Sex jenseits der 30

by Gunnar on 3. April 2007 · 13 comments

Ich bin ja seit vielen Jahren glücklich verbandelt, also aus dem Geschäft, was Balzrituale und Flirts und Liebschaften und all das angeht. Meine ganze Erfahrung im freien Tändeln und Anbahnen habe ich gesammelt, als ich Anfang 20 war, eine eher krude Sache, da man sich in diesem Alter zumeist ja noch nicht so insgesamt klar darüber ist, was man so will im Leben. Und in der Liebe.

Was ich mich immer mal wieder frage: Wie ist das eigentlich, wenn Menschen in den 30ern aufeinander treffen? Oder noch später? Komplette Menschen, mit all ihren gesammelten Macken, größtenteils fertig gebacken und nicht mehr offen für alles und jeden. Ist das wie ein Veteranentreffen, wo man erst mal ewig lange die eigenen Narben nach Tiefe und Verheilungsgrad vergleicht? Oder geht das wie Speeddating, ein rasantes Abgleichen der Menschen mit der im eigenen Kopf zurecht geschnitzten Form? Ich bin ja immer wieder überrascht, wie schnell alles geht bei Freunden und Kollegen, die mit 33, 34, 35 die Frau des Lebens kennen lernen: Treffen, Reden, Sex, gemeinsame Wohnung, Ehe, Schwangerschaft — alles in weniger als zwölf Monaten. Komisch, Reihenfolge wie früher, nur mit Kompression, Liebe.zip sozusagen. Vermutlich ist man sich einfach sicherer und muss weniger ‘rumprobieren. Oder toleranter gegenüber dem kleinen Merkwürdigen, solange das Große stimmt.

Egal, warum schreibe ich das alles, mir geht der Text schon wieder durch, eigentlich wollte ich irgendwie vage was in Richtung Liebe schreiben, weil mir neulich aus heiterem Himmel der hübsche Satz Ich wickle mich um ihren Finger eingefallen ist, den Google so als Satz nicht kennt und der daher vermutlich einfach von mir ist und nicht wieder irgendwo unbewusst aufgelesen wie mir das zuweilen passiert. Jedenfalls stecke ich hiermit einen Claim um den Satz ab, das ist meiner, alle die ihn irgendwo hin schreiben, sind mir Rechenschaft schuldig.

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