Töten üben mit, uh, Final Fantasy

by Gunnar on 16. Januar 2007 · 29 comments

Die Kollegen von der Hetzerpresse übertreffen sich gerade mal wieder selber. Klar, dass auch an der Geschichte in Tessin Computerspiele schuld gewesen sein müssen. Und weil, naja, Counterstrike und Co in diesem Fall leider nicht zur Verfügung stehen, da ist eben das fiese, brutale Final Fantasy VII der Sündenbock. Richtig gehört.

BILD erfuhr aus Ermittlerkreisen: Die als freundlich bekannten Gymnasiasten haben das Computerspiel „Final Fantasy VII“ nachgespielt. Darin kämpfen auf einem fiktiven Planeten „Gut gegen Böse“

Die Idole der Jungen: „Sephiroth“, der mit seinem Langschwert unschuldige Bewohner tötet. Und „Reno“, der den Anführer der Guten killen soll. Wollten sie sein wie ihre Vorbilder, ohne Gnade töten, wie sie es schon hundertmal am PC geübt hatten?

Klar doch. FFVII
*. Das mit den kulleräugigen Japano-Figuren. Langsam müsste selbst der Boulevardpresse die Absurdität der ganzen Sache aufgehen. Was kommt als nächstes? Harry Potter? Karlsson auf dem Dach? Pokèmon? Und wo finden die überhaupt immer diese bekloppten »Experten« wie den hier:

Jugendpsychologe Michael Thiel: „Bei solchen Spielen verlieren empfindsame Menschen in dieser Scheinwelt
die Kontrolle – und suchen sich einen neuen Kick.“

Huh? »Solche Spiele«? Klingt nach einem typischen »Herr Experte, sagen Sie doch mal was Allgemeines zum Thema Killerspiele«-Statement. Gerne genommen, wenn man schon vor der Recherche eine klare Meinung hat, wo es hingehen muss: Angst, Angst, Angst. Das verkauft sich ja nun mal immer.

ff7 herr kaliban

UPDATE: Mittlerweile ist man sich auch bei der BILD-Redaktion wohl einig, dass es nicht das »Killerspiel« Final Fantasy VII war, sondern das »Gewaltvideo« (O-Ton dpa) Final Fantasy Advent Children. Naja.

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