Ein Erlebnis in Hellabrunn

by Gunnar on 2. Mai 2007 · 8 comments

Als der Tierpfleger mit dem Ball ins Elefantengehege trat, herrschte schon gespannte Erwartung. Soweit man von Spannung bei Elefanten sprechen kann, an der Körperhaltung ist das ja schwer auszumachen. Dann: Der Pfleger kickte den Ball in die Menge, und schon gab es ein großes Hallo: Elefanten rannten los, schoben sich aus dem Weg, traten mit Vorder- und Hinterbeinen (!) gegen das Leder. Sie haben nicht gerade getrötet, aber die Begeisterung war unverkennbar. Absurd. Und dann war da noch der eine, der abseits stand: halb abgewandt, ostentativ desinteressiert. Würdigte die Kicker mit keinem Blick. Bis, plötzlich, der Ball nach einem Abpraller zu ihm rollte. Da stampfte er mit dem rechten Vorderfuß auf die Kugel.

Platt. Schluss mit lustig.

Der Pfleger sammelte missmutig das misshandelte Bolzgerät wieder ein, die sportbegeisterte Herde zerstreute sich.

Erstaunlich, wie hübsch sich in dieser von mir wirklich beobachteten Begebenheit tierisches Verhalten mit menschlichen Motivationen erklären lässt. Aber das ist ja eh das Schöne am Angaffen von Tieren: das Reininterpretieren.

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