Vor der Effizienz kommt die Prominenz

by Gunnar on 28. Oktober 2007 · 8 comments

Bei uns zuhause läuft häufig der Fernseher. Was ein bisschen erstaunlich ist, weil ich nie TV gucke. Wohl aber schaue ich Serien auf DVD und spiele mit der Xbox 360 oder dem Wii. Wenn ich das nicht tue, schiebt die Liebe meines Lebens gerne ein paar Kochsendungen oder Krimiserien dazwischen. Naja, lange Vorrede, kurzer Sinn, jedenfalls lief neulich die Promi-Fassung von Das perfekte Dinner, was keine tolle, aber immerhin eine ganz gut geschriebene Sendung ist. Man ist ja im heutigen TV schon zufrieden, wenn man’s ohne allzu große ästethische Schmerzen anschau’n kann. Aber ich schweife ab, in besagter Sendung sah ich mit Erstaunen die Promis und erkannte — keinen. Nicht mit Namen, aber auch nicht vom Gesicht. Ist es nicht aber irgendwie die anerkannte Voraussetzung für den Promistatus, dass ich sie auf der Straße oder im Supermarkt erkenne? Gut, ich seh nicht oft fern, dafür lese ich Zeitung und mass-en-haft Magazine, auch solche, die sehr bunt sind. Bin ich dem wahren Leben dieser Republik schon allzu weit entrückt? Ist der Tag nahe, an dem ich mit Leuten unter 30 keine Gesprächsthemen mehr finde? Oder nehmen die Sender in Zeiten des Promi-Mangels einfach jeden, der einen halbwegs Promi-tauglichen Beruf hat, also Schauspieler, Sänger, Moderator etc., in der Hoffnung, das dann ja noch erklären zu können: Wir sind heute zu Gast bei Torben Tolle, Radiomoderator bei Dauer-Welle Buxtehude 96,5? Ach, das Fernsehen. Schlimm.

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