Die Achse des Boshaften

by Gunnar on 20. Februar 2008 · 6 comments

Weil’s gestern schon mal Thema war und gerade so hübsch passt.

In Vaduz hingegen, behauptet der Prinz, stünden fiskalische Interessen nicht über rechtsstaatlichen Prinzipien. Das stimmt: Denn in Liechtenstein sind fiskalische Interessen mit rechtsstaatlichen Prinzipien weitgehend identisch. Das Gesetz ist darauf ausgelegt, andere Länder um ihr legitimes Einkommen zu bringen. Wäre der Begriff Schurkenstaat nicht so belastet – man könnte ihn in Finanzdingen auch auf das Fürstentum anwenden.

Nicolas Richter (Süddeutsche Zeitung) findet recht deutliche Worte.

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Konrad Februar 20, 2008 um 09:50

Ich kann die Lichtensteiner schon irgendwie verstehen, wenn ich eine Volkswirtschaft so einfach pushen könnte würde ichs auch tun.

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Groove Februar 20, 2008 um 12:50

Der Kommentar paßt zwar kaum, ist aber schön plakativ. Abgesehen davon, daß die Liechtensteiner Verhältnisse alles andere als neu sind und das Thema von unseren Politikern PDS-like populistisch angepackt wird, sollte man sich wohl mal fragen, inwiefern eine solche Diskussion die nächsten Aktionen zum Thema Bürgerrechtekappung á la Stäuble (Voratsdaten, Bankabfragen, etc.) beschleunigend beeinflußt.

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Gunnar Februar 20, 2008 um 12:56

ist halt gerade eine mode. außerdem macht es natürlich mehr spaß, kleinstaaten zu bashen, als sich um sein eigenes steuerrecht zu kümmern.

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Marjan Februar 20, 2008 um 13:18

naja, im kern stimme ich dem kommentar schon zu.
ja, die liechtensteiner verhältnisse sind nicht neu, aber durch Herrn Zumwinkel eben wieder in den vordergrund gerückt worden. bei 35.000 einwohnern 50.000 stiftungen und 75.000 briefkastenfirmen… den machthabern vor ort dürften diese zahlen nicht neu sein, legale zwecke aber dahinter zu vermuten ist doch wohl zumindest blauäugig.

was mich wundert ist, daß die liechtensteiner nach eintritt in die EUihr bankgeheimnis wahren durften. ich dachte, der verlust desselben war ausschlaggebend für den nichtbeitritt der schweiz?

vielleicht bedarf es innerhalb deutschlands einer steuerreform, aber da das schweizer, monegassische und liechtensteiner gras immer noch grüner leuchtet, dürfte eine solche die steuerflucht nicht unbedingt eingrenzen. ein kabarettist im scheibenwischer meinte vor ein paar jahren mal sinngemäß: “der dümmste satz, der derzeit in der politik kursiert lautet: ‘die steuern müssen gesenkt werden.’ die steuern müssen nicht gesenkt werden, die steuern müssen bezahlt werden. immerhin werden bei einem haushaltdefizit von derzeit 40 mrd. euro 75 mrd. eure steuern HIN TER ZO GEN!”

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dragonchild Februar 20, 2008 um 18:26

Mit Österreich läuft das ja so: das Bankgeheimnis bleibt gewahrt und es wird ein Pauschalabgleich an Deutschland gezahlt. Davon leben Enklaven wie Jungholz in Tirol/im Allgäu.

Den Kommentar der Süddeutsche hab’ ich im Radio auch gehört. Noch besser gefiel mir aber einer von gestern: das deutsche Steuersystem sei das schlechteste der Welt – noch hinter Haiti.

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Konrad Februar 20, 2008 um 18:33

@dragonchild
Der Haiti-Kommentar kam vom Botschafter Lichtensteins und ist in dem Zusammenhang schon sehr infam.

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