Schon wieder die Killerspiele

by Gunnar on 20. November 2006 · 33 comments

Mal ganz am Rande und ohne Bezug zur Realität unserer Medienwelt: Ich glaube fest, wenn man nicht in extenso über Columbine oder Erfurt berichtet hätte, gäbe es Nachahmer wie diesen Kerl in Emsdetten nicht. Allein die Art wie er das angekündigt hat, spricht doch Bände. Und seine Columbine-Videos auf Youtube. Verdammt.
Ist wie mit den Selbstmördern: Wenn in der Zeitung steht, es sind von der oder der Brücke zwei gesprungen, springen morgen drei weitere von derselben Brücke. Deshalb gibt es eine Art stillschweigende Übereinkunft bei Tageszeitungen, in solchen Fällen sensibel oder gleich gar nicht zu berichten. Aber okay, das ist natürlich bei extremen Taten wie den so genannten »Amokläufen« nicht möglich.
Anderer Aspekt: Das sind doch gar keine Amokläufe, oder? Das Wesen des Amoklaufes legt blinde Wut, einen plötzlichen Rausch nahe. Meines Erachtens passt das nicht zu Tätern, die im Internet Bescheid sagen, sie würden bei Gelegenheit mal Amok laufen und lange vorher die Waffen bereit legen.

Ach ja, und für’s Protokoll. Der junge Mann aus Emsdetten hatte sicher ganz andere Probleme als die eine oder andere Partie Counter-Strike. Traurig zu sehen, wie die Politik mal wieder nach monokausalen Erklärungsansätzen sucht.

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