Unbequeme Blödheit

by Gunnar on 27. Februar 2007 · 17 comments

Kreuzdonner, jetzt hat *der* *dafür* auch noch zwei Oscars bekommen. *Der* ist in diesem Zusammenhang der Mann, der eigentlich Kalif anstelle des Kalifen sein müsste: Al Gore. *Dafür* steht für die Ökoschmonzette mit dem preachy title An Inconvenient Truth. Hätte nicht bereits Ali Gs Meisterwerk Borat schon das Genre der Mockumentary* wieder zum Leben erweckt, man hätte dieses Etikett für diesen Film neu erfinden müssen. Da zieht der Al sich am Ethik-Schwachsinn der globalen Klimakatastrophe hoch und sagt im besten Dr. Phil-Tonfall Sachen wie that’s deeply unethical und ist damit die ganze Zeit mondän mit dem Apple-Computer am energischen Herumdenken zu sehen. Eben mal völlig losgelöst von der inhaltlichen Seite ist die beliebte Technik, sich selber den moral high ground zu geben, hier ganz anschaulich nachzulesen. Der Kinobesuch sollte als Fortbildungsmaßnahme für Wanderprediger anerkannt werden. Okay, wieder zurück zum Inhalt des Films: Ziemlich am Anfang behauptet Al Gore, das im Sommer 2003 in Europa 35.000 Menschen an den Folgen der Hitzewelle gestorben sein, lässt dann ein Dia mit Einzelsummen sehen, die zusammen dann 50.000 Tote ergeben, unter anderem 20.000 in Italien, keine in Deutschland, 1400 in Holland und 15.000 in Frankreich. Wann soll sich das denn abgespielt haben? Die Zahlen sind mindestens eine, wahrscheinlich sogar zwei Zehnerpotenzen zu hoch gegriffen – was für eine billige Effekthascherei…..
Das ist so BILD-Niveau, immer was zitieren, was weit weg ist (Wissenschaftler in Amerika et cetera).

Anmerkung von Gunnar: Das mit den Hitzetoten ging hierzulande so durch die Presse, auch mit diesen Zahlen. Siehe hier: Hitzewelle 2003.
Anmerkung von Thomas: Wikipedia ist nicht immer der Weisheit letzter Schluss. Ein gemäßigteres Bild zeichnet man hier.

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