Mai 2007

5 Jahre Kaliban

by Gunnar on 27. Mai 2007 · 25 comments

Ungefähr 1.300 Einträge, 14.000 Kommentare, 5 Jahre live: Kaliban.org hat ein richtiges Jubiläum. Als ich 2002 begonnen hatte, ein bisschen zu posten, war mir nicht klar, dass ich tatsächlich so lange und so regelmäßig bei der Stange bleiben würde. Hat mich selber überrascht. War mir aber insgesamt aber auch eine große Freude.

Vielen Dank, liebe Zielgruppe. Fürs Lesen und Kommentieren und Klicken. Und alles.

Flash-Alarm

by Gunnar on 24. Mai 2007 · 8 comments

Ich hatte ein bisschen den Eindruck, mit den Flash-Orgien, die Agenturen vor ein paar Jahren ständig aufgefahren haben, sei es vorbei. Vergangene Mode und so. Man steht ja unter dem allgemeinen Einfluss der Droge WebZwoNull auf schlichtere Designs. Aber wenn man es so überdreht macht, dann hat es schon noch seine Berechtigung.

Der Wagen des Herrn D.

by Gunnar on 23. Mai 2007 · 5 comments

Und doch: So sehr es meinem ersten Impuls entgegensteht, so deutlich muss ich es sagen – das Anzünden von unschuldigen Benzen schuldiger Bonzen ist nicht nur albern, kontraproduktiv, zwangspubertär und letztlich mit zu wenig Brandbeschleuniger geschehen – es ist auch gefährlich.

Malte hat schon recht.

Im Flieger nach Paris

by Gunnar on 22. Mai 2007 · 11 comments

Ach, es ist keine Freude, mit einer amerikanischen College-Reisegruppe im Flugzeug zu sitzen. Zumal einer, die sich bemüht, alle gängigen Klischees zu erfüllen: Die Kerls sehen ausnahmslos aus wie Footballer, gleichförmig uniformiert in T-Shirt, kurzer Hose und Baseballmütze. Sie brüllen ihren Midwestern-Slang in einer Lautstärke heraus, die sie aber offenbar für gesprächsnormal halten, die aber den bedauerswerten Europäern im Umkreis eine Art Stadionatmosphäre vermittelt. Die Mädchen oszilieren zwischen Burgerkoloss und Strandschönheit und kichern unentwegt über irgendwelche Witze der Jungs. Erwähnte ich schon, dass ich es hasse, zu fliegen?

Kurz notiert

by Gunnar on 21. Mai 2007 · 14 comments

Und dann waren da noch…

…der absurde Kellner in dem feinen italienischen Restaurant, der unserer Freundin ihre Spaghetti a la Chinoise brachte. Und dabei kein Wort über das von mir und der Liebe meines Lebens bestellte Essen verlor, obwohl man ja gerne gleichzeitig beginnt. Die Freundin begann großzügig mit Pfeffer nachzuwürzen, wartete aber aus Höflichkeit, ließ ihre Nudeln kalt werden, da — nach so fünf Minuten — tauchte der Kellner wieder auf, murmelte »Sorry« und nahm ihr die Spaghetti wieder weg. Rannte in die Küche und tauchte Microsekunden später mit dem gleichen Teller wieder auf. Und brachte ihn an einen anderen Tisch. Uh. Hoffentlich mochte der andere Gast kalte Spaghetti mit zu viel schwarzem Pfeffer. Und hoffentlich hat es ihm nichts ausgemacht, dass wir immer wieder hungrig ‘rüberstarrten.

…der merkwürdige Eintrag in meinem Terminkalender, der 10-11.00 Meeting. Thema: Projektübergreifende Projekte lautete. Ohne weitere Erklärung. Ah, bitte? Themenübergreifende Themen? Arbeitsübergreifende Arbeit? Ein Fehler in der Matrix? Eine Metapher für die Unendlichkeit des Universums? Rätsel über Rätsel.

…der bekloppte Engländer, der das Pro Evo-Spiel gegen mich durch einen absurden Fernschuss in der 120. Minute gewinnen konnte und der mir dann eine höhnische Voicemail über Xbox Live schickte, mit dem ungefähren Wortlaut Nickt so guut, Herrrr Kaliban, was? Nickt so gut. Fuck your Mutta, Herrrr Kaliban. Stupid German Loser. Nickt so guut. Oder so. Engländer eben. Mag der Herrgott wissen, was diese Leute bewegt.

An dieser Stelle vielen Dank an die zahlreichen Mitmenschen, die sich Tag für Tag bemühen, mein Leben noch ein klein wenig surrealer zu machen.

Die Spur der Steine

by Gunnar on 19. Mai 2007 · 12 comments

Die Gegend, in der ich wohne, ist ein Kriegsgebiet. Die Schlachten werden allerdings nicht mit konventionellen Waffen ausgetragen, sondern mit Baggern, Raupen, Gerüsten. Überall Sperren, überall Gruben. Alles provisorisch, improvisiert, temporär. Kein Charme, keine Ruhe, nichts. Und der Krach. Und der Staub. Aber egal, als ich heute auf dem Weg zur S-Bahn bin, da…

…ich muss hier kurz einen Einschub machen und für die Nachwelt erwähnen, dass wir zwischen zwei Stationen des öffentlichen Nahverkehrs wohnen, von denen die eine, die U-Bahn am Prinzregentenplatz, ausgesprochen gepflegt ist und den dort ankommenden Reisenden sofort nach Verlassen der Station einen angenehmen Altbauviertelanblick bietet, mit prächtigen Bürgerhäusern, alle nett restauriert, und gleich dabei der altehrwürdige Kulturpalast, das Prinzregententheater. Ach, denkt man sich da, in was für einer feinen Gegend der Gunnar offenbar wohnt. Dem muss es gar wohl ergehen. Natürlich achten wir drauf, dass Eltern, alte Freunde und sonstige Leute, die zu beeindrucken uns wichtig ist, sich unserer Wohnung aus dieser Richtung nähern.

Denn: Die andere Station, die S-Bahnhaltestelle Leuchtenbergring, liegt mitten im Kriegsgebiet, erinnert in Zustand und ästhetischem Anspruch an Neukölln, und man verlässt sie durch einen schmutzigen Tunnel. Wenn man den durchschritten hat, sieht man als erstes die Leuchtreklame des Media Marktes im, uh, Stahlgrubercenter, einem völkerrechtswidrig designten Betonklotz voller hässlicher Läden. Da denkt man natürlich, huch, hier wohnt Gunnar? Hier kann man wohnen? Sind die Care-Pakete nicht angekommen? Warum hat noch kein Ästhet eine Parkplatzbombe auf diesen Fleck geworfen? Nehme ich jedenfalls an, unsere Besucher gucken immer ein bisschen mitleidig und wirken bei unseren Beteuerungen, das sei eine Gegend im Aufschwung, es müsse nur erstmal die aktuelle Baumaßnahme beendet sein und so weiter, immer ein wenig abwesend. Nun ja. Ende des Einschubs.

Also, ich bin auf dem Weg zur S-Bahn, und da liegen am Straßenrand so Kiesel, wie man sie auf Baustellen hat. Dicke hellgraue Steine, die sicher einen speziellen Namen haben, von walnuß- bis apfelgroß, von flach über rund bis beinahe pyramidig. Die liegen da immer, nie schenke ich ihnen Beachtung, aber heute kramt eine dicke Frau mittleren Alters drin rum. Scharrt die Steine durcheinander, prüft sie vor ihrer Brille, legt einige Exemplare beiseite, alles in schmerzhaft gebeugter Haltung und mit der Akribie einer Goldsucherin. Ein paar Meter weiter liegt eine Plastiktüte von Rewe, darauf hat sie schon diverse Steine unterschiedlicher Größe gesammelt, möglicherweise die schönsten Stücke, obwohl sie für mich genauso aussehen wie die anderen, möglicherweise diejenigen mit dem höchsten Platinanteil, wer weiß das schon.

Das Mysterium fesselt mich so drei bis vier Sekunden, dann bin ich vorbei gegangen und vergesse die Frau wieder. Mir doch egal, was andere Leute so tun. Ich fahre in die Stadt und erledige da, was ich zu erledigen plante. Gute zwei Stunden später komme ich auf dem gleichen Weg zurück und… …die Frau steht immer noch bei den Steinen. Auf der Rewe-Tüte liegen ein paar zusätzlich ausgewählte Kiesel, meist größere, aber mehr auch nicht. Was hat die die ganze Zeit gemacht? Und warum? Und schwitzt die sich in ihrer dicken grünen Cordhose nicht zu Tode? Was will sie mit dem Zeug? Ist sie gar eine anerkannte Irre mit einem Steinfetisch? Eine Außerirdische, die Minerale für ihren havarierten Raumschiffantrieb benötigt?

Ach, die unlösbaren Rätsel des Alltags.

was soll man dazu noch sagen

Oh. Blizzard hat die Katze aus dem Sack gelassen. Starcraft 2, also. Wie wir ja auch alle vermutet haben. Weitere Infos hier oder hier. Allerdings wird’s wohl als Spiel offenbar relativ klassisch, ohne exotisches Beiwerk, nur Solokampagne und Battlenet. Noch nicht mal neue Rassen soll’s geben. Auf den ersten Screenshots hat’s nette Grafik, die aber, wir kennen das von Blizzard, bis zum Erscheinen des Spiels schon wieder dezent veraltet sein dürfte. Was aber, wir kennen das von Blizzard, dem Erfolg nicht im Wege steht, weil’s trotzdem jeder spielen wollen wird.

Egal, egal, egal, Hauptsache, Balance und Story stimmen.

Mich freut die Sache sehr, nicht nur, weil ich ein Starcraft-Fan war und bin, sondern weil’s in mehrfacher Hinsicht ein Bekenntnis ist: ein Bekenntnis zum Solospiel, ein Bekenntnis zum E-Sport, ein Bekenntnis zum PC und auch ein Bekenntnis zur Science Fiction (und damit zu den Nerd-Fans). Bravo.

Ich hätte gedacht, die Jungs aus Irvine würden vielleicht nach Welt of Geldcraft einen zweiten Welteroberungsversuch unternehmen, mit einem mega-mäßigen MMO-Strategiespiel, aber falsch gedacht. Das hier ist eine recht bescheidene Lösung, möglicherweise ein bisschen zu bescheiden, zu weit weg vom großen Wurf — vielleicht stimmt also tatsächlich, was Blizzard-COO Paul Sams mir einst im Interview sagte:Bei uns entscheidet das Team darüber, welche Spiele wir machen.Worauf ich *natürlich* fragte:Und wenn das Team Warcraft Adventures wieder auflegen will?Worauf er *natürlich* grinsend sagte:Das würde man ein bisschen diskutieren müssen.

* Das Zitat in der Überschrift entstammt der
End-Sequenz
der Terraner in Starcraft 1.

Erben und versaufen

by Gunnar on 15. Mai 2007 · 18 comments

Mal abgesehen davon, dass die Vermischung von “Redaktion” und stumpfer Produktwerbung, die GMX ständig betreibt, ein bisschen nervig ist — hier hat der, uh, Zufallsgenerator (?) ein klitzekleines Bisschen übertrieben. Echt jetzt.

was soll man dazu noch sagen

Morbus Lafontaine

by Gunnar on 14. Mai 2007 · 5 comments

Die Heulsusen auf Schalke nerven ganz besonders, wenn sie ihr Versagen mit Schicksal erklären oder ungerechten Fußballgöttern. […] Kein Bundesliga-Club ist dermaßen der Vergangenheit zugewandt, nirgendwo verwechselt man Nostalgie so beharrlich mit Zukunft. […] Immer sind andere schuld, immer ist Schalke armes Opfer, und immer, wenn es ernst wird, duckt sich die Truppe weg. Das ist Morbus Lafontaine.

…schreibt sehr hübsch Achim Achilles auf SpOn: Die Uschis vom Revier

Ausreden, Ausreden

by Gunnar on 13. Mai 2007 · 7 comments

Mein Blog-Fu ist ein bisschen schwach in diesen Tagen.

Nerv mich, los nerv mich

Mai 10, 2007

Diese Seite wurde offenbar für mich erfunden. Diese Seite wurde offenbar für mich erfunden.

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Think of the electrons!

Mai 9, 2007

No trees were killed in the sending of this message. However a large number of electrons were terribly inconvenienced. No trees were killed in the sending of this message. However a large number of electrons were terribly inconvenienced.

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