März 2007

0 von 5 Punkten

by Gunnar on 30. März 2007 · 9 comments

5 Dinge, die man an einem sonnigen freien Tag tun könnte

  • Auf’s Land fahren
  • Joggen gehen
  • Aufräumen / Putzen
  • liegen gebliebene Arbeit nachholen
  • Einkaufen

5 Dinge, die ich an einem sonnigen freien Tag getan habe

  • ein paar Partien PES 6 über Xbox Live verloren
  • drei Quests nahe der Dunkelküste erledigt
  • Band 11 von Lucifer gelesen
  • ziellos ‘rumgesurft
  • einen Blogeintrag verfasst

Eine Frage des Wertungssystems

by Gunnar on 29. März 2007 · 15 comments

Wenn man im Stau steht oder eigentlich nicht im Stau, sondern in dem Schritttempo-Ringelpiez aus Autos, den der Mittlere Ring am frühen Abend bildet, dann hat man erstaunlich viel Zeit für dumme Gedanken. Ich schaue dabei gerne in den Wagen nebenan und versuche mich im Bilden von 5-Sekunden-Vorurteilen, seit jeher eines meiner liebsten Hobbys. Blick 1 (Sondierung): hübsche blonde junge Dame mit lässiger Schlägermütze. Blick 2 (Vertiefung): Hey, die trinkt Red Bull aus der Dose. Blick 3 (ganzheitlich): Das ist doch ein Cooper S, den die fährt. Insgesamt also ein stimmiges Bild, vielleicht einen Tick zu sehr Klischee, aber mit einem österreichischen Nummernschild darf man das. Und auf der Skala für pseudo-urbanes Hipstertum sieht es nicht übel aus: blond & Mütze (+2), Red Bull (+1), Mini (+2) in der Cooper S-Version (+3), weiblich (+2), unterwegs in München-Ost (-1), alles in allem sind das solide 9 Punkte.

Überhaupt, wo wir gerade dabei sind, man gibt Menschen und Dingen viel zu selten Noten, dabei erleichtert das so das drüber reden, vor allem (oder eigentlich ausschließlich) unter Männern. Wenn man mit Hey, die Lady da hinten hat aber einen gefälligen Körperbau ins Gespräch einsteigt, ist das nicht halb so griffig wie Die da? Ich würde mal sagen, das sind 6/8/8 auf der GBA-Skala. GBA steht dabei für, ach, wofür schon, allzu Offensichtliches soll man gar nicht erst hinschreiben. Das gibt bloß böses Blut bei mitlesenden Frauen. Frauen sind ja eher so ganzheitlich orientiert, die stehen nicht auf derlei Zuspitzungen, hört man.

Also gehen wir zu einem weniger verfänglichen, weil männlichen, Benotungsbeispiel über: zu Kalle. Kalle trägt Glatze, Russenschnauzer, schwarze Lederjacke, Sick of it all-T-Shirt, dazu breite Schultern, große Hände, laute Stimme – you get the picture. Mit Kalle war ich neulich beruflich in Boston, ein Kollege tat zufällig eine Szenekneipe um die Ecke auf, wir tranken ein paar Bier. Am nächsten Tag gingen wir getrennter Wege, trafen uns aber am späten Abend zufällig in besagter Kneipe wieder. Jetzt zur Sache — Kalle, bewertet nach den knallharten Maßstäben der Punk Credibility: Er war betrunken (+3), kannte plötzlich jeden im Laden (+2) inklusive des Barkeepers (+3), trug das weiter oben beschriebene Outfit (+3) und den dazu passenden Körperbau (+2). Dann erwähnte er noch was von einem Kumpel, der Roadie (+1) bei den Drop Kick Murphy’s sei (+3) und uns heute noch auf ein Punkkonzert mitnehmen würde (+3). Ich fragte nach dem Namen der Band, die Antwort: Green Gang. Ich wieder: Gang Green? DIE Gang Green? Er: (blinzelt Unverständnis). AHA! ERWISCHT! AUF PUNK MACHEN, ABER GANG GREEN, DIE, UH, HEUTE ZU RECHT VERGESSENEN PUNK-IKONEN DER 80ER, NICHT DRAUF HABEN. MINUS 10. So. Das war’s mit der Punk Credibility. Tschüss, Kalle.

Aber genug vom Punk, der Stau löst sich, die Cooper-Dame ist fort, ich lenke meinen Firmen-1er (-2) am Stahlgrubercenter (-1) vorbei in die Tiefgarage meiner Eigentumswohnung (-3). Steige aus, grüße die kratzige Nachbarin (-1), nehme aus Faulheit rasch den Aufzug statt der Treppe (-1) und setze mich, kaum in der Wohnung angelangt, an meinen Vista-PC (-1), um, nun ja, zu bloggen (-5).

Ach. Hoffnungslos.

  • Stretchhosen (Punk?)
  • weiße Tennissocken (Idiot?)
  • Nappa-Lederjacken (Billig-Popper?)
  • Batik-T-Shirts (Hippie?)
  • Lederschnürhosen (Hippie?)

Nicht alles gleichzeitig, wenigstens das möchte ich hinzufügen, um noch einen Rest Würde zu bewahren. Und nein, ich habe keine Fotos. Jedenfalls keine, die ich gerne ‘rumzeigen würde. (Inspiriert von 5ives)

Von dieser Methode ist abzuraten

by Gunnar on 28. März 2007 · 4 comments

Obwohl mir das Leben in seiner unnachahmlichen Art schon vor längerer Zeit die universelle Lektion »Löse Deine Probleme selber« beigebracht hat, ertappe ich mich in letzter Zeit hin und wieder dabei, über ein bestimmtes Problem ständig zu reden. Offenbar in der Hoffnung, dass einer der Gesprächspartner mit der allumfassenden Antwort um die Ecke kommt. Kommt aber keiner, weil es, natürlich, ein Problem ist, das ich nur selber lösen kann. Weiß ich ja auch. Ach.

t-mobile angreifen!

by Gunnar on 27. März 2007 · 20 comments

es ist mal wieder an der zeit für eine kurze brandrede wider die bösen
konzerne dieser welt.

in ermangelung von variablen kosten haben die mobilfunkanbieter zwar
spät, dafür aber sehr allumfassend begriffen, dass jedes zustande gekommene
gespräch zählt.

seitdem beballert einen der devote sms-service mit infos von jedem
verpassten gesprächsfetzen, meldet der penetrante schwarze-peter-ticker
wann immer ein potenzieller gesprächspartner sein mobilteil wieder
angestellt hat oder vom klo runter ist. bald kommen bereits sicher beim
einschalten des geräts bestätigungen, dass noch alle im adressbuch
gespeicherten personen am leben seien und ein anruf sich ja immer lohne…

nicht mal mehr der gute alte trick, keine mobilbox zu betreiben, greift
mehr (…du hast doch gesehen, dass ich angerufen habe, das system hat
mich extra gefragt, ob es dich per sms benachrichten soll…
).

aber heute ist es soweit gewesen, heute habe ich dem
callcenter-angestellten mit kündigung gedroht…
unfassbarerweise ruft seit vier tagen mein telefon bei besetztem empfänger ohne mein zutun noch einmal an und tut scheinheilig so, als ob der
empfänger mich zurückrufen würde (nummer im display). man stelle sich
nur vor — ich rufe bei jemandem an, er drückt mich weg und das telefon
macht heiter weiter. das schlägt doch dem fass den boden aus.

und wie immer muss man selbst bei diesen hirntoten vollpfosten anrufen,
um die “neuen funktionen” zu deaktivieren und bleibt zurück mit der
immer gleichen, aber doch bitteren erkenntnis: schreien bringt nichts, es
sind nur callcenterangestellte; kündigen bringt nichts, die sind eh alle
gleich.

[Achtung Gastautor: Niklas ist ein Freund von Gunnar und nutzt unregelmäßig dieses Forum, um die Welt zu beschimpfen. Gunnar ist oft, aber nicht immer Niklas’ Meinung.]

Das verschlossene Fenster

by Gunnar on 26. März 2007 · 12 comments

Neue Dimensionen des technischen Versagens tun sich auf: Heute ist mir ein Ordner bei Windows Vista abgestürzt. Ein einfacher Ordner, quasi ein Fenster! Fenster sind doch sozusagen die Kernkompetenz von Windows. Hat einfach nicht mehr reagiert. Musste es per Taskmanager abwürgen, was immer so ein unangenehmes Gefühl gibt, beinahe so als würde ich kleine Katzen ertränken. Wie kann denn ein Ordner abstürzen? Das hat mein Vertrauen in kommerzielle Betriebssysteme nachhaltig erschüttert. Also wirklich.

Konsumverzicht II: Zigaretten in Berlin

by Gunnar on 25. März 2007 · 15 comments

Heute ist Sonntag, der 25.3, Tag 2 nach dem Launch. Und ich habe keine PS3. Ich übe gerade ein bisschen Konsumverzicht, bin zumindest temporär bekehrt durch dieses Buch, dieses verdammte. Ich habe daher überhaupt einiges nicht, was ich haben könnte – dabei waren meine Kreditkarte und ich in Berlin, im billigen Berlin, wo die hippen Klamottenläden sich quasi mit authentischen Comicläden abwechseln. Bücher, Jeans, Turnschuhe, Gadgets, alles da. Habe aber nichts gekauft, was auch am Wetter lag. Schnee macht kreativ, Sonne macht glücklich, Schneeregen macht depressiv. Falls man meine Kreditkarte überhaupt akzeptiert hätte, meiner subjektiven Einschätzung nach geht das Zahlen per Karte in München IMMER und in Berlin NIE.

Rückständige, renitente Stadt, das.

Mein Ziel in Berlin war eine Preisverleihung, jedenfalls ein rauschendes Fest mit lauter gut gekleideten Journalisten von Publikumspresse und TV, gesponsert und organisiert von der uns liebenden und umsorgenden Zigarettenindustrie. Am Eingang ein Trupp Bouncer, ein roter Teppich und ein Häuflein Demonstranten, etwa sechs oder sieben, mit selbstgemalten Schildern. Als ich eintreffe, ruft man mir die Frage zu, ob ich auch einer dieser von der Zigarettenindustrie gekauften Journalisten sei. Mir fällt als halbwegs schlagfertige Antwort nur Und sind Sie nicht einer dieser von der AOK gekauften Demonstranten?, aber was soll’s, ich halte lieber die Klappe. Zugegebenermaßen werde ich einige Minuten später ein Bier trinken, das aus dem Marketingetat einer Firma bezahlt wurde, die ein umstrittenes und bekanntermaßen gesundheitsschädliches Gut anbietet. Nun ja, mein Gewissen könnte schlimmer belastet sein. Drinnen sind die paar Schlachtenbummler dann auch kein Thema, die Großkopferten der deutschen Journaille berauschten sich am Wein und an sich selber. Den Preis, um den es geht, eine Auszeichnung für unabhängigen und mutigen Journalismus, bekommt übrigens Georg Blume für seine in der Tat großartigen China-Reportagen. Gottseidank. Und ich hatte schon gefürchtet, man würde Henryk M. Broder noch einen Award hinterherwerfen.

Konsumverzicht I: Die Frau und das Heft

by Gunnar on 24. März 2007 · 16 comments

Mein Supermarkt in München ist ein Tengelmann und somit wie jeder andere Supermarkt auch: Voller bizarrer Sachen, die zu kaufen ich nie in Erwägung ziehe. Ich gehe durch die Gänge der Dinge, rechts und links designtes Essen, Fabrikfutter. Mir unerklärlich, wer das ganze Tiefkühlzeug, die ganze Fertignahrung, das ganze Convenience Food eigentlich kauft. All die Curry Kings, Tütensuppen, Eintopfdosen, Fertigpizzen et cetera. Allesfalls auf 20 Prozent seiner Fläche bietet der Supermarkt Waren an, die ich brauchen kann. Egal, weil Einkaufen langweilt, gucke ich den anderen Leuten in die Einkaufswägen und versuche, mir anhand des Inhalts ein Bild zu machen. Man kann direkt spüren, wie das eigene Gehirn die Vorurteile durchrattert: frische Oliven — anspruchsvoller Feinschmecker; viel abgepackte Wurst — nachlässiger Standardkäufer; Bio-Weingummi — Öko-Nazi; Wein im Tetra Pak — Unterschicht. Und so weiter. Stufe 2 ist es, die Vorurteile mit den Vorteilen über die schiebenden Menschen in Einklang zu bringen. Gruselig war das heute bei der Frau vor mir an der Kasse, wo Gekauftes, Getragenes und Gesicht zielsicher auf, nun ja, bildungsferne Schicht deuteten. Besagte Frau plante folgerichtig den Erwerb einer dieser volksverdummenden Frauenzeitschriften, Das neue Blatt oder sowas, voll mit dem Faktischen fernen Geschichtchen über die Probleme der Prominenten. Eskapismus. Schlimm. Ich verurteile sowohl das Lesen als auch das Verlegen dieser Hefte. Egal, die Frau jedenfalls nahm das Blatt wieder vom Band, als sie sah, dass ihr abgezähltes Geld nicht reichen würde. Ogott, zu wenig Geld für ein billiges 1.20-Heftchen. Konsumverzicht im Werte von 1.20, und das, wo ich mir eher Gedanken mache, ob die PS3, ein derzeit noch weitgehend nutzloses 600-Euro-Gadget, nicht einen Tick zu teuer wäre. Meine Sorgen möchte man haben. Ich kaufe der fremden Frau dann die Zeitschrift, auf hoffentlich nicht allzu beschämende Weise, Haben Sie zu wenig Geld DABEI? Legen Sie das Heft bei mir mit drauf, aber ob ich ihr damit einen Gefallen tue, weiß ich auch nicht und kann es auch nicht von ihrem Gesicht ablesen.

(Ich war in) Boston, Massachusetts

by Gunnar on 23. März 2007 · 6 comments

Es ist ja alles so anders hier

by Niklas on 22. März 2007 · 37 comments

Hochverehrtes Publikum, wir freuen uns, Sie bei Kaliban 4.0 willkommen heißen zu dürfen. Diesmal gibt’s relativ viele Änderungen. Die augenfälligste ist das Design, das jetzt auf einen richtigen Kopf samt Quernavigation setzt — die Zufallsbildchen über jeder Rubrik hatten wir satt, die sind weg. Außerdem:

Dazu:
1. video.log ist ein neuer Navigationspunkt. Das Log entspricht der Hauptseite, allerdings posten wir da nur Videos, keine Textlein oder Bilder. Keine eigenen, jedenfalls nicht kurz- bis mittelfristig, sondern so Youtube-Zeugs und derlei.
2. Letzte Kommentare gibt einen Überblick, nunja, eben die letzten Kommentare.
3. Werbung gab es hier auch schon vorher, aber es ist ja eigentlich keine richtige Werbung, sondern liebevoll ausgewählte Produktempfehlungen in gefälliger Form. Werden übrigens beim Reload aus einem Pool zufällig neu ausgewählt. Ab jetzt sind diese Empfehlungen jeweils unter dem obersten Blogeintrag zu sehen.

Weg:
1. krams.txt, die Sammelseite für Text-Artefakte, ist kein offzieller Teil von kaliban.org mehr. Hat eh niemand draufgeklickt.
2. sagt.was, das “Gästebuch”, war zu verspammt und ist fort. Das habt ihr davon.
3. Der News-Pulldown ist weg — vermisst den wer? Nö. Seht ihr? Also.

Und, nicht sehr auffällig, aber besonders für Herrn Kaliban genauso wichtig wie der Rest, die Linklisten unter Geht.weg sind endlich-endlich-endlich aktualisiert und überarbeitet. Da lohnt sich ein Blick. Bitte verstorbene Verbindungen melden.

Kleinigkeit am Rande: In den Kommentaren gibt es immer noch kein HTML, aber URLs werden automatisch zu Links. Und wo wir gerade bei den Kommentaren sind: Wer einen Gravatar-Account hat und seine korrekte E-Mail-Adresse angibt, bekommt seinen Gravatar neben seiner Bemerkung angezeigt. Der RSS-Feed ist immer noch da, der Button steht oben rechts, neben den Skins. Von denen es zwei gibt, diesen und, uh, den anderen. Also dann, soviel zur Lage der Nation Kalibania, viel Spaß beim Lesen und Klicken. Gejubel und Geflame bitte in die Kommentare.

Nazi-Devotionalien oder Aussteigen, einfach aussteigen

März 20, 2007

“Aussteigen, Endstation” sagt der schnarrende Lautsprecher, als die S-Bahn aus irgendwelchen Bahnplan-Gründen eine Station vor meinem Ziel hält. Obwohl ich in der richtigen Linie sitze. Ich schwanke kurz zwischen Heulanfall und Amoklauf, entscheide mich dann aber für’s Aussteigen. Erstaunlich, wie feindselig der Ostbahnhof wirkt, wenn man da nicht hin wollte. Irgendwo einsteigen wäre jetzt gut, […]

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generation 3.0

März 19, 2007

scherzhaft beging ich meinen 30ten geburtstag vor einigen jahren unter dem motto niklas 3.0 (ich verwies auf die vielen fortschritte unterschiedlicher programmaspekte wie selbstständigkeit, körpergewicht et cetera). letztes wochenende musste ich schmerzlich feststellen, dass ich offensichtlich:a) nicht abwärtskompatibel bin und b) web 2.0 doch wahr und nicht nur hype ist. mein kleiner bruder (auch schon […]

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