Rosa und Gold und Weiß

by Gunnar on 25. Februar 2008 · 12 comments

bild (c) erkan und stefan

Jaja, ich weiß, es ist ein trivialer Gedanke, eine bekannte Tatsache. Aber es wundert mich immer wieder, dass gerade die Leute, die unbedingt macho sein wollen, sich so, ahem, schwuchtelig anziehen. Also, neulich, im Supermarkt, stand so ein Typ vor mir in der Schlange. Wunderlich angetan: weißer Trainingsanzug, Turnschuhe in weiß und gold mit etwa sechzig Zentimeter dicken Sohlen, rosa Polohemd mit aufgestelltem Kragen, Goldkettchen, Goldringe, Goldarmband, sorgfältig ins dunkle Haar ondulierte ostblockblonde Strähnen am Nacken. An sich schon absurd genug. Absurd aber vor allem, wenn man eine gepflegte Macho-Kultur hochhalten möchte. Und man ja, ehrlich gesagt, in diesem Outfit kaum männlich aussehen kann. Nun gehöre ich nicht zu den Leuten, die finden, dass schon Männer, die sich mehr als einmal pro Woche waschen, schwul wirken, aber hey — all die Kettchen, die Strähnchen, die Kinkerlitzchen. Würde ich mit derlei Accessoires am Körper und einer solchen Frisur um’s Haupt die Einsteinstraße runterstolzieren — ich wette, die Bushaltenstellenherumlungerjungs am Max-Weber-Platz hielten mich für homosexuell, anstatt mir als dem Inbegriff der Neuen Urbanen Männlichkeittm zu huldigen.

Hm. Hat denen nicht mal jemand gesteckt, dass rosa, gold und weiß keine klassischen Männerfarben sind? Und: Gucken die sich gegenseitig nicht an? Müsste da nicht mal Murat zu Kevin sagen, ey, Kevin, weißt, mit den goldigen Ohrrings zur Halskett’n von dei’ Mutta siehst irgendwie nicht mehr Gangsta aus, eher mehr wie dei’ Mutta selbst.

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