November 2006

“Bewerbung”

by Gunnar on 28. November 2006 · 44 comments

Bitte um weitere informationen zu ihrem spiele tester angebot(beruflich)
oder eventuelle anderweitige ihn bekannten adressen von tester suchende.

Mutter sprache ist deutsch und englisch, beides perfekt,(ideal für game
übersetzung Englisch/Deutsch)Bin gamer seit 12 jahern, (Bin 26)spiele und
besitze alle spiele konsolen(ps1+2,X-box,GameCube/Boy inklusiv hunderte von
spiele sowie pc+inet, spiele auch viele online games wo einige meiner
spiele accounts mittlerweile mehere tausend euro wert sind…

Uh. So neulich bei Gunnars Arbeitgeber eingetrudelt. Krass. Spieletester ist einer von diesen Berufen, die einerseits irgendwie ein bisschen glamorös sind und irgendwie Ehrfurcht hervorrufen, von denen andererseits aber jeder denkt, er könne das auch. Kann aber nicht jeder.

Der Winter in Edmonton

by Gunnar on 27. November 2006 · 14 comments

edmonton alberta

Der Himmel über den Alpen

by Gunnar on 26. November 2006 · 10 comments

lenzerheide

Beim Frisör

by Gunnar on 23. November 2006 · 3 comments

Die lange lange Matte muss weg. In Groningen gibt’s neben dem Kwekkeboom, wo es warme Kroketten aus ‘nem Wandautomaten zu kaufen gibt, eine Straße mit sechs Frisörläden. Nun fühle ich an sich ja schon ein klitzekleines Bisschen guilty pleasure wenn man sich beim Frisör durch die dickbusige Praktikantin die Kopfhaut massieren lässt, aber beim Hairmax, wo ich gestern war, gibt’s ja jetzt Konkurrenz. Belebt das Geschäft. Zum Preis eines Militärhaarschnitts haben sie Waschen, Kopfhautmassage, Abrubbeln-mit-warmem-Kräuterhandtuch, Tasse Kaffee, Pflegetipps, Styleberatung (Hahnenkamm ist so last year, das machen wir nicht mehr) plus Gelen (dazu gleich mehr) und alles für 17 €.

Nun will ich mich in der näheren und ferneren Zukunft mit der handwerklichen Ausbildung von Ärzten beschäftigen, und deswegen linse ich immer beim McDonald’s und wo man sonst so hinkommt, wie Leute ausgebildet werden. Auch gestern beim Frisör wurde die Praktikantin nach abgeschlossenem ‘jarhead’ gefragt, mein Haar, ahem, ‘wild’ zu stylen. Das ist nicht so ganz einfach bei nem Typen mit Gumminase und Brille, aber gut.

Also reibt sie ein wallnusshälftengroßes Pfützchen Gel in ihre breiten Hände und verplättet meine wilde wilde Frisur zu einem perfekt geformten – Hahnenkamm!

Immerhin die Polizei hat funktioniert

by Gunnar on 22. November 2006 · 15 comments

Rüttgers lobte die Arbeit der Polizei. Seiner Ansicht nach habe sie ein größeres Blutvergießen verhindert. Das schnelle Eintreffen der Einsatzkräfte sei ein Glücksfall gewesen, sagte der CDU-Politiker. “Man kann davon ausgehen, dass dies dazu geführt hat, dass der Täter keine Kinder in seine Gewalt bringen konnte.” “Es hat sich bewährt, dass die Polizei in Nordrhein-Westfalen nach dem Vorfall in Erfurt solche Situationen geübt hat, dass es ein spezielles Einsatzkonzept für solche Amokläufe in Schulen gibt.”

…schreibt stern.de. Soso. Schon irgendwie zynisch, dass sich ein Politiker für einen gelungenen Polizeieinsatz in seinem Bundesland öffentlich auf die Schulter klopfen darf, anstatt sich fragen lassen zu müssen, was mit den öffentlichen Institutionen (Schule, Jugendamt etc.) vor Ort falsch läuft, deren Aufgabe es doch möglicherweise gewesen wäre, den Fall von vornherein zu verhindern.

Schon wieder die Killerspiele

by Gunnar on 20. November 2006 · 33 comments

Mal ganz am Rande und ohne Bezug zur Realität unserer Medienwelt: Ich glaube fest, wenn man nicht in extenso über Columbine oder Erfurt berichtet hätte, gäbe es Nachahmer wie diesen Kerl in Emsdetten nicht. Allein die Art wie er das angekündigt hat, spricht doch Bände. Und seine Columbine-Videos auf Youtube. Verdammt.
Ist wie mit den Selbstmördern: Wenn in der Zeitung steht, es sind von der oder der Brücke zwei gesprungen, springen morgen drei weitere von derselben Brücke. Deshalb gibt es eine Art stillschweigende Übereinkunft bei Tageszeitungen, in solchen Fällen sensibel oder gleich gar nicht zu berichten. Aber okay, das ist natürlich bei extremen Taten wie den so genannten »Amokläufen« nicht möglich.
Anderer Aspekt: Das sind doch gar keine Amokläufe, oder? Das Wesen des Amoklaufes legt blinde Wut, einen plötzlichen Rausch nahe. Meines Erachtens passt das nicht zu Tätern, die im Internet Bescheid sagen, sie würden bei Gelegenheit mal Amok laufen und lange vorher die Waffen bereit legen.

Ach ja, und für’s Protokoll. Der junge Mann aus Emsdetten hatte sicher ganz andere Probleme als die eine oder andere Partie Counter-Strike. Traurig zu sehen, wie die Politik mal wieder nach monokausalen Erklärungsansätzen sucht.

microsoft ist so doof

by Gunnar on 19. November 2006 · 12 comments

hey microsoft, ich bin’s. niklas. der typ, den ihr mit eurer weigerung, tabbed browsing als die beste erfindung seit der zweiten maustaste anzuerkennen, in die arme von firefox getrieben habt.
da habe ich dementsprechend die letzten jahre verbracht und eure gekonnte monopolausnutzung bewundert (komischerweise gibt es für firefox kein windows media player plug in…), immer bereit in den schoß von mama microsoft zurückzukehren. bin ja kein dogmatiker.

heute war es soweit, ich hab den niegelnagelneuen internet explorer 7 installiert. ihr hättet zwar so demütig sein können, eine importfunktion für die einstellungen aus firefox zu integrieren, aber egal. wir wollen dankbar sein, dass ihr uns den ie7 überhaupt für xp erlaubt.

also rauf auf meine startseite (spiegel.de). alles wunderbar, ich tabbe wie ein irrer durch die weltgeschichte… nur noch schnell den rss-feed abonnieren… doch halt!
der internet explorer unterstützt keine Feeds mit dtds.
sagt mal, geht’s euch zu gut? ihr verpennt das internet um 6 jahre, tabbed browsing um 3 und schafft noch nicht mal, sämtliche rss-feeds da draußen zu verarbeiten?

sorry, ihr wart zu lange weg, da haben sich auch ohne euch ein paar standards gebildet.

ps: zum glück kann man den ie7 nicht deinstallieren, ohne um sein os zu fürchten, insofern könnt ihr mich jetzt trotz meiner prompten rückkehr zum firefox für immer in eurer statistik »besitzt ie7« behalten. gratulation.

seit einiger zeit habe ich aus beruflichen gründen ein abonnement der bravo girl. das hilft enorm auf der anstrengenden reise vom jungen wilden zu einem wertkonservativen alten sack, die ich inzwischen zu ca. 30% hinter mich gebracht habe.

un-glaub-lich, was den kindern und jugendlichen in der bravo girl alles nahegebracht wird:
vor einigen wochen sollten die geneigten leserinnen anhand der quersumme ihrer handynummer und der ihres “lovers” herausbekommen, ob sie zusammen passen. ok, das ist harmlos, die ladys erfahren immerhin, was eine quersumme ist und alle könnten glücklich sein… es sei denn ein sensibles 12jähriges mädchen geht daraufhin ins wasser, weil sie die nummer von bill (th) herausbekommen hat, aber selbst noch kein mobiltelefon besitzt…
wenn es meine tochter wäre, hätte sie in dem alter im übrigen auch noch keins.

zwei wochen später sponsert der enthaarungscremehersteller veet das titelthema “intimfrisur”. 8-13 jährige “girls” erfahren, dass es vollkommen ok ist, sich “untenrum” zu rasieren. eigentlich sei es auch modern, und jungen mögen das (ist aber “natürlich auch ok, wenn du es nicht willst”). passend von veet zur verfügung gestellte enthaarungsschablonen für den schritt liegen bei. witzige pfeil-, herz- und balkenformen für das gepflegte kind…
junge, junge: sittenverfall plus 360°-vermarktung — hut ab!

den vogel schoss die bravo girl allerdings in der vorletzten ausgabe ab: in einem doppelseitigen schmink-special erfuhren die leistungs- und hoffnungsträger der zukunft, wie man sich total “real” krank schminkt! es wird zwischen fieber und übelkeit sowie kreislauf unterschieden. den tipp, mit roten flecken die erste regelblutung zu simulieren, findet man überraschenderweise nicht – dafür in den nächsten ausgaben begeisterte leserbriefe, wie super das mit dem schwänzen doch funktioniert.

natürlich ist von einem münchner verlag nicht allzu viel calvinismus zu erwarten. aber so geht es auf alle fälle nicht. :)

ps: ich würde an dieser stelle auch gerne über die bravo ablästern (die ich ebenfalls beziehe) aber in der steht halt immer nur das neuste über tokio hotel. das kann man nicht mal spannend verreißen.

[Achtung Gastautor: Niklas ist ein Freund von Gunnar und nutzt unregelmäßig dieses Blog, um die Welt zu beschimpfen. Gunnar ist oft, aber nicht immer Niklas’ Meinung.]

Die Scheibe, der Schrat und das Kettcar

by Gunnar on 15. November 2006 · 4 comments

Eine Erinnerung.

Ich stehe vor dem Haus meiner Großeltern. Vor dem Fenster, von dem aus mein Großvater die Welt zu betrachten pflegt. Die Welt, das ist die Hauptstraße von Bevern, auf der wenig Interessantes zu sehen ist. Die Spielothek gegenüber vielleicht, in der die immer gleichen Schnauzbartträger ihre Sozialhilfe verzocken. Und in der die dicke Matrone Aufsicht führt, die mein Großvater aus irgendwelchen Gründen immer Busenstar nennt. Dies Etablissement, nicht gerade ein Schmuckstück des Dorfes, ist dort eingezogen, als das Textilgeschäft trotz Monopolstellung aufgeben musste, es konnte mit den Preisen des allmächtigen Quellekatalogs und der Konkurrenz aus der Kreisstadt nicht mehr mithalten.

Doch halt, wir sind in der Zeit Jahre früher, das Bekleidungshaus Heinemeyer existiert noch, es hält den Platz für die Spielothek warm. Daneben der ebenso zum Scheitern verurteilte Brennstoffhandel, bei dem Großvater und ich immer Briketts kaufen, für die Kohleöfen. Immer Briketts, die billigen Briketts, grob und blockig, fast nie die teuren Eierkohlen, die sich leichter entzünden und ausdauernder brennen. Der Brennstoffhandel ist zudem Ort einer täglichen Familientragödie, denn die Frau des Inhabers hasst ihre Schwiegermutter. Der Kerl unterstützt sie durch Desinteresse und Wegschauen, also hat sie einen Freibrief zum Schikanieren. Das führt dazu, dass wenn ich vor den Theke stehe und den Zehnmarkschein für den Zentner Briketts auf die hohe Theke lege, sie geschäftig und hochherrschaftlich Ich schicke gleich jemanden raus, der dir hilft sagt. Dann gehe ich nach draußen, zu den Kohlebergen. Und es kommt die alte Schwiegermutter rausgehumpelt. Zusammen schaufeln wir die Kohlen in meinen Bollerwagen, den ich dann mit übermenschlicher Anstrengung stolz über die Straße nach Hause ziehe.

Großvater betrachtet den Betrieb der Läden, die Kundschaft, die Fußgänger. Hin und wieder kommt jemand vorbei, der schon seit dreißig oder mehr Jahren im Ort wohnt, diese Leute bemerkt und grüßt er. Er kennt keine Scham, versteckt sich nicht hinter einer Gardine — ungeniert starrt er alle an und schert sich nicht um befremdete Blicke. Die Straße ist sein Fernsehen, seine Unterhaltung. Er hat nicht viel zu tun, wenn die Zeitung ausgelesen ist, hat keine Steckenpferde, keine Bücher im Haus, spricht nicht viel mit seiner Frau. Die Straße ist sein Fernsehen, seine Unterhaltung.

Ich stehe also vor dem Fenster, zu meinen Füßen mein Kettcar. Ich bin noch lange nicht schulpflichtig, reiche gerade mit dem Scheitel an die Kante des Fensters. Großvater macht Faxen hinter der Scheibe. Ich klopfe mit der Faust gegen das Glas, als wollte ich die Scheibe einschlagen. Das Glas ist dick, meine Faust klein, das Klopfen machtlos. Ich klopfe stärker, schlage gegen die Scheibe und plötzlich bricht sie, für mich völlig überraschend. Splitter schneiden in meine Hand, ein bisschen blute ich. Doch kein Schmerz, ich spüre nur die Panik, Schuldbewusstsein, das hereinbrechende, mächtige und schlimme Gefühl, etwas Falsches getan zu haben. Ich kann nicht mehr denken, ich muss fliehen, weg vom Ort der Tat. Ich springe in mein Kettcar, trete in die Pedale, als gelte es mein Leben. Ich fahre um die Ecke, auf den Hof der Schmidts, unserer Nachbarn. Fort, fort, fort. Doch nach wenigen Metern, kaum bin ich auf dem Nachbargrundstück, da hat Großvater mich schon eingeholt. Hält das Kettcar am Sitz fest, mein Strampeln nutzt nichts. Ich kann es nicht glauben, dass es so leicht war, ich kam mir so schnell vor.

Dies ist eine originale Kindheitserinnerung, plötzlich nach oben geschwemmt. Ich weiß übrigens nicht mehr, was dann passiert ist. Eine Strafe gab es nicht, das gab es nie. Meine Angst war demzufolge grundlos, aber wer weiß das schon als Kind. Als Kind kann man sich ja durchaus vorstellen, dass Onkel Erwin einem mit der Eisenzange den Penis abkneift oder man an durchreisende Zigeuner verkauft wird, wenn man nicht brav ist. Muss ja nur ein Erwachsener sagen. Uh.

Ein so schönes Spiel hat…

by Gunnar on 9. November 2006 · 41 comments

…eine so miserable Werbung nicht verdient. Uh.

Wo ich mich überall schon verfahren habe (Annäherung)

November 5, 2006

Wo ich mich überall schon verfahren habe (Annäherung)

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Ohne Worte

November 4, 2006

Ohne Worte

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