April 2008

Eltern, Wutanfälle und GTA IV

by Gunnar on 29. April 2008 · 6 comments

Das ganze Leben drängt man auf Unabhängigkeit von den Eltern und auf eigenen Füßen stehen und so und grenzt sich ab und baut sich eine Identität und wird dann hofentlich auch irgendwie fertig und eine halbwegs vorzeigbare Persönlichkeit und dann — dann bekommt man selber Kinder und denkt: Huh, schon blöd, dass die Eltern und Schwiegereltern so weit weg wohnen. Wär’ doch nett, so mit den Eltern in einem Haus und so. Würde das Kleine seine Großeltern besser kennen lernen. Absurd.

(c) ASV

Ob es nun die Konkurrenz des Web ist oder der gefühlte Geldmangel oder die kosmische Hintergrundstrahlung — Zeitschriften und Zeitungen verkaufen sich generell nicht mehr so gut wie im letzten Jahrtausend. Den einen oder anderen Teilmarkt trifft es mehr oder weniger hart, manches Heft feiert überraschende Erfolge, manches Heft wird eingestellt, manche krepeln von Minusrekord zu Minusrekord. Jedenfalls überschlagen sich die Verleger derzeit nicht gerade, neue Magazine mit mutigen Konzepten auf den Markt zu bringen. Verständlicherweise.

Und dann kommt: Humanglobaler Zufall. Hinter dem absurden Namen verbirgt sich eine Idee von Dennis Buchmann, dem Sieger eines Nachwuchswettbewerbs des Axel-Springer-Verlages — dort konnte man Konzepte einreichen und 500.000 Euro Finanzierung für eine neu zu gründende Zeitschrift gewinnen. Kommerzielle Gesichtspunkte sollten ausdrücklich keine Rolle spielen, es ging es um die Schönheit des Konzepts, weniger um den potenziellen Erfolg am Kiosk. Die Jury, mit Leuten wie dem Art Director Mirko Borsche, Jette Joop oder dem Regisseur von Dommersmarck, war denn auch unabhängig und dem Kerngeschäft von Magazinen fern genug, um eine gewisse elitäre Grundhaltung zu gewährleisten.

Soviel zur Vorgeschichte. Das Heft ist mittlerweile erschienen, zum Preis von 5 Euro in hinreichender Auflage* und hochwertiger Ausstattung*. Begleitet immerhin von einer kleinen PR- und Marketingkampagne. Es gab ein paar Presseberichte von den üblichen Verdächtigen und ein bisschen Lob in Medienblogs, aber bislang meines Wissens keine richtige Heftkritik. Die liefere ich jetzt in Kurzform hier mal nach, auch wenn’s sicher kaum jemanden hier interessiert, außer den wenigen Journalisten, die hier mitlesen. Das Blättchen ist aber, meiner bescheidenen Meinung nach, inhaltlich wie konzeptionell eine Katastrophe. Und einer muss doch die Wahrheit sagen.

Das Grundkonzept geht, merkwürdig genug, so: Der Chefredakteur sucht das Thema der ersten Reportage aus. Die folgenden Geschichten handeln dann stets von einem Freund oder Familienmitglied des Protagonisten des vorangegangenen Textes. Das soll das Wirken des Zufalls verdeutlichen und einen roten Faden durch das Heft ziehen. Praktisch sieht das so aus, dass im letzten Absatz der einen Geschichte rasch noch der guten Freund des Protagonisten erwähnt wird, der zufällig gerade anruft und zack! hat man den Helden der nächsten Geschichte eingeführt. Das war’s auch schon, das ist der ganze Gag. Huh. Dazu kommen ein paar thematisch passende, aber eher hilflose Rubriken (Leser erzählen von Zufällen in ihrem Leben; Kleine Zufälle mit großer Wirkung, diesmal: die Mikrowelle). Ich glaube schon, dass sich die Idee auf dem Papier oder beim engagierten Vortrag vor der Jury gut angehört hat — aber selbst wenn sie für ein Magazin reichen würde (was zumindest fraglich ist), ist sie nicht sehr gefällig umgesetzt.

Erstmal zur Gestaltung: Das Design kommt so arrogant zeitungshaft-retrocool daher, dass man keine Einstiegspunkte ins Heft findet und gezwungen wird, strikt von vorne nach hinten zu lesen. Dazu kommt, dass das Cover aussieht wie von einem dieser Designhochglanzwerbehefte, die kostenlos in teuren Hotels ausliegen und über die Armani-Läden und Golfplätze der Umgebung informieren. Ein so sperriges Konzept hätte Unterstützung vom Layout gebraucht, die aber bekommt es nicht: Artikelanfänge sind beim Blättern schwer zu finden, Fotos und Texte nicht intelligent zu funktionalen (oder wenigstens schönen) Einheiten montiert, sondern stumpf hintereinander gestellt. Wie bei einem Buch. Überhaupt würde das Heft als Buch ein bisschen besser funktionieren, aber egal. Das Inhaltsverzeichnis haben übrigens alle Leute, denen ich das Heft gezeigt habe, spontan für eine Anzeige gehalten.

Weiter zum Text: Der (inhaltliche) rote Faden der Geschichten ist allenfalls schwach erkennbar und nur mit Erklärung verständlich, doch das Schlimmste, das Schlimmste sind die Storys selber: Reisereportagen und Berichte auf Journalistenschülerniveau, Schilderungen mit weit aufgerissenen Stauneäuglein, arglose Beschreibungen des Beobachteten — keine Metaebene, keine Raffinesse, keine Interpretation, keine Agenda. Keine interessanten Themen, keine Gesprächspartner, die für irgendetwas stehen, kein Funke Faszination des Fremden. Der Tiefpunkt ist ein Bericht über einen Paraguayer in Baden-Baden, der sich liest wie die Mitschrift einer dieser Auswanderersendungen im Fernsehen. Die ganze Zeit will ich Und? fragen — Und? Warum soll mich das interessieren? Alles siecht auf der Ebene von ich interviewe meinen Freund X. der macht so interessante Sachen im Ausland dahin, ohne Plan oder Ziel. Am besten sind noch die zahllosen Fotos, obwohl auch da keine klare Linie auszumachen ist und das Papier sich nicht besonders für großformatige Bilder eignet. Das ganze Magazin wirkt am Ende irgendwie beliebig. Oder zufällig, womit natürlich möglicherweise der Anspruch eingehalten wäre. Wobei es sicher auch interessante Zufälle zu erzählen gegeben hätte.

Schade eigentlich. Ich hätte gerne gewusst, ob auf Platz 2 oder 3 des Wettbewerbs eine wirklich brauchbare Idee gewesen wäre.

Liebe Leute von der Lufthansa,

Wenn ihr glaubt, dass ich es ganz normal finde, dass ihr meine Miles-and-More-fähige Kreditkarte, die ich mir in meinen Vielfliegertagen habe aufschwatzen lassen, um die Zahl der Karten in meiner Brieftasche zu reduzieren, dass ihr also diese Karte, die ich ständig benutze, von Visa auf Mastercard umstellt, dann habt ihr euch geschnitten. Konnte man dem Schachtelsatz noch folgen? Mir doch egal. Also, liebe Lufthansa-Schergen, meine Kreditkarte benutze ich bei Amazon, bei Xbox Live, bei Paypal, beim Reisebüro, bei allen möglichen Firmen ist sie hinterlegt. Und ihr wollt, dass ich das überall ändere, nur weil euch irgendeine Bank einen besseren Koop-Deal angeboten hat? Klar wollt ihr das. Ich will das aber nicht. Ich kann’s selbstverständlich nicht verhindern, weil ihr mir mit Zusendung der neuen Karte die alte gekündigt habt. Ohne ein Wort der Entschuldigung, im Gegenteil, das Anschreiben liest sich, als würdet ihr mir noch einen Gefallen tun. Als wäre das, was ihr da abzieht, gar keine Zumutung. Huh. Also: Wenn ich schon alles umstellen muss, dann kann ich das auch gleich auf eine komplett neue Kreditkartenfirma umstellen. Ist auch nicht mehr Arbeit, ihr Arschgeigen. Ich bin dann also weg — sucht euch doch einen neuen Kunden.

Mit freundlichen Grüßen, euer Ex-Kunde

Herr Kaliban

P.S. Und es hilft auch gar nicht, dass ihr mir Brieflein schreibt, in denen ihr eurem Erstaunen darüber Ausdruck verleiht, dass ich die neue Mastercard noch gar nicht benutzt habe, obwohl ihr doch doppelte Meilen als Belohnung ausspuckt.

Gottseidank, der Frühling ist da. Erstmal wenigstens. Man vertraut ja den Frühlingen nicht so, auch die Jahreszeiten waren früher besser.

Egal, zu einem komplett anderen Thema: Wenn man so die Medien beobachtet, die die Blogosphäre (echtes iiiehh-Wort) beobachten, als wäre sie eine Industrie oder ein Markt oder sonstwas wichtiges, jedenfalls nicht nur eine Ansammlung von Hobby-Projekten von Journalisten, dann fallen immer wieder dieselben Namen: Basic und Dahlmann. Top-Blogger sind das, Alpha-Blogger, Wortführer der Szene et cetera. Mag sein, dass ich bloß neidisch bin, weil mich nie jemand als die Avantgarde der deutschen Blogger bezeichnet, aber mal ehrlich: Dahlmann hat früher nette Sachen geschrieben, zuletzt ist er mir nur durch ein etwas arg altväterliches Video-Interview und einen ziemlich blödsinnigen Vorschlag aufgefallen. Und Basic ist zwar, nun, eifrig, sagt auf seine technokratische Art auch oft Schlaues, aber hey — alles so krumm und schief schnell hingetippt, um der Frequenz willen. Ein bisschen besser gegenlesen und ein bisschen lebhafter schreiben könnte man schon, wenn man Tag für Tag auf 8.000 Leser kommt, was etwa das Zehnfache von kaliban.org ist. Das geböte der Respekt, finde ich. Der Respekt würde auch gebieten, nicht 15 verschiedene Werbeformen auf’s Blog zu knallen, aber nun, vermutlich könnte ich der Versuchung auch nicht wiederstehen, wenn ich eine so gut frequentierte Webseite hätte. Wo ich gerade dabei bin — Herr Kantel, ebenfalls ein führender Blogger mit massig Lesern, schreibt gefühlt nur noch über Hundeturniere und
Rockabilly, was kurz vor Ich blogge direkt aus dem Altersheim, wie der Kaffee war kommt, wenn ich das mal so drastisch sagen darf. Schlimm. Diese Alpha-Blogger. Aber damit ich nicht ganz so bashing rüberkomme:
Don Alphonso und Sixtus und Niggemeier kann man weiterhin gut lesen, finde ich.

Also meistens.

Nutten und Koks

by Gunnar on 16. April 2008 · 13 comments

Wie mir kürzlich auffiel, gibt es ein paar Blogs, die ich regelmäßig lese, die aber kaum Kommentare haben. Geheimtipps offenbar. Weil ich nun mal ein so offenherziger Mensch bin und euch alle liebe, verheimliche ich mein Wissen nicht vor euch. Also:

Da wäre zum einen mein Ex-Kollege Peter, der mit Wein, Weib und Gesang eine Art Erotik-orientiertes Berlin-Blog betreibt. Und Andreas, der bei uns in einer anderen Abteilung arbeitet und eine ziemlich esoterische Positionsbezeichnung hat, mit seinem elitären Kunstblog namens Artlog. Und ich empfehle das absurde Gnaur, in dem irgendwer, den ich nicht kenne, irgendwelche absurden Dinge verfasst, die aber irgendwie eine Saite in mir anschlagen, weshalb ich immer wieder hinsurfe. Hmm. Einen noch: Svens stilles Blog Verweilen im Vorübergehen (mit schönen Fotos).

Noch Vorschläge?

RTL feuert eine Salve Platzpatronen

by Gunnar on 15. April 2008 · 20 comments

Der Schauspieler Thomas Moretti in Das jüngste Gericht. (c) Foto: RTL/ Stefan Haring.

Ich bin ja kein Medienjournalist und verstehe auch sonst mangels Anteilnahme nicht viel vom Fernsehen, aber wie soll denn in Deutschland jemals halbwegs brauchbares TV laufen, wenn die zählbaren Zuschauer der magischen werberelevanten Zielgruppen RTLs mutigen Versuch vom Sonntag, etwas arg vorhersehbar Das jüngste Gericht geheißen, einfach verhungern lassen? Und das, obwohl nicht mal ein Tatort als Konkurrenz kam?

Jaja, klar war der Zweiteiler letztendlich nur ein Abklatsch des US-Thrillers Se7en, aber an vielen Stellen gut besetzt, spannend erzählt und ordentlich geschrieben und — keine Sekunde langweilig. Und wer auf gut geschrieben nicht so steht, bekam immerhin Sex, Polizeigewalt, Macho-Allüren und religiösen Fanatismus. Das sollte doch eigentlich reichen. Hat es aber nicht, der Streifen lag unter dem Senderschnitt. Schade drum.

Verstehe die Zuschauer nicht: Mir ist ein europäischer Krimi einigermaßen bekannten Schauplätzen, mit unsynchronisierten (und schon dadurch glaubhafteren) Schauspielern allemal lieber als fast jede glattgebürstete Folge von Navy CIS, CSI: Ostküste, The Closer oder wie sie alle heißen. Aber offenbar bin ich unter den deutschen Fernsehguckern nicht in der Mehrheit. Das habe ich nun von meinem jahrelang propagierten Fernsehhass. Ach.

Hundewaschanlage

by Gunnar on 12. April 2008 · 10 comments

hund waschen

Obiges Schild, rührend in seinem hilflosen Deutsch, hängt im Schaufenster der Firma mit dem absurden Namen Beauty-Dog-Bogenhausen. Aber hey: zwölf Euro? Dafür, dass man dahin kommt und seinen Hund selber wäscht? Wer nimmt denn solche Dienstleistungen in Anspruch? Dafür müssen sie aber schon eine Art High-Tech-Waschstraße auffahren dachte ich mir und, nun ja, tatsächlich: Klar haben die eine Hunde-Waschanlage. Absurd. Kann man die eigene Töle nicht einfach in die Badewanne werfen oder im Vorgarten mit dem Schlauch abspritzen?

Telebücher

by Gunnar on 10. April 2008 · 5 comments

Wie alt ich bin, wird mir immer mal wieder vor Augen geführt, wenn das Gespräch auf eBay und Amazon kommt und ich zugeben muss, dass ich schon Kunde bei telebuch.de (sensationeller Name!) war, bevor Herr Bezos die Klitsche kaufte und daraus Amazon Deutschland machte. Und das gleiche bei alando.de, bevor es zu eBay Deutschland wurde und seine drei quirligen Gründer, die Herren Samwer, zu Gründerlegenden und Berufsinvestoren. Strange. Aber auch total irrelevant, zugegeben.

Um diesen Beitrag dafür wenigstens mit ein bisschen Nutzwert anzureichern, werfe ich rasch einen Buchtipp unter’s Volk. Also:

Stieg Larsson: Verblendung hat zwar einen sinnlosen deutschen Titel und einen eher holperigen Stil, macht aber ansonsten alles richtig, was ein Krimi so richtig machen kann — Spannung ohne (zu) viel Action, kein Übermaß an zerstückelten Leichen, angenehm gegen den Strich gebürstete Figuren (feuerköpfiger Reporter plus dysfunktionale Hackerin), durchdachte Handlung um Familienbande und Wirtschaftskriminalität. Eine Handlung zudem, für die sich der Autor gebührend Zeit lässt. Tolles Buch. Bildet mit den (noch besseren) Nachfolgebänden Verdammnis und Vergebung eine Art Trilogie. Die besten Krimis, die ich seit vielen Jahren gelesen habe, was aber möglicherweise nicht allzu viel heißt, weil mich Krimis gemeinhin kalt lassen. Andererseits aber doch viel heißt, denn ich lege Krimis gerne auch mal nach ein paar quergelesenen Seiten weg.

Traurig übrigens, dass der Autor erst spät im Leben mit dem Schreiben begonnen und nach Abfassen dieser drei Bücher stante pede das Zeitliche gesegnet hat. Womit ich nicht sagen will, dass ich in der Lage wäre, Trauer über den schon Jahre zurückliegenden Tod eines mir persönlich komplett unbekannten Menschen zu empfinden, so empathisch ist allenfalls Mahatma Ghandi. Ich tu’ mir nur ganz egoistisch selber leid, weil ich gerne noch mehr Bücher von Larsson gelesen hätte.

Von schreienden Babys und so

by Gunnar on 7. April 2008 · 7 comments

Ich will aus Kaliban kein Vätererlebnis-Blog machen, daher halte ich mich mit Beiträgen zu den Themen Huh, wie süß ist meine Tochter und Hört mal, ich habe eine neue Bäuerchen-Methode geflissentlich zurück. Eine Sache muss ich aber doch mal ansprechen — alle Kinder haben eine schwierige Phase zwei Wochen nach Geburt, da stellen sich ein paar Sachen um, viele Babys bekommen Schreiphasen. Viele Eltern informieren sich, bekommen von den gefürchteten Dreimonatskoliken erzählt und haben ihr erstes Frusterlebnis mit dem neuen Baby, weil das Biest schreit und nur schwer oder gar nicht zu beruhigen ist. Die Ratschläge reichen von Zäpfchen geben bis im Nebenzimmer einfach schreien lassen. Die Hebamme sagt dies, die Freunde sagen das, der Arzt sagt jenes. Man surft Foren ab, hat auch irgendwie das Gefühl, verstanden zu werden, aber eine Handlungsanweisung, eine praktische Hilfestellung fehlt weiterhin. Das klingt, als wollte ich eine Bedienungsanleitung für mein Baby, aber eigentlich wäre es normal, wenn frischgebackenen Eltern erfahrene Eltern als Ratgeber zur Seite stünden. War auch früher mal so, als wir noch in Großfamilien und Clans lebten und nicht das eigene Ego als Zentrum der Welt… aber ich schweife ab. Egal, jedenfalls habe ich dann ein Buch gekauft und siehe da — in diesem Buch wird all das, was jungen Eltern solche Sorgen macht, nachvollziehbar, klar und mit treffenden Beispielen erklärt. Einiges hat man sich mit dem gesunden Menschenverstand schon selber erschlossen, anderes taugte zum Augenöffnen. Warum sagt mir denn vorher niemand, dass es sowas gibt. Naja, egal. Falls jemand in meine Lage kommt, rate ich schwer, das besagte Buch zu kaufen, am besten vor Ende der zweiten Lebenswoche des Kindes. Hilft. Echt.

Achja, es heißt So beruhige ich mein Baby und kostet 15 Euro.

Uniformhosen

by Gunnar on 4. April 2008 · 27 comments

jeans

Was macht man eigentlich als normaler Mann in dieser Gesellschaft, wenn man, sagen wir, noch nicht 65 und nicht mehr 5 ist, aber trotzdem aus irgendwelchen Gründen keine Jeans anziehen will? Und keine Anzughose? Und generell nichts krass Ungewöhnliches oder allzu Exzentrisches wie Goldkreppwickelrock oder Hanfleggins? Ich weiß schon, ein absurder Gedanke, warum sollte man was anderes tragen als Jeans, wer macht schon sowas? aber man wird als, huh, querdenkender Blogger ja wohl auch mal an die Grenzen des Denkbaren gehen dürfen. Was also zieht man an? Richtig, es gibt nichts Passendes. Außer zur Wiesn in München, da darf man sich traditionell kleiden. Und im Sommer geht man, bei entsprechender Wadenstärke natürlich, mit Shorts gerade eben noch als bekleidet durch.

Keine Ahnung, wie ich auf den Quatsch komme, aber ich habe das Gefühl als sei das Straßenbild irgendwie homogener als früher, weniger bunt. Wenn man durch die Stadt geht, trägt heutzutage jeder Jeans, blaue zudem. Schon schwarze Jeans sind kaum zu sehen. Und all die Khakis, Bundfaltenhosen, Cord- oder Stretchbeinkleider sind irgendwie auch weg. Verschwunden. Wo sind die hin? Wer die gar nicht mehr hergestellt? Oder wohnen sie in irgendeiner Kleinstadt in Vorpommern oder im Fichtelgebirge, zusammen mit den Vokuhilas und den Holzfällerhemden und all diesen anderen Dingen, die man nicht vermisst?

Oder ist das wieder nur so ein München-Phänomen, und anderswo läuft alles mit gestreiften Matrosenhosen, geschnürten Lederbuxen und Knickerbockern herum?

Schnappschuss, April 2008

April 2, 2008

Gerade höre ich… Mark Knopfler: Sailing to Philadelphia Gerade höre ich auch noch… Babygeschrei Gerade spiele ich… eigentlich gar nichts, man hört ja sein eigenes Maschinengewehrfeuer nicht bei dem Geschrei Gerade lese ich… Stieg Larsson: Verblendung (großartiger Krimi!) Zuletzt auf DVD gesehen… Heroes, Staffel 1 (rockt mich aber nicht so) Zuletzt herzlich gelacht über… Hilkos […]

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