Die Portale meines Lebens

by wir on 25. Dezember 2007 · 7 comments

Was rechtzeitig zu Weihnachten in den Läden sein sollte: die/der/das (?) Aperture Science Handheld Portal Device. Ich bekäme es geschenkt und: Kein Treppensteigen mehr, um am Sonntagmorgen die Zeitung zu holen — einfach flopp! vom Balkon aus ein Portal neben den Briefkasten. Nicht mehr auf die Werbepause warten, um Biernachschub zu besorgen — einfach flopp! ein Portal in der Kühlschranktür. Nicht mehr Müll runtertragen — flopp! die drei nach Papier, Glas, Restzeug getrennten Portale in der Küche führen in die jeweiligen Container. Schön. Bei allem persönlichen Komfortgewinn muss man aber als verantwortungsvoller Konsument heutzutage natürlich die Industrie im Auge behalten, wegen der Arbeitplätze — Trampolinproduzenten etwa würden zusammenbrechen, gäbe es die Portalkanone auf dem freien Markt. Ins Kino geht man immer mit einem Dutzend Freunde, die durchs Portal dazukommen. Und die Reisen: flopp!, ein Portal auf die Außenseite des Airbus 380, und wir steigen dort aus, wo der fette Vogel landet. Es wäre das Ende von Reisegesellschaften wie der TUI, und das geht ja nicht, weil die TUIfly ja bekanntlich Trikotsponsor von Gunnars Lieblingsverein ist. Vielleicht hätte ich lieber eine für mich, eine ganz persönliche, im Taschenformat, von der ich niemandem erzähle und die ich nur verwende, um Leute in den Wahnsinn zu treiben: flopp! ist der Swimmingpool des Nachbarn geleert, flopp! sind die Paviane im Zoo frei, flopp! öffnet sich vor den Füßen des inkompetenten Marketing-Professors ein Loch mit dem selben Ziel wie das ganz rechts in meiner Küche.

Natürlich schenken mir aber dieses Jahr wieder alle Leute nur Bücher und Socken.

[Achtung Gastautor: Jan, dem Herrn Kaliban sein geschätzter Bruder, nutzt von Zeit zu Zeit dieses Forum, um Anmerkungen zu Dingen des Lebens zu machen. Der Herr Kaliban ist oft, aber nicht immer Jans Meinung.]

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