wennschondennschon

by Gunnar on 8. Dezember 2007 · 24 comments

Ich bin evangelisch getauft, konfirmiert und aufgewachsen. Nicht mit Absicht, das war einfach bei uns in der Gegend so üblich — da hatten die Katholen von der anderen Weserseite bei der Omaopageneration noch einen richtig komischen Ruf. Früher im Geschichtsunterrricht habe ich daher auch beim Thema 30jähriger Krieg auch voll zu den Protestanten gehalten. Mittlerweile sind diese Tage lange passé, mein Interesse für derlei Angelegenheiten wabert allenfalls an der oberen Grenze von schwach. Ich muss aber mal wieder feststellen, der Protestantismus ist eine eigenartig inkonsequente Religion, allzu nüchtern, kühl und intellektuell. Wenn man schon glaubt, was ein ziemlicher Schritt ist, denn heutzutage glaubt man ja nicht einmal mehr flächendeckend an die Haarfarbe des Kanzlers und die Ehrenhaftigkeit der Bildzeitung, wenn man also schon glaubt, warum dann nicht gleich richtig? Warum nicht gleich die ganze Klamotte mit Pracht und vergoldeten Altären und Ablasshandel und Weihrauch und Stellvertreter Gottes auf Erden und Fegefeuer und Auferstehung der Heiligen und überhaupt? Kommt doch nicht drauf an. Kann man doch gleich mitglauben.

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