Nicht noch mehr Web 2.0, bitte

by Gunnar on 29. April 2007 · 20 comments

Das ist irgendwie kein Wetter, um zu schreiben. Überhaupt kein Wetter, um irgendwas mit Hirn zu tun. Ich schiebe ein paar Aufgaben vor mir her, beschäftige mich stattdessen mit mechanischem Herumgebastel an kaliban.org und Umhergesurfe.
Ich eröffne Accounts bei schon was älteren WebZweiNull-Seiten, die ich seit langem mal ausprobieren wollte, um expertig mitreden zu können (Habbo, Plazes), einfach nur, um mich vom Arbeiten abzulenken.

Stelle dabei übrigens fest, dass meine Bereitschaft, mich in Communitys zu organisieren, derzeit nur noch so ander unteren Grenze von geht so ist. Wie viele verschiedene “Ichs” in Online-Gemeinschaften kann man eigentlich aktiv betreuen, kann man aktiv nutzen, kann man mit eigenen Ideen und Input füttern? Eine? Zwei? Zehn? Ich hätte Lust, mich auf Wikipedia mehr zu verwirklichen, hätte Lust, neben Kalibantm noch ein, zwei monothematische Blogs zu machen. Hätte Lust, eine oder zwei meiner derzeit brach liegenden Ideen für Web-Projekte* auszuprobieren. Aber solange ich noch nicht durch das plötzliche Eintreffen eines Lottogewinns oder die spontane Vertausendfachung der Amazon-Affiliate-Einnahmen so reich geworden bin, dass ich meinen Tagesjob* an den Nagel hängen kann, solange wird das wohl nichts mit dem Vollzeitleben im Internet.

Ohnehin würde ich gerne wissen, wie viele Leute eigentlich wirklich das ganze WebZweiNull-Zeug intensiv nutzen. Eine spontane Umfrage im Bekanntenkreis ergab, dass nur 20 Prozent der anwesenden Coolen Leutetm irgendwas halbwegs Konkretes mit dem Begriff Web 2.0 anfangen können, geschweige denn die entsprechenden W E B S E I T E N überhaupt kennen (Kurze Unterbrechung: Muss mal schnell für meinen Freund, den Google-Bot, das mögliche Buzzword Web 3.0, wiederhole Web 3.0, Web Drei Null, einfügen, wer weiß, wofür es gut ist…) — wer also sind die Leute, die all diese Sites mit Leben füllen (sollen)? Haben die Kiddies da draußen so viel Muße? Oder ist die Zeit nahe, in der wir uns über unsere Community-Zugehörigkeiten definieren, mit Angaben auf der Visitenkarte, wo man dazu gehört, von Xing über das GSPB zu den Lokalisten zu last.fm zu Flickr bis zum Arsenal? Da kommt was zusammen. Schöner wäre eine Meta-Community, eine Webseite, die all meine Reputation aus diversen Einzelsystemen zusammenträgt und bündelt zu einem Social Megascoretm. Ich brauche schließlich schon jetzt eine eigene Datenbank, um die ganzen Chars und Usernamen und Avatare und Nicks zu verwalten. Und habe noch gar nicht einmal angefangen, mich absurderen Projekten wie Qype oder Mr. Wong oder IRC Galerie oder JoinR zu widmen. Werde ich wohl auch nicht. Da mache ich eher eine Art Community-Empfehlungs-Übersichts-Seite auf. Mit massenhaft User-Participation und starker Community-Ausrichtung und vielen Web 2.0-Features. Und werde reich, wegen des derzeit reichhaltig vorhandenen Wagniskapitals.

Aber dafür habe ich natürlich keine rechte Zeit, weil ich ja schon in 86 Communitys Mitglied bin. Und es außerdem, ich schließe hier jetzt mal den Bogen, viel zu sonnig ist, um was Sinnhaftes zu tun.

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