Träume in hellblau, grau und weiß (und andere Fragmente)

by Gunnar on 13. März 2008 · 5 comments

Das ist eines der Hauptprobleme mit diesem dilettierenden Feierabendschreiben: Es fallen einem dauernd so unzusammenhängende Sachen ein, die schreibt man zwanghaft auf, was sich in Einzelfällen vage gut liest, aber nicht recht zu irgendwas führt. Man kommt sich ein bisschen wie ein Schriftsteller vor, denkt, huh, nicht übel, daraus könnte ich was machen, macht aber nie was draus, weil Fragmente eben nur Fragmente sind und keine Bausteine. Ach. Vielleicht sollte ich die besseren mal zu Blogeinträgen aufarbeiten, Blogs sind ja erlaubtermaßen Fragmentfriedhöfe. Oder einfacher: Ich copypaste hier mal einfach ein paar rein. Zack. Dann sind sie irgendwie veröffentlicht und nerven nicht länger in meinen Notizen. Sowas hier z.B.:

Meine Stiefel ziehen mich nach ihrem eigenen Willen, ungelenkt, durch die Schneefelder. Ich bin absent, nicht in der Gegenwart. Träume kalte Träume in hellblau, grau und weiß. Meine Stiefel folgen den Spuren anderer Stiefel, wie Pferde anderen Pferden folgen. Ein Schritt daneben und ich wäre im Nichts, würde eigene Spuren in den Schnee treten, das Land neu kartographieren.

Aha. Oder was Englisches?

German is a language so complex that it’s virtually unlearnable for foreigners. Not even the Rosetta Stone people have yet found a way to tackle the irrational way Germans use “das” and “der” and “die”. So don’t even try to learn it – Germans are well used to people using hand signs and facial expressions to ask for the way to the cathedral or the porn store.

Keine Ahnung mehr, wo ich damit hinwollte. Eine Art Mini-Ratgeber vielleicht. Oder lieber ein paar Brocken Fantasy, heute günstig im Angebot.

Der Wald der Augen war ein dunkler Ort, an den viele Länder grenzten. Dennoch hatte niemals jemand Anspruch darauf erhoben. Kein König oder Prinz war je närrisch genug gewesen, ihn seinem Königreich einverleiben zu wollen. Bis jetzt.
Ich war jung damals beim Tod meines Vaters, ein jugendlicher Regent, der sich unsterblich glaubte und die Worte seiner Ratgeber in den Wind schlug. Erfahrung, dachte ich, was ist schon Erfahrung. Intelligenz und Mut und Wille, darauf kommt es an. Nicht auf das, was die abergläubischen alten Männer erzählen, denen die Last der Jahre alle Tatkraft genommen hat. Ich schickte also Soldaten und Holzfäller, um meine Fahne aufzuziehen und des Waldes Herr zu werden. Hätte ich gewusst, was ich heute weiß, hätte ich Gift genommen.

Ich hätte auch noch ein paar längliche Romananfänge, aber die erspare ich der Öffentlichkeit. Vorerst.

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