Bedenkenträger

by Gunnar on 14. Oktober 2007 · 9 comments

Von der Leyen verteidigte ihren Gesetzentwurf, Jugendliche als Testkäufer von Branntwein, Zigaretten und Gewaltvideos einzusetzen.[…] Scharfe Kritik an dem Vorhaben kam vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach. “Das grenzt an Kindesmissbrauch”, sagte er.

Mal abgesehen davon, dass Herr Lauterbach sich hier unziemlich im Ton vergreift, und mal abgesehen davon, ob der Plan von Frau von der Leyen brauchbar ist oder nicht — der Vorschlag ist eigentlich nicht neu. Wo war eigentlich der Aufschrei der Bedenkenträger, als Herr Schulz vom Hans-Bredow-Institut Ende Juni (mit quasi regierungsamtlicher Billigung) schon mal angeregt hatte, die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes bei Computerspielen mit jugendlichen Testkäufern zu überprüfen? Nun? Nichts war. Bei Spielen ist das schon okay, offenbar. Geht da ja auch nicht um die Einnahmen aus der Branntweinsteuer oder sowas.

Ach, die scheußliche Reflexhaftigkeit von politischen Debatten.

Und überhaupt, wo war die gerechte Empörung der Politik, als im August die Verbraucherzentrale NRW den 14jährigen Kai zu Testkäufen von USK-16/18-Titeln durch die Läden schickte, um Munition für die Debatte um die so genannten “Killerspiele” zu sammeln? Wer da keine betroffenen Interviews gegeben und den Missbrauch des armen kleinen Kai durch die skrupellosen Verbraucherschützer gegeißelt hat, der möge jetzt bitte schweigen.

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