine Klammer für drei ganz unterschiedliche Sachen finden musste, aber, hey — das geht so eher nicht. Und »für jeden Spielertyp das Passende«? Flieger, Militärtaktiker und, uh, Tierfreund? Schon klar.

Advent, fat chance

by Gunnar on 14. Oktober 2006 · 24 comments

Schon in der Schule neigte ich dazu, Lehrer und Mitschüler zu korrigieren, wenn sie englische Begriffe falsch benutzten oder falsch übertrugen. Ein hässlicher kleiner Wesenszug, okay, aber was soll man tun — ohne Klarheit in der Sprache ist der Mensch nur ein Gartenzwerg.
Heute hätte ich noch viel mehr Gelegenheit das auszuleben, denn was da bei der Übersetzung von Spielen oder Taschenbüchern verbrochen wird, das geht auf keine Kuhhaut. Wortspiele gehen verloren, Dialoge drehen ins Absurde. Das wäre in Shootern ja noch tragbar, niete ich eben ein paar Gegner um, dann passt das schon mit der Stimmung. Leider sind aber auch die erzählenden Genres wie Adventures oder Rollenspiele nicht davor gefeit. Obwohl doch das Übertragen englischer Texte heutzutage eine Dienstleistung ist, die man auch in guter Qualität auf dem Basar der Freiberufler für den Gegenwert einer lauwarmen Bohnensuppe nachgeworfen bekommt. Dennoch liest man immer wieder blühenden Blödsinn, der nicht Flüchtigkeitsfehlern sondern fundamentalen Kontextmissverständnissen entspringt. Ich muss mir mal alle Beispiele aufschreiben, damit ich hier eine Liste der Schande veröffentlichen kann.
Mein Liebling ist schon älter: »Advent« heißt ein Kapitel in einem Horror-Taschenbuch. Wie im englischen Original. Einfach stehen lassen. Ungeachtet der offensichtlichen Intention des Autors, hier die Ankunft (engl. »Advent«) zu beschreiben, nicht etwa das Fest im Dezember. Hätte man drauf kommen können, zumal das Kapitel im Frühjahr spielt. Und jemand ankommt. Naja.
Der Anlass dieses Postings ist, neben lange angestautem Zorn, übrigens eher nichtig: In dem Adventure, das ich gerade spiele, hat der Kollege Übersetzer den Ausdruck »fat chance« mit »fette Chance« übertragen. Was a) im Deutschen keinen Sinn ergibt und b) die Aussage ins Gegenteil verkehrt: »Sicher nicht« oder salopp »Vergiss es« wären korrekte Möglichkeiten gewesen.

Hnadschritf

by Gunnar on 13. Oktober 2006 · 3 comments

Auf dem Weg zur Tür raus, bereits auf der Schwelle: die Kulturtechnik Handschrift. Gruselig, wie man darin die Übung verliert, wie unwillig man das tut, wie ärgerlich Fehler ohne Backspace-Taste sind.

Von Hölzchen auf Stöckchen

by Gunnar on 10. Oktober 2006 · 4 comments

Stöckchen 1. Von iPeg. Wollte keines. Trotzdem gefangen. Also los:

Fünf Dinge, die ich nicht habe, aber gerne hätte:
Den Fernseher von Kollege Ernst.
Musikalisches Talent.
Zwei Katzen, die nicht ständig irgendwo hinkotzen.
Die 35,7 Millionen vom Lotto-Jackpot.
Eine Insel. Mit zwei Bergen.

Fünf Dinge, die ich habe, aber lieber nicht hätte:

Karies.
Ein sehr lebendiges Blackberry.
Zwei Katzen, die ständig irgendwo hinkotzen.
Ein bisschen viel Speck auf den Rippen.
Kalte Füße. Gerade jetzt.

Fünf Dinge, die ich nicht habe und auch nicht haben möchte:
Kontakte zur Russen-Mafia.
Parodontose.
Drei Katzen, die ständig irgendwo hinkotzen.
Einen Hirntumor von der Handy-Strahlung.
Feinde in der Regierung.

Stöckchen 2. Von Herrn Worch. Wollte keines. Trotzdem gefangen. Also los:

Gesucht sind Alben, die man gekauft hat, aber immer nur einen Song hört. One-Hit-Wonders sozusagen.

Die R.E.M. Die einigermaßen neue. Die mit Final Straw drauf. Und noch so Füllmaterial. Kann mich an gar nichts mehr erinnern außer dem einen Song. Naja.

Adam Green: Gemstones. Schreckliche Platte. Schmutz von vorne bis hinten. Auch der anfangs hübsche Song Emily. Geht gar nicht.

Juli: Es ist Juli. Ich falle ja immer mal wieder auf deutschen Gesang rein. Perfekte Welle ist nett, der Rest leer und flach und ohne Liebe. Braucht man nicht.

Mehr fällt mir gerade nicht ein. Bin ein großer Fan von Alben und kann dem Trend zu “Ich kaufe/sauge mir nur Einzelsongs” gar nicht folgen. Kaufe auch eigentlich nur Scheiben, die mindesten drei gute Songs aufweisen. Meistens.
So. Stöckchen erledigt. Hat sogar Spaß gemacht. Werfe aber nicht weiter. Wer sich angeregt sieht, möge sich auch ohne Aufforderung angesprochen fühlen.

The 360 speaks

by Gunnar on 9. Oktober 2006 · 3 comments

Vermutlich kennt das schon jeder, aber falls nicht, ist es ein bisschen witzig:

Das ist das Blog meiner 360.
Und das hier das von der von Kollege Markus S.
Und hier schreibt die von Kollege Dirk S.

Schnittstellen zum Seriellen Leben

Oktober 8, 2006

Wenn man sich, wie ich, unabsichtlich und unter peer pressure zum Serienjunkie entwickelt hat, dann, ach, ist das Leben nicht einfach. Serien gehen ständig zur Neige — man wartet zwischen Saisons, man trauert bei Einstellung. Von 24 und Deadwood könnten endlich mal die nächsten Staffeln auf DVD erscheinen, Firefly und Six Feet Under sind unwiderruflich […]

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Retro Moment

Oktober 7, 2006

Paris. Die Templer. Zahllose Rätsel. Eine Frau. Dialoge. Ein Tourist. Eine Explosion. Eine Verschwörung. Humor. Könnte man mal wieder spielen. Wie so vieles. Ach. Übrigens auch heute noch ganz problemlos erhältlich. Paris. Die Templer. Zahllose Rätsel. Eine Frau. Dialoge. Ein Tourist. Eine Explosion. Eine Verschwörung. Humor. Könnte man mal wieder spielen. Wie so vieles. Ach. […]

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