Dezember 2006

Zwei-Null-Null-Sieben

by Gunnar on 31. Dezember 2006 · 15 comments

Ich wünsche mir mehr Hirn bei den Medienschaffenden, weniger schiere Idiotie in der Politik. Es wäre nett, wenn die Spex dieses Jahr überlebt und das Experiment mit der Rückkehr der Tempo nicht wiederholt wird. Den Wissenschaftlern, die sich in der “Killerspiele”-Debatte blamiert haben, mögen (Achtung! Symbolik!) die Zeigefinger verdorren. Ich möchte, dass Gott mir 2007 mehr Gelassenheit schenkt. Und dass mir die rapide ergrauenden Haare nicht auch noch ausfallen. Eine milde Aufwärtsbewegung der Auflage von GameStar würde mir schon aus ästhetischen Gründen gefallen. Ich wünsche mir zudem, dass mehr Sciencefiction-Filme in die Kinos kommen, gerne auch mit Dialogen statt Explosionen und dass irgendwer endlich Ender’s Game verfilmt. Dankbar wäre ich auch für eine neue Staffel von Firefly, aber das ist wohl ein bisschen viel verlangt. The Draft sollen eine neue Platte machen und diese ganzen alten Metalbands mit dem Plattenmachen aufhören.

Die Amerikaner könnten bitte den rechtlosen Zustand von Guantanamo endlich beenden und Herrn G.W. Bush an die Taliban ausliefern. Im Gegenzug müssen die radikalen Islamisten der Welt eine Woche lang Frauenkleider tragen und dem Gebrauch von Raketenwerfern abschwören. Ich wünsche mir weiterhin, dass durch Einwirken kosmischer Strahlung der durchschnittliche IQ der Deutschen um 3 Punkte steigt, was vermutlich reichen würde, um die ganzen elenden Mitmach- und Shoppingsender zu ruinieren, weil das Publikum plötzlich intellektuell erfassen könnte, wie stumpf das alles ist. Dass dann möglicherweise auch andere Produkte mit der Zielgruppe “Vollpfosten” eingehen würden, na, das wäre ein netter Nebeneffekt.

Ich wünsche dem bekloppt benannten Wii alles Gute, weil Nintendos Mut belohnt gehört, auch wenn es ein bisschen frech ist, mit der gefühlten Grafikleistung des N64 ins Rennen zu gehen. Von den mir näher stehenden PC-Spieleschaffenden wünsche ich mehr Respekt für den Kunden, der die ganze Sache schließlich am Laufen hält.

Ganz andere Sache: Gesundheit hätte ich auch noch gern, eimerweise, für meine Freunde, meine Katzen, meine Frau und mich. Muss man ja in meinem Alter schon mal dran denken. Ich würde es überdies begrüßen, wenn Uwe Schünemann eine Warze auf der Nase wachsen würde, eine dicke mit drei schwarzen Haaren drauf. Eine dauerhaft unbehandelbare zudem.

A pro pos unbehandelbar: Ein Zauberer soll vom Himmel fallen und irgendwie den absurden Schlamassel auflösen, den unsere “Regierung” bei der Gesundheitsreform angerichtet hat. Fast ebenso wichtig: Meine Frau möge bitte weniger Bejeweled 2 und mehr richtige Spiele spielen. Jaja, und Weltfrieden, ein Ende der Umweltverschmutzung und dass endlich die gütigen Aliens Kontakt aufnehmen.

Ein schönes 2007 uns allen. Guten Rutsch.

Ach und außerdem habe ich noch drei geheime Wünsche, die nix für die Öffentlichkeit sind: ***. Mögen sie in Erfüllung gehen.

Eine erstaunliche Frechheit ist es…

by Gunnar on 30. Dezember 2006 · 11 comments

…wenn ein TV-Sender in einen Streifen von 99 Minuten Länge nicht weniger als 32 Minuten Werbung und Trailer stopft. Unglaublich. Wer erträgt denn sowas? Liebe Leute von “Das Vierte”, so kommt ihr nie auf die angestrebten 1,0 Prozent Marktanteil.

Das Leben ist wie eine Chipstüte

by Gunnar on 28. Dezember 2006 · 7 comments

Erkenntnisgewinn an Weihnachten: Ich bin offenbar in dieser Lebensphase, in der es mehr Spaß macht zu schenken als beschenkt zu werden. Bleibt das jetzt so? Hätte man sich ja mit, sagen wir, zehn Jahren nicht vorstellen können. Aber ich hätte mir ja mit zehn auch nicht vorstellen können, den Inhalt einer Chipstüte* nach dem Öffnen nicht sofort komplett aufzuknuspern. Jetzt, mit Ende Mitte 30, gelingt es zuweilen. Also manchmal. Eigentlich nur, wenn Leute zugucken und es unstatthaft wäre, den Kopf komplett in die Packung zu stecken. Aber immerhin.

Essen. In Westfalen.

by Gunnar on 27. Dezember 2006 · 5 comments

In Anbetracht der aktuellen Kalorienaufnahme im Hotel Schwiegermama gewinnen die noch zu beschließenden guten Vorsätze für 2007 immer mehr an Brisanz.

The Beauty of it all

by Gunnar on 26. Dezember 2006 · 9 comments

Kaufbefehl: Comics

by Gunnar on 25. Dezember 2006 · 10 comments

Habe in letzter Zeit mal wieder ein paar Comics gelesen und werfe hiermit mein Wissen unter’s Volk. Falls jemandem das Weihnachtsgeld ein Loch in den Kontoauszug brennt, mag das hier als Empfehlung dienen…



blacksad

Blacksad | Krimigeschichte (Mini-Serie). Spielt in einer von Tieren bewohnten Welt, ihr wisst schon, wie bei Disney, nur realistischer: Leibwächter sind Nashörner in Anzügen, Polizisten Hunde, Diebe Wiesel et cetera. Die Zeichnung sind europäisch koloriert, also nicht so schreiend wie derzeit in vielen US-Superhelden-Comics üblich, und so sensationell gut, dass ich erst nach dem Zuklappen des Buch so richtig bemerkt, dass die Geschichte eher dünn ist. Tut der Freude aber keinen Abbruch. Insgesamt ziemlich lesenswert. Liest man gerne auch immer mal wieder.
Der Anfang geht so: John Blacksad, ein klassischer herunter gekommener Privatdetektiv im Film-Noir-Stil, erfährt vom Tod seiner Ex-Geliebten. Die Polizei ermittelt, wird aber von höheren Stellen behindert. Blacksad ermittelt auf eigene Faust — und eigenes Risiko. Die Spur führt zu den Herrschern der Stadt.
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lucifer vertigo

Lucifer | Spin-off von Sandman (Serie). Im selben Universum, im selben Stil, mit (teilweise) demselben Personal. Und, huh, denselben Stärken und Schwächen: fantastische Figuren, toll erzählt, aber zeitweilen ein bisschen selbstverliebt, ein bisschen zu sehr in der eigenen Brillanz und Fabulierfreude gefangen. Und es nervt kolossal, dass die Zeichner wechseln. Dennoch: Literatur in Comic-Form, eines der wenigen Werke, das das Attribut »Graphic Novel« rechtfertigt. Ein Meilenstein.
Der Anfang geht so: Lucifer, der gefallene Engel, hat schon vor Jahren seinen Job als Höllenherrscher niedergelegt und betreibt eine Bar in LA. Da tritt ein Engel, ein Agent des Himmels, an ihn heran — er soll einen Auftrag für Gott ausführen. Lucifer akzeptiert, verfolgt aber seine eigene Agenda.
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y last man vertigo

Y – the Last Man | Scifi-Serie von Vertigo, spielt im »Nahen Jetzt«. Sieht von den Zeichnungen her aus wie die Preacher-Comics, also, huh, naja, am unteren Ende von »okay«. Ist nicht übermäßig schlau gemacht, aber flott erzählt, ganz spannend und fließt angenehm. Hat einen Haufen Preise gewonnen. Lebt von der Grundidee. Zu der kommen wir jetzt.
Der Anfang geht so: Aus unbekannten Gründen sterben auf den ersten sechs Seiten alle Männer der Welt. Jedes Wesen mit einem Y-Chromosom, Tiere wie Menschen. Alle hin. Außer Yorick, einem netten aber tollpatschigen jungen Typen. Und seinem Äffchen Ampersand. Das wirft natürlich ein, zwei Probleme auf. Eine neu gegründete Amazonensekte will ihn umbringen, damit endlich Ruhe ist mit den Kerls; Israel (dank Frauen-Wehrpflicht der einzige Staat mit einsatzfähiger Armee) will ihn kidnappen. Yorick selber möchte hauptsächlich seine Freundin wiederfinden und hat sonst wenig Ambitionen.
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Frohes Fest!

by Niklas on 24. Dezember 2006 · 6 comments

Die besinnlichen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr haben schon manchen um die Besinnung gebracht. (Joachim Ringelnatz)

Wir wünschen hiermit offiziell allen, die das lesen und keine Arschlöcher sind, ein sensationelles Weihnachten. In Frieden. Ohne Exzesse. Oder doch mit Exzessen, falls es sonst nicht sensationell genug ist. Uns doch egal, leben und leben lassen. Aber: immer Puck flach halten, tut nichts, was wir nicht auch täten.

In diesem Sinne: ein gutes Jahr, ein gutes Leben wünschen

Thomas, Niklas und Gunnar

das ende

by Gunnar on 23. Dezember 2006 · 1 comment

oh, oh. finaler weihnachtsstress in der agentur. meine kollegen haben
schon glasige augen. ich habe bertrand im verdacht, dass er die agentur
im cs nachgebaut hat…

Caliban, Kaliban, Herr Kaliban

by Gunnar on 21. Dezember 2006 · 12 comments

Vor vielen, vielen Jahren, da spielte ich das grandiose Weltraumspiel TIE Fighter von LucasArts. Eines der ersten Male in meiner Spielehistorie, dass ich für die böse Seite, in diesem Falle das Imperium, antrat. Dafür brauchte ich einen neuen Kampfnamen, die sonst verwendeten [Gun], [Lord_Mord] oder, ahem, [GuLo] passten nicht so recht. Nach kurzem Studium klassischer Werke und nordischer Mythologie kam ich auf Caliban. Klingt ein bisschen böse, geht leicht von der Zunge und, hey, er hat intellektuell was zu bieten — Caliban ist der fiese bucklige Sklave in Shakespeares »The Tempest« (»Der Sturm«). Außerdem eine der faszinierendsten Figuren, die Shakepeare überhaupt erschaffen hat, Sohn der Hexe Sycorax und des Gottes (Teufels?) Setebos. Von Shakepeare ambivalent angelegt, einerseits als komische Figur, andererseits hat er aber auch eine gewisse natürliche Wildheit*. In späteren Jahren wurde er als Symbol für den die unterdrückte Urbevölkerung zu Zeiten des Kolonialismus genommen, was Shakespeare natürlich nicht beabsichtigt haben konnte.

Caliban ist ein überdies hübsch sprechender Name, hat Anklänge an Cannibal, Kannibale, und »calibaun« ein Zigeunerwort, das »schwarz« bedeutet. Ich benutze den Namen seither in fast jedem Spiel, für gute wie böse Charaktere, bin allerdings vor einigen Jahren auf Kaliban mit K* gewechselt, weil der Name seltener verwendet wird. Dennoch: Gerade Engländer und Amis nutzen das Wort auch gerne, ob mit K oder C. Mein Xbox-Gamertag ist daher nur »Herr Kaliban«, der Rest war belegt. Hatte mit diesem Gamertag aber meinen grandiosen Moment of Fame, als auf der Microsoft-Pressekonferenz im September 2006 in Barcelona »Herr Kaliban« auf der Leinwand vor dem versammelten Auditorium eingeblendet wurde, kleine Aufmerksamkeit der deutschen PR. Beweis hier:

x06 herr kaliban

Thomas in Phasen

by Gunnar on 20. Dezember 2006 · 17 comments

Es gibt im Leben eines Mannes drei Phasen. In der ersten Phase glaubt er an den Weihnachtsmann. In der zweiten Phase glaubt er NICHT an den Weihnachtsmann. In der dritten Phase IST er der Weihnachtsmann. Ich gehe nun über auf Phase drei.

Web – Web 1:2

Dezember 19, 2006

Web 1.0: “Under Construction” Web 2.0: “Beta” Web 1.0: Crap sites on Geocities. Web 2.0: Crap sites on MySpace. Web 1.0: New media company buys old media company. Web 2.0: New media company buys new media company. Web 1.0: Pointless Flash widgets. Web 2.0: Pointless “Ajax” widgets Web 1.0: Making web pages in a word […]

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TV is called a medium,’cos it’s neither rare nor well-done

Dezember 17, 2006

Das TV-Programm ist bekanntlich doof, deswegen gucke ich auch nie. Mein Bildschirm ist exklusiv von Konsolen und DVD-Player mit Beschlag belegt. Der Samstag aber ist das Einfallstor des Fernsehens in meine ansonsten gut bewachte Woche, wegen, nunja, der Bundesliga. So auch gestern. Und so habe ich, auch nach der Sportschau, zwischendurch ein paar Mal die […]

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