Failure by Design

by Gunnar on 19. April 2007 · 4 comments

Weil ich neulich, nach langer Zeit mal wieder, über den Begriff Hanlon’s Razor stolperte, fühle ich mich bemüßigt, zu einem kurzen, allgemeinbildenden Vortrag auszuholen. Hanlon’s Razor lautet…

Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity.

…und war ewige Zeit recht beliebt als Signatur in Foren und davor in Usenet-Diskussionen. Hanlon ist irgendein Typ, der diesen hübschen Spruch für ein Buch von Arthur Bloch eingeschickt hat, das sich mit Murphy’s Law beschäftigte. Der Gedanke ist logisch, aber schon ziemlich alt. Bereits der Scifi-Autor Heinlein hatte in Logic of Empire eine ähnliche Ansicht zu bieten:

You have attributed conditions to villainy that simply result from stupidity.

Okay, aber die Ursache des Wunsches, derlei Gesetze zu formulieren, geht natürlich auf das eben erwähnte Gesetz des Herrn Murphy zurück. Das übrigens nicht, wie gerne behauptet Alles, was schief gehen kann, geht schief lautet. Das ist vielmehr die moderne Variante, die man auch Finagle’s Law of Dynamic Negatives nennt. Murphys Gesetz geht so:

If there are two or more ways to do something, and one of those ways can result in a catastrophe, then someone will do it.

und bezog sich auf einen Vorfall bei einem Experiment der US-Luftwaffe 1949, bei dem jemand 16 Schwingungssensoren genau auf die falsche von zwei Arten angebracht hatte. Murphy wollte darauf hinaus, dass man Dinge so gestalten soll, dass solche Fehler unmöglich sind. Diese Forderung wird auch heutzutage im Produkt-Design nicht immer erfüllt. Andere Quellen sagen, dass Murphy weniger eloquent einfach
If there is any way to do it wrong, he’ll find it. über einen Techniker geschimpft haben soll. Das wurde dann bekannt, weil ein Arzt der Airforce es auf einer Pressekonferenz zitierte. Der Arzt hieß John Paul Stapp, der daraus Stapp’s Ironical Paradox entwickelte, das normalerweise so wiedergegeben wird:

The universal aptitude for ineptitude makes any human accomplishment an incredible miracle

Nachtrag: Eine weitere hübsche Variante (es gibt Hunderte für alle möglichen Felder) ist das Law of Infernal Dynamics, das in der Science Fiction gerne zitiert (und zuweilen David Gerrold zugeschrieben) wird:

1. An object in motion will be moving in the wrong direction

2. An object at rest will be in the wrong place

3. The energy required to move an object in the correct direction, or put it in the right place, will be more than you wish to expend but not so much as to make the task impossible

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