Huch, da geissele ich gerade noch die derzeit unfassbar rückgratlose SPD und dann findet sich doch noch eine Abgeordnete mit Zivilcourage und Anstand. Erstaunlich. Aber es spricht natürlich Bände, dass die Funktionäre die Ypsilanti loben, für ihren, uh, verantwortungsvollen Rückzug. Und nicht die Abgeordnete Dagmar Metzger. Dabei wäre eine Anerkennung der Position der Frau Metzger für die SPD-Bonzen der einzige Weg gewesen, wenigstens ein bisschen Würde zu bewahren.
Aber die SPD ist dem gewöhnlichen Wähler und seinen Moralvorstellungen derzeit so fern wie, nun, Roland Kochs Unterhose.

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Na, andereseits ist Frau Metzgers Begriff von “Zusammenarbeit” recht weit gefächert, wenn die Wahl der Ministerpräsidentin bereits darunter fällt. Mehrheit ist schließlich erstmal nur Mehrheit und Stimmen der Linken stehen erstmal allein für … die Linke eben. Leider hat Frau Y. nicht einsehen können, daß sie ohne links Aussen keine Mehrheit hat (die Ampel-Alternative hatte, ernsthaft, nie eine Chance) und leider sieht die SPD nicht ein, daß die Linke nicht verschwinden wird wenn man nur die Augen ganz fest zu macht.
Das mit Würde ist eh so eine Frage, ob es das noch gibt. Ich finde die Tat von Frau Metzger Klasse, da sie zu ihrem Wort steht, dass sie vor der Wahl gegeben hat. Und wenn das jetzt kritisiert wird, ist das einfach nur charakterlos. Dadurch hat die Darmstädterin ihre Glaubwürdigkeit erhalten und das ist es meiner Ansicht nach, um was es in der Politik geht. Glaube ich, dass die Person, die ich wähle meine Interessen vertritt oder nicht. Und aus der SPD ist es für mich nur noch eben jene Dame, die quergeschossen hat, die richtig Glaubwürdig wirkt.
ist euch eigentlich mal aufgefallen, dass es keine deutschen politiker gibt, die gut aussehen und von weitem bereits (also bevor sie einen im gespräch oder mit einer rede beindrucken können) sympathisch vorkommt?
das ist doch echt komisch, gibt doch genügend menschen die so sind, dass müsste doch auch bei wahlen klappen (siehe sunny wulff), also woran liegt es, dass alle spitzenpolitiker irgenwie… naja, aussehen wie merkel, beck, koch, etc…
In Hessen ist’s ja auch nun ‘ne dämliche Situation. Da muss die arme Ypsilanti doch glatt mit einer Situation fertig werden, die der Wähler gar nicht vorgesehen hat und die doch gewählt wurde.
Alle Kombination, die zu Mehrheiten führen würden, wurden ja vor der Wahl kategorisch ausgeschlossen. Irgendwer muss da wortbrüchig werden. Oder nochmal wählen.
Eigentlich stellt sich sowieso die Frage, warum es in einigen Bundesländern überhaupt mehr als zwei Parteien gibt. Rot will nich mit Schwarz, Schwarz will nich mit Rot, Gelb will nur mit Schwarz, Grün will nich wirklich mt Schwarz, mit Dunkelrot will gar keiner. Weil das angeblich die eigenen Wähler so wollen.
Und dann wählt der dämliche Wähler doch glatt so, dass einer über den Schatten springen muss. Nee, wie fies.
Insofern kriegt der Wähler – solange er in Wolkenkuckucksheim wohnt – auch nur Wahlversprechen für Wolkenkuckucksheim.
Wenigstens haben meine hessischen Genossinnen und Genossen geholfen, die Schwäche im Blog-Fu zu überwinden! Ist ja auch was wert…
Ich bin seit gestern nur noch am singen:
“Wir sind nur ein Karnevalsverein, Karnevalsverein, Karnevalsverein. …”
K.
Ich glaube, dass Roland Kochs Unterhose dem gewöhnlichen Wähler und dessen Moralvorstellungen viel näher ist als deren Träger. Oder die SPD.
Grüße aus Darmstadt
Cantus
bester Kommentar zu dem ganzen: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,539918,00.html
Wortbrüchig muss man werden, die Zeiten des 4 Parteiensystems bröckeln, und man kann nicht immer sein Wort für etwas geben und das dann zu 100% halten. Politik bedeutet nun einmal Kompromisse einzugehen, wer das nicht kann, hat eben in der Politik auch nichts verloren, auch wenn es natürlich einfacher ist, die großen bösen Politiker(die sie teilweise ja auch sind) dafür verantwortlich zu machen.
Die gleiche Frage stellen sich aktuell alle Parteien, denn schließlich sind vermutlich auch viele Grünwähler von dem Kurs mancher lokaler grünen begeistert.
Die Diskussion war längst überfällig und solche starren gegebenheiten des 2 Parteiensystems hat mir sowieso noch nie gefallen.
Wie wäre es mit nem dritten Post zum Thema? Müsstest den ersten auch nur n bisserl bearbeiten, denn:
http://www.n-tv.de/930894.html?080320081811
…..
Tja, jetzt scheint ja Frau Metzger schwammig zu werden .. sehr schade ..
“Artikel 38
(1) Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.”
quelle: http://dejure.org/gesetze/GG/38.html
Wäre doch das erste Mal dass sich jemand ans Grundgesetz hält… oder wie war das mit dieser Verfassung die man nach Wiedervereinigung erstellen wollte noch gleich?
Die SPD kämpft im Moment ums nackte Überleben als Volkspartei – da wundert es kaum, dass Prinzipien wenig gelten. Umso mehr gebührt Dagmar Metzger Respekt für ihre (hoffentlich dauerhafte) Standhaftigkeit.
Du lässt nur NUR die Wahl zwischen der überlebenstaktischen, wenngleich nicht gerade fairen Anti-Koch-Maßnahme und der Koch’schen Unterhose???
Dann fällt die Wahl aber nicht besonders schwer, denn Koch ist schon eine Zumutung, aber die Unterbüx…. ;o(
So, eine Abgeordnete mit Zivilcourage und Anstand? Die mit Ihren Tun ganz nebenbei Steigbügelhalter für den Rassisten und Rechtspopulisten Koch spielt. Na da kann man ja nur gratulieren.
^ Hehe! Sehr gut erfasst!
Da fordert die Bundes-SPD die Hessen-SPD auf, Koch weiterregieren zu lassen! Ganz toll! Gesicht retten (yeah, fuckin’ right!) und den Hessen damit in den Arsch treten. Weiterhin Studiengebühren, weiter den schwachsinnigen Ausbau von Kassel-Calden, weiter mit der verqueren Energiepolitik. GANZ toll!
Koch fordert Jamaika! Komisch, vor der Wahl bestanden “unüberbrückbare Unterschiede” zwischen Schwarz und Grün. Und auf einmal? Komisch, da brüllt keiner: “Wortbruch!” Gut, von Koch erwartet man nichts anderes. Die Grünen sollten sich das sehr gut überlegen. Das wäre ihr letzter Einzug in den hessischen Landtag gewesen.
Zu Jamaika: Das Gelb/Gold steht für das Sonnenlicht – nich in Hessen. Das kann auch Koch nicht ändern. Das Grün steht für die reiche Natur – in Hessen stimmt das noch. Koch arbeitet allerdings hart daran, dass zu ändern. Das Schwarz steht für die Härten die die Bevölkerung erdulden muss/te. Das kriegt Koch allerdings SEHR gut hin.
Sonst interressiert das keine Sau, ob ein Poltiker Wort hält oder nicht. Man erwartet es mittlerweile nicht anders. Aber hier wird auf Biegen und Brechen darauf bestanden. Obwohl sich die Ausgangslage geändert hat. Obwohl die andere Option die schlimmere wäre.
Koch hätte aber keine Mehrheit, wenn er komisarisch weiterregieren würde. Damit wären einige seine Projekte sicherlich nicht durchsetzbar und im Falle der Studiengebühren müsste er eine Absetzung dieser zustimmen, wenn die SPD das vorschlägt und die Grünen und die Linken zustimmen. Vielleicht wäre dann die interessante Situation, dass man für jedes Projekt die einzelnen Politiker zusammen suchen muss und nicht nur die ein oder andere Fraktion. Dann könnte auch jeder Politiker des hessischen Landtages nach seinem Gewissen entscheiden. Wäre interessant, was da raus käme… :)
@ ChernayaAkula: mich interessiert es, ob die Person, die ich wähle Glaubwürdig ist. Denn das ist das einzige Gut, das ein Politiker hat. Die Glaubwürdigkeit, seine Position zu vertreten und sie auch kund zu tun und nicht nur verdeckt zu murren, wie dies bei Simonis der Fall war. Da ist mir das Verhalten der Frau Metzger lieber. Offen zu seiner Meinung stehen und dadurch die Glaubwürdigkeit zu bewahren.
frau ypsilanti war auf der selben schule wie ich, das konnte also niemals gut gehen :)
dabei passt sie als kind einer opel arbeiter familie recht gut in die spd und ich hätte mir ihren schönen hessischen dialekt gerne öfters angehört.. hehe
tja nach wahlversprechen und sogenannten parteiprogrammen kann man sich heutzutage als wähler ja nicht mehr richten, muss man sich halt andere kriterien suchen.
Mir zwar unbegreiflich, aber das Thema schlägt völlig unangemessen hohe Wellen. Ich möchte die Mitdiskutanten an folgendes erinnern:
http://www.spd-direkt.de/gb/gbimg/merkelsteuer_179x115.gif
Natürlich erinnert sich jeder, daß dies der Slogan war, welcher die SPD bei der letzten Bundestagswahl überhaupt noch in die politische Relevanz gerettet hat. Das damalige Wahlkampfprogramm (allein der Sinn dieser politischen Kategorie zeigt ja schon, daß es Lüge sein MUß!) war, nett gesagt, Fantasyliteratur. Der offizielle Standpunkt der Pressesprecher damals war, daran erinnere ich mich genau, wie folgt: man könne von einer Partei die Umsetzung ihres Wahlkampfprogramms überhaupt nur dann verlangen, wenn sie zur absoluten Mehrheit gewählt würde. In jedem anderen Fall gingen die zuvor getröteten Slogans wahrscheinlich in den Koalitionsverhandlungen unter, denn irgendwie müsse man ja eine Regierung bilden können(!). Dem hat die SPD dann ja auch vollauf Rechnung getragen. Daß dieser öffentlich erklärte (!) Standpunkt im Grunde der Schlußsatz der demokratischen Gesinnung ist, hat damals niemanden interessiert, erst recht nicht in der sogenannten “öffentlichen Diskussion”. Heute streitet man über politische Glaubwürdigkeit. Realsatire.
Warum ist Die Linke denn mit einem Mal ein so großes Thema? Die PDS gibt es seit der Wende. Urplötzlich aber ist ihre SED-Vergangenheit ein Thema usw. usw. die (Vor-)Urteile sind ja bekannt. Die Erklärung ist einfach: bisher gab es für die SPD noch nie soviel zu verlieren und für die Rechtskonservativen noch nie soviel zu gewinnen. Die Spaltung des linken Spektrums wird von CDU/CSU und FDP systhematisch betrieben und von den Massenmedien, aufgrund des Marktwertes des Skandals, unterstüzt.
Eines ist klar geworden in den letzten drei Länderwahlen: es gibt eine Möglichkeit der Rot-Rot-Grünen Mehrheit, die mit der rechtskonservativen Ecke konkurrieren kann. Wenn sich diese Mehrheit jedoch nicht findet, bedeutet umgehend, daß die (Neo-)Konservativen regieren.
Bitte um Verzeihung für das Lamento.
Mir ist (fast)alles lieber, als dieser hess(l)ische Koch.
SPD-Image hin oder her.
Ich denke, die Menschen wollen IHN nicht mehr, weil er innen wie außen ist – ein “Ungustl”, wie die Bayern und Austrianer sagen würden.
Das peinliche ist doch eigentlich daß man die Wahl hat zwischen einem mit fremdenfeinnliichen Parolen spielenden Noch-Landesfürsten, und einem machtbesessenen Polithühnchen, welches vor nichts zurück schreckt um ein bisserl regieren zu können.
Der Koch war wenigstens nur einen Wahlkampf schlimm – Ypsilanti wäre es eine ganze Periode lang.
Am schlimmsten ist aber tatsächlich die Tatsache, daß mehr als 5% der Hessen die Populisten der Linkspartei überhaupt in das Parlament gewählt haben. Vielleicht bekommen sie einfach, was sie verdienen ???
Das letzte was dieses Land gebrauchen kann, sind rot-rote Experimente und ein Eindruck für die Bevölkerung, daß links ja gar nicht so schlimm ist.
Koch war nur einen Wahlkampf schlimm? Und was ist mit den neun Jahren Regierungszeit vorher?
Da ist mir Rot-Rot-Grün 1000x lieber als noch fünf Jahre dieser Möchtegern-Rechte. Die Dinge die Koch verbrochen hat passen auf keine Kuhhaut mehr!