Das ist alles nur in meinem Kopf

by Gunnar on 21. April 2007 · 7 comments

Kopfschmerzen, ach Kopfschmerzen, scheinen ja irgendwie individuell zu sein. Die Liebe meines Lebens nennt ihre Variante Halskopfschmerzen, offenbar weil sie irgendwie vom Nacken her ausstrahlen. Das ist mir als Gefühl unbekannt, mein Nacken ist völlig in Ordnung.

Neulich, bei Starbucks am Nebentisch, berichtete etwas arg aufgedonnerte Frau mittleren Alters, aber offenbar ausgestattet mit lobenswertem Stilgefühl bei der Klamottenwahl, ihrer ähnlich angezogenen, aber deutlich blasseren Freundin über ihre Schmerzen in den Schläfen. Dabei machte sie so Mr. Spock-artige Bewegungen, indem sie Zeige- und Mittelfinger beider Hände an beide Schläfen legte und zu reiben begann. Sah aus, als würde sie versuchen, ihre telekinetischen Kräfte einzusetzen, um, sagen wir, den Porscheschlüssel des Armanitürken zwei Tische weiter dazu zu bringen, in die eigene Jackentasche zu schweben. Klingt spannend, ein schöner erwachsener Kopfschmerz, aber auch diese Variante, wir nennen sie mal den Schläfenschmerz, kommt bei mir nicht vor.

Ich, ich habe ganz spezielle Kopfschmerzen. Ich bekomme sie immer morgens, und es fühlt sich an, als gäbe es in meinem Kopf, so von Schädelwand zu Schädelwand, eine biegsame horizontale Platte, die nicht erschüttert werden darf, etwa durch Kopfschräghalten, weil sie sonst zornige rote Wellen des Wehtuns durch mein Hirn sendet. Vermutlich sitzt irgendwo im Schwarzwald oder im Riesengebirge ein verwachsener Gnom mit wirrem Haar und knorrigen Fingern, der mit einem stumpfen rostigen Nagel alle paar Wochen mal einen Tag lang auf eine Puppe oder ein Foto oder eine Zeichnung von mir einsticht. Vielleicht beauftragt von einem meiner Feinde. Vielleicht aber auch nur so, zum Spaß.

Mit knorrigen Gnomen ist ja nicht zu spaßen.

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huGn April 21, 2007 um 12:53

Mir gefällt das Wort Armanitürke

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Arne April 21, 2007 um 13:13

Wird die biegsame Platte denn jetzt erschüttert (oder durch den Gnom voodooistisch angestochen)?
Meine Kopfschmerzen pochen immer hinter der Stirn, vorzugsweise links. Das erklärt vermutlich warum ich in Logik so mies bin… :)

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Timo April 21, 2007 um 13:49

Bei mir stellen sich Kopfschmerzen eher wie eine Gaußsche Normalverteilung dar. Allerdings nicht immer. Gelegendlich auch gerne mal Schmerzklumpen die mit Pulsgeschwindigkeit von vorne nach hinten durchwandern, als hätte man “zwei Stöcker im Kopf stecken”…

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zippo April 21, 2007 um 15:02

bei mir ist das wie extra scharfer döner. als ob der schädel mit dieser superscharfen “soße” von innen regelrecht verkleidet worden wäre.

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McKenna April 21, 2007 um 15:44

Gegen all die Individualkopfschmerzen hier nimmt sich ja meine Migräne als geradezu gewöhnlich aus.

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Gunnar April 21, 2007 um 15:47

ach, die migräne gibt’s ja auch in diversen geschmacksrichtungen.

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Benni April 24, 2007 um 01:48

Das Bild des stichwütigen Gnoms im Riesengebirge hat mir sehr gut gefallen. Sehr, sehr gut sogar.

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