Maulwurfshaut

by Niklas on 4. Februar 2007 · 4 comments

Thomas sagt: Die Firma Moleskine stellt Angeberzeugs her: süchtig machende Notizbücher, viel zu teuer, hoffnungslos anal(og). Aber hey, bei eBay den Rotring Newton Schwarz 600 Füller gekauft, bei Faber-Kastell ein Falzbein erworben, dazu Tinte “Havanna” von Waterman, und los geht’s mit dem ganz ganz ganz mondänen Leben. Oh, was bin ich doch ein Opfer des ganzen
mit-dem-Kaffee-Sonntags-wichtige-Gedanken-aufschreiben-Syndroms…

Anmerkung von Gunnar: Ich habe ja auch so’n Ding. Nicht von Moleskine, sondern München-authentisch von Bindewerk. Auch zu teuer, natürlich. Hatte aber damit den einen oder anderen großen Erfolg: Für ein Interview setzte ich mich zu Peter Molyneux an den Tisch, packte mit großer Geste iPod (mit Mikro) und Notizbuch aus und… das Interview konnte erst zehn Minuten später losgehen, weil Peter erstmal mein Büchlein bewundern musste, mir seines zeigte (auch Moleskine, glaube ich) und mich generell in ein Notizbuchgespräch verwickelte. Kann das Umhertragen von derlei Utensilien also nur empfehlen. Allerdings geht der eigentliche Nutzen gegen Null: Ich vergesse, die Sachen zu übertragen oder Nachzulesen, ich kann Wochen später meine Schrift kaum mehr entziffern, ach. Der Kollege Lenhardt tippt bei solchen Gelegenheit immer alles in den Laptop, sehr effizient, aber irgendwie sieht man scheiße aus, wenn man immer den PC auf den Knien balanciert, während man ein Gespräch führt.

Und Niklas meint: small world! heute ist meine mutter zu besuch. und was schenkt sie mir? 3 schmale moleskine-notizheftchen. da stand auch irgendwas drauf, wie man die in mein filo hineinbekommt. ich war begeistert und habe eins gleich zuhause neben meinen rechner gepackt (notizen zu wow?), das zweite nehme ich mit zur arbeit.

wobei hier die frage erlaubt sein muss, wie hip thomas ist, dass sich seine coolness-kategorie mit der meiner mutter deckt ;)

ich hab ja schon pdas, notebooks und sonstigen schnickes ausprobiert — mitschreiben ist immer noch das tollste. natürlich kann ich meine schrift genauso wenig lesen wie gunnar und selbstverständlich übertrage ich nie etwas von meinem filo (oder für die nächsten wochen kleinen moleskineheftchen) in irgendein anderes medium. aber hey, es sieht wirklich bekloppt aus, wenn leute mittippen, an ‘nem touchscreen rumfuhrwerken oder “diane!” in ihr diktiergerät brüllen.

einfach verständnisvoll nicken oder aufrichtig beeindruckt schau’n. anschließend das vom gesprächspartner geäußerte kryptisch notieren und der fühlt sich so dermaßen verstanden :)

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