Die E-Mail im Spiegel des Fortschritts

by Gunnar on 11. Juni 2007 · 17 comments

1997 hat man eine Mail geschickt und eine Stunde später angerufen, um zu fragen, ob der Adressat sie bekommen hat. Weil man der neuen Technik noch nicht traute.

2007 schickte man eine Mail und ruft eine Stunde später an, um zu fragen, ob der Adressat sie bekommen hat. Weil man dem Spam-Filter nicht vertraut.

2012 schickt man eine Mail und wird eine Stunde später angerufen, dass die Mail alle Sicherheitsbarrieren, Spam-Filter, Firewalls und persönliche Kontrollen passiert hat und jetzt auf dem Weg zum Sicherheitssystem des Adressaten ist.

2017 schickt man eine Mail und wird eine Stunde später von einem Systemroboter angerufen, der anhand der Stimmerkennung feststellen will, ob man wirklich der genannte Absender ist. Ursprung ist das Weltgestetz 2013-17-22AGE, in dem bestimmt wurde, dass es keine anonymen Postfächer mehr geben darf.

2022 schickt man eine Mail und wird eine Stunde später korrekt darüber informiert, in welchen Datenbanken man eingetragen wurde. Dieser Schritt wird als Maßnahme der Transparenz verstanden. Und als Schritt zur Beruhigung der wegen des Datensammelwahns der Telekommunikationsunternehmen verstimmten Bevölkerung. Durch staatliche Intervention sind allerdings die Datenbanken von BKA, BND und allen LKAs nicht mehr in der Liste vertreten.

2027 schickt man eine Mail und wird eine Stunde später festgenommen wegen Benutzung terroristischer Infrastruktur.

Update: Mashup meines eigenen Beitrags mit dem Kommentar von Christopher.

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