Mein Leben am Drücker

by Gunnar on 9. Januar 2007 · 13 comments

Ich hab’s geschafft im Leben: Ich bin am Drücker. Will sagen, ich habe einen Drücker oder wie immer man dieses Ding nennt. Jahrelang, in meiner Jugend, habe ich amerikanische Fernsehserien geschaut und immer die Leute beneidet, diese selbstzufriedenen Suburbia-Bewohner, die mit ihren durch übermäßige Federung schunkelig gewordenen Schlitten ihre Einfahrt hochkriechen und dann, mit dem Drücker, das Garagentor aus der Entfernung öffnen. Großartig. Wollte ich auch immer können. Und jetzt ist es soweit, schon Kilometer vor der Einfahrt in die Tiefgarage unseres Blocks nehme ich den Drücker in die Hand und freue mich aufs Drücken. Ein besonderes Fest ist es, wenn vor der Einfahrt Leute stehen, die zwar auch drinnen parken wollen, aber aus irgendwelchen Gründen keinen Drücker haben. Und folglich aussteigen müssen, um die Tür mir dem Schlüssel hochfahren zu lassen. Ich fahre dann im Gefühl meiner sicheren Überlegenheit vor, grinsend, und drücke ihnen die Tür auf. Dankbar müssen sie mir auch noch sein. Ahhh, das Leben ist schön.

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