Februar 2007

Geht weg, Wichser

by Gunnar on 28. Februar 2007 · 23 comments

Sehr geehrte Herren, ob Sie nun aus Gründen der Masturbation surfen oder einfach schlicht, uh, anatomisches Interesse haben, das da unten ist einzige Foto von Christina Stürmer, das Sie auf dieser Webseite finden werden.

Wie Sie andeutungsweise sehen, ist die Dame bekleidet und keinesfalls nackt. Wäre sie nackt, hätten Sie auch nichts davon, weil das Bild an den Schultern endet. Sie können Ihre nachgerade verzweifelt wirkende Suche auch gleich aufgeben, denn meines Wissens gibt es keine Nacktbilder von der Frau S. im Internet. Das kann viele Gründe haben, vermutlich hat es die Dame bislang unerklärlicherweise einfach versäumt, sich zu Ihrem Pläsir, geschätzter Google-Suchender, zu entblättern. Schlimm. So.

Und jetzt hauen Sie schon dahin ab, woher Sie gekrochen gekommen sind — Ihre Klicks können mir gestohlen bleiben. Aber falls Sie nochmal hier vorbeistolpern, dann müssen Sie mir vielleicht kurz erklären, wie Sie zu der Annahme kommen, man könne von jeder Frau diese bestimmten Bildchen im Netz finden.

Unbequeme Blödheit

by Gunnar on 27. Februar 2007 · 17 comments

Kreuzdonner, jetzt hat *der* *dafür* auch noch zwei Oscars bekommen. *Der* ist in diesem Zusammenhang der Mann, der eigentlich Kalif anstelle des Kalifen sein müsste: Al Gore. *Dafür* steht für die Ökoschmonzette mit dem preachy title An Inconvenient Truth. Hätte nicht bereits Ali Gs Meisterwerk Borat schon das Genre der Mockumentary* wieder zum Leben erweckt, man hätte dieses Etikett für diesen Film neu erfinden müssen. Da zieht der Al sich am Ethik-Schwachsinn der globalen Klimakatastrophe hoch und sagt im besten Dr. Phil-Tonfall Sachen wie that’s deeply unethical und ist damit die ganze Zeit mondän mit dem Apple-Computer am energischen Herumdenken zu sehen. Eben mal völlig losgelöst von der inhaltlichen Seite ist die beliebte Technik, sich selber den moral high ground zu geben, hier ganz anschaulich nachzulesen. Der Kinobesuch sollte als Fortbildungsmaßnahme für Wanderprediger anerkannt werden. Okay, wieder zurück zum Inhalt des Films: Ziemlich am Anfang behauptet Al Gore, das im Sommer 2003 in Europa 35.000 Menschen an den Folgen der Hitzewelle gestorben sein, lässt dann ein Dia mit Einzelsummen sehen, die zusammen dann 50.000 Tote ergeben, unter anderem 20.000 in Italien, keine in Deutschland, 1400 in Holland und 15.000 in Frankreich. Wann soll sich das denn abgespielt haben? Die Zahlen sind mindestens eine, wahrscheinlich sogar zwei Zehnerpotenzen zu hoch gegriffen – was für eine billige Effekthascherei…..
Das ist so BILD-Niveau, immer was zitieren, was weit weg ist (Wissenschaftler in Amerika et cetera).

Anmerkung von Gunnar: Das mit den Hitzetoten ging hierzulande so durch die Presse, auch mit diesen Zahlen. Siehe hier: Hitzewelle 2003.
Anmerkung von Thomas: Wikipedia ist nicht immer der Weisheit letzter Schluss. Ein gemäßigteres Bild zeichnet man hier.

Alternative Medizin

by Gunnar on 26. Februar 2007 · 16 comments

Manchmal besuchen, in Holland etwas seltener als in Deutschland, leichtgläubige Sozialkundelehrerinnen mit Doppelnamen meine Sprechstunde und fordern mich auf, Position zur Alternativen Medizin zu beziehen. In Holland, noch schlimmer, Alternative Heilmethoden genannt. Dann ist immer Aufpassen geblasen, flackert doch der fanatische Irrsinn einer Pseudoreligion im Auge der Kundin. Die will nämlich gar nicht wissen, was ich davon halte, sondern mir eine Lektion erteilen, eine Lektion im Respektieren anderer auch sehr guter Behandlungs- und Glaubensrichtungen. So weit, so vorhersagbar.
Man fragt sich nur: Alternative — zu was denn ? Es gibt nur eine Medizin, das ist die die heilt oder sieht, wenn das nicht geht. Der große Unterschied zwischen Schulmedizin und Alternativer Medizin ist die Verknüpfung von Ursache und Wirkung. Die wird in der Schulmedizin
nicht einfach so herbeifantasiert, sondern muss mühselig bewiesen werden. Ein Baby das viel heult, das ist so ein Phänomen. Es gibt Leute, die
behaupten, das käme von der Passage durch den Geburtskanal und einem
verschobenen Halswirbel. Der muss dann mit kräftigen Handbewegungen wieder
eingedrückt werden. Natürlich durch einen besonders dafür ausgebildeten
Spezialtherapeuten — Mumpitz!
Der Unterschied bleibt: Ein Arzt ist auf der Suche nach der Wahrheit, auf
der Suche nach der beweisbaren Verknüpfung von Beobachtungen. Bewiesen ist
nur, was überall so funktioniert. Das ist anstrengend und dauert beinahe
ewig. Ein Alternativer Heiler hat diese Suche aufgegeben oder nie damit
begonnen. Das geht ganz schnell.

Anmerkung von Gunnar: Hm. Sehe ich ähnlich, allerdings mit ein paar Einschränkungen — die Schulmedizin (in Figur ihrer heutigen Repräsentanten) sucht verzweifelt nach Effizienz im Kleinen, da sie im Großen nicht mehr machbar ist. Also wird die Anamnese verkürzt, vorschnell auf somatische Ursachen behandelt obwohl die Ursache psychisch ist, vorschnell in die Psycho-Ecke abgeschoben obwohl die Ursache somatisch ist. Immer auf der Suche nach Krankheitsbildern, die sich im ICD-10 abbilden lassen, mit wenig Sinn für Gesamtverfassung, Geschichte und Lebensumstände des Patienten.
Diese partielle Missachtung, entstanden durch Kostendruck oder schlechte Ausbildung oder wasauchimmer reißt die Lücken auf für die Quacksalber, die Eso-Therapeuten, die Leute ohne echte Heilausbildung, deren hauptsächliche Leistung darin besteht, dass sie dem Patienten einfach mal zuhören.

Milder WoW-Rückfall

by Gunnar on 25. Februar 2007 · 14 comments

Jetzt ist es mir doch noch einmal passiert, ein kleiner Rückfall, nur so aus Neugier, wie sich die neuen Völker so spielen. Hat sich natürlich quasi nichts verändert, wenn man neu anfängt, alle Kraft von Blizzard gilt der schwerstabhängigen Bevölkerungsmehrheit über 60. War ja klar. Aber nett ist’s trotzdem, an einer ganz anderen Stelle wieder einzusteigen. Und nach den stinköden ersten fünf Levels kamen einige wirklich hübsche Quests, die mich jetzt bis Level 11 getragen haben.

Gebe mir noch so fünf, sechs Stunden Spielzeit, dann wird’s mich wieder anöden. Dann höre ich wieder auf. Bis zum nächsten neuen Volk. Und widme meine Zeit Solospielen, wie sich das für einen guten Konsumenten gehört.

Briefe in roter Tinte

by Gunnar on 24. Februar 2007 · 8 comments

Ich wüsste nicht, wann ich zuletzt einen Brief bekommen hätte. Einen richtigen Brief, nicht so einen Computerausdruck, den vielleicht oder vielleicht auch nicht ein Mensch unterschrieben hat. Die lieben Tanten, die mich früher zum Geburtstag mit ein paar netten Zeilen und ein paar netten Zehnmarkscheinen versorgt haben, diese Tanten sind nicht mehr. Mich haben derlei Briefe, bei aller Freude, aber auch immer unter Druck gesetzt, weil ja dann rasch eine Antwort geschrieben werden musste. Ich hatte mein Leben lang eine scheußliche Jungshandschrift und beim Briefeschreiben schlimmen Inspirationsmangel. Das endete immer so: Im Kuvert an Tante U. oder E. landete ein einzelnes A5-Blatt, in das ich mit Kugelschreiber und angestrengter Geste acht Zeilen hineingepresst hatte, im Äquivalent zu 25-Punkte-Schrift, damit die Seite schneller voll wird. Und großzügigem Weißraum. Liebe Tante, vielen Dank für blabla, es geht mir blabla, Oma und Opa geht es auch blabla. In der Schule läuft es blabla, das Wetter ist blabla, ich muss jetzt schließen, Dein Neffe Gunnar, Punkt. Man konnte, weil ich immer so fest aufdrückte, den Brief problemlos auch von der Rückseite lesen.
Später kam ich in das Alter, in dem man auch mal Briefe von Mädchen bekommt. Das ist natürlich ganz was anderes als Tantenpost, da habe ich schwärmerisch dem nächsten Brief entgegengefiebert und den Umschlag nicht einfach aufgerissen, sondern das Öffnen zelebriert wie bei einem kostbaren Geschenk. Was macht da eigentlich die heutige Jugend? Schreibt man noch Liebesbriefe oder bleibt es bei der neutralen Unmittelbarkeit von SMS und E-Mail? Oder denke ich zu kurz — und man schickt sich heute sorgsam gestaltete Fototagebücher voller poetischer Aufnahmen oder verträumte Videobotschaften? Meine seinerzeitigen Freundinnen hatten einen Hang zu farbigen Tinten, bunten Aufkleberchen und Minizeichnungen um bestimmte Bemerkungen zu illustrieren. Ich meinerseits habe mir für derlei Gelegenheiten gar mühsam eine halbwegs lesbare Liebesbriefhandschrift antrainiert, um in diesem wichtigen Geschäft nicht schlecht dazustehen. Die Briefe und Karten der Damen habe ich natürlich verwahrt; wie sich meine eigenen Briefe lasen, weiß ich heute nicht mehr. Hatte ich da auch, wie bei der Tantenpost, die Neigung zur Verknappung? Oder habe ich ausschweifend die Hundert Gründe Meiner Liebe beschrieben? Keine Ahnung mehr. Muss mal meine Frau fragen.

Kann das mal aufhören?

by Gunnar on 23. Februar 2007 · 25 comments

Mal wieder ein ärgerlicher
TV-Beitrag voller kleinen Unwahrheiten, großen Lügen und schlichtem Unsinn. Mal wieder “recherchiert” und bezahlt von meinen GEZ-Gebühren. Mal wieder eine bekloppte Rechtfertigung von selbstgerechten Journalisten, denen ihre schlechte Arbeit nicht peinlich zu sein scheint. Ich kann nicht mehr. Chris schon: klick.

Recht in Holland

by Gunnar on 22. Februar 2007 · 7 comments

In Holland gilt das Recht des Schwächeren. Wenn man, als Autofahrer, einen Verkehrsunfall mit einem Fahrradfahrer hat, ist man Schuld. Wenn man sich
seiner Haut wehrt und jemanden dabei tötet, hat man immer Schuld. Letztens ging hier ein Fall durch die Medien, bei dem eine Frau einen Mann, der sie in ihrer eigenen Wohnung vergewaltigte, schwer verletzte und dafür wegen “Notwehrexzess” zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Bei
Zivilprozessen guckt der Richter eher nach dem Umständen (wer ist reicher?)
als nach dem Paragraphen. Wenn man sich nicht krankenversichert und eine
Behandlung nicht bezahlen kann, dann bleibt der Arzt letztendlich auf den
Kosten sitzen. Hat vermutlich auch mit dem Calvinismus zu tun hat.
Das
ist eines der schwierigeren Dinge am Auswandern: Das Rechtsgefühl, das man
in der Heimat erworben hat, zieht nicht mit um.

Are you familiar with the schmoo?

by Gunnar on 21. Februar 2007 · 7 comments

slevin

Doof ist es, Medienjunkie zu sein, aber zu wenig Zeit für Konsum zu haben. Klar, ein bisschen spielen, ein bisschen lesen, die eine oder andere Serienfolge. Aber insgesamt bin ich unter der für meine Körpergröße angemessenen Dosis. War z.B. seit dem sehr hübschen The Prestige nicht mehr im Kino. Schlimm. Naja, Samstag hatte ich einen lockeren Tag und habe, ausgeborgt vom sehr geschätzten Herrn E., den Film Lucky Number Slevin (oder “Lucky # Slevin”) geschaut. Der war hierzulande nicht in den Kinos, komischerweise, obwohl er mit seinem Staraufgebot* doch eigentlich eine sichere Bank sein müsste. Naja, egal.
Kurzfazit: Hübscher, nett geschnitttener Gangster-Streifen. Bisschen Noir, bisschen Dark Comedy. Viele Tote ohne allzu sichtbare Gewalt. Mit ironisch überdrehten Dialogen, ordentlich Witz und Absurdität. Orientiert sich an Filmen wie Die üblichen Verdächtigen, Layer Cake oder Snatch, verhält sich zu Snatch aber wie Cola Zero zu Cola: sieht ähnlich aus, schmeckt aber ein bisschen zu schal und künstlich. Hat nicht die Bosheit und nicht die überraschenden Regieideen, die Snatch oder Lock, Stock and Two Smoking Barrels ausgezeichnet haben. Popcorn-Kino für die urbane Hipsterschaft. Aber hey, gute Unterhaltung, alles in allem.

Service: pixeliger Trailer * käufliche DVD * Fakten, Fakten, Fakten

Archon Order Paradroid

by Gunnar on 20. Februar 2007 · 14 comments

Wie alle Xbox 360-Besitzer habe ich, zu der Zeit als kaum vernünftige Vollpreisspiele erhältlich waren (also eigentlich vom Launch bis jetzt), ständig Arcade-Games gespielt: Time Pilot, Poker, Zuma, Small Arms, Uno (uh!), Bejewelled, all das Zeug. Nettes Zwischendurchfutter, obwohl es irgendwie pervers ist, auf einer HD-fähigen Konsole Spielchen im 80ies-Look zu betreiben.

Was mir aber zu meinem Glück fehlt, sind Umsetzungen meiner alten Heldenspiele: Warum nicht Paradroid neu auflegen, das Spielprinzip ist bekanntlich kugelfest; auch über, kennt das noch wer, Mail Order Monsters* würde ich mich freuen, das passt ja auch gut in die Pokémon-Zeit. Und, bitte an dieser Stelle kurz niederknien, Archon. Archon! Diese berückende Mischung aus 2D-Ballerei und Pseudoschach war so um 1984/1985 mein absolutes Lieblingsspiel. Dafür würde ich, sagen wir, 800 Microsoft-Punkte hinblätternklicken. Ohne mit der Wimper zu zucken. Eine DS- (oder notfalls Flash-)Umsetzung täte ich auch nehmen. Hätte überhaupt vor Jahren, ehe das mit Live Arcade, Virtual Console und dem ganzen Handy-Schmodder los ging, die Rechte für die alten Marken kaufen sollen, hätte da sicher ein paar Euro mit verdienen können. Wieder nichts mit der ersten Million, dabei sagen alle Experten, dass man die bis 40 verdient haben sollte. Mist.

Für Retro-Klingelton-Junkies: ein Midi-Sample des Startsounds von Archon.

Für die Nachgeborenen zum Nachlesen: Mail Order Monsters Paradroid Archon

Deadwood

by Gunnar on 19. Februar 2007 · 8 comments

…schenkte mir meine Frau in zwei Etappen. Letztens sah ich zu meinem großen Erstaunen drei Folgen, in denen Al Swearengen durch die Folgen mehrerer Blasensteine* einen Schlaganfall erleidet. Lobenswert: die medizinischen Sachverhalte sind vollkommen richtig und im korrekten historischen Kontext präsentiert, das ist in Serien allgemein ein seltenes Phänomen.

Ich glaube nicht, dass mein Fach Urologie jemals mehr Aufmerksamheit im Medium Film gekriegt hat als hier.

Mario und die Menschenjagd

Februar 18, 2007

Ich weiß, ich weiß, das ist schon alt. Aber ich hatte es bisher übersehen (danke an Vier Fäuste für den Hinweis). Mal abgesehen davon, dass die Welt ohne eine Fortsetzung dieses widerlichen Spiels besser dran wäre — Manhunt 2 für den Wii? Bitte? Ein Schlachtfest mit Wii-Mote? Kann ich dann den Schnitt durch die Kehle […]

Read the full article →

Das ideale Spiel für mich?

Februar 18, 2007

Gesehen/geklaut beim großartigen, anbetungswürdigen Ron Gilbert. Gesehen/geklaut beim großartigen, anbetungswürdigen Ron Gilbert.

Read the full article →