Die Spiele-Killer (again)

by Gunnar on 13. Februar 2007 · 21 comments

Spiele, in denen deutlich visualisierte Gewaltanwendung
mit ‘Leben sammeln’ oder Erreichen eines weiteren Levels belohnt wird, oder
in denen Mord- oder Metzelszenen detailliert dargestellt werden, kommen auf
den Index

…sagt Frau von der Leyen. World of WarCraft also? Und was sind gewaltbeherrschte Spiele eigentlich? Schon wieder ein neuer Begriff, schon wieder keine Definition.

Extrem gewaltbeherrschte Trägermedien (z. B. Computerspiele, Videos, DVD) sind in Zukunft per Gesetz automatisch für Kinder und Jugendliche verboten. Sie müssen nicht erst Prüfverfahren durch die Bundesprüfstelle für
jugendgefährdende Medien durchlaufen. Diese Medien sind dann mit einem weit
reichenden Abgabe- und Werbeverbot belegt und dürfen nur in gesonderten
Geschäften und an Erwachsene verkauft werden. Die Schwelle, ab der das
automatische Verbot greift, wird gesenkt. Es reicht in Zukunft schon, wenn
das ganze Spiel von Gewalt beherrscht wird, auch ohne das Gewalt
verherrlicht wird (§ 15 Abs. 2 JuSchG).

Verräterisch: Erst ist von Medien die Rede, dann wechselt es ohne Erklärung auf das Spiel. Klar, was hier eigentlich gemeint ist. Der neue James Bond offenbar nicht, auch wenn er zehnmal brutaler ist als die meisten Ego-Shooter. Naja, schau’n mer mal — die Erfahrung lehrt, dass derlei »Sofortprogramme« nicht repräsentativ für die spätere Gesetzgebung sind. Und der Mit-Absender NRW (in Person von Familienminister Armin Laschet) lässt auf eine einigermaßen sensible Ausgestaltung hoffen, der Laschet ist nicht nur einigermaßen bullshit-frei, sondern hat auch die Interessen seines eigenen Landes zu wahren, wo immerhin drei große Publisher (EA, Ubi, THQ) und auch ein paar bedeutendere Entwickler (Ascaron, Piranha Bytes) sitzen.

Quelle: bmfsfj

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