Gottseidank, der Frühling ist da. Erstmal wenigstens. Man vertraut ja den Frühlingen nicht so, auch die Jahreszeiten waren früher besser.
Egal, zu einem komplett anderen Thema: Wenn man so die Medien beobachtet, die die Blogosphäre (echtes iiiehh-Wort) beobachten, als wäre sie eine Industrie oder ein Markt oder sonstwas wichtiges, jedenfalls nicht nur eine Ansammlung von Hobby-Projekten von Journalisten, dann fallen immer wieder dieselben Namen: Basic und Dahlmann. Top-Blogger sind das, Alpha-Blogger, Wortführer der Szene et cetera. Mag sein, dass ich bloß neidisch bin, weil mich nie jemand als die Avantgarde der deutschen Blogger bezeichnet, aber mal ehrlich: Dahlmann hat früher nette Sachen geschrieben, zuletzt ist er mir nur durch ein etwas arg altväterliches Video-Interview und einen ziemlich blödsinnigen Vorschlag aufgefallen. Und Basic ist zwar, nun, eifrig, sagt auf seine technokratische Art auch oft Schlaues, aber hey — alles so krumm und schief schnell hingetippt, um der Frequenz willen. Ein bisschen besser gegenlesen und ein bisschen lebhafter schreiben könnte man schon, wenn man Tag für Tag auf 8.000 Leser kommt, was etwa das Zehnfache von kaliban.org ist. Das geböte der Respekt, finde ich. Der Respekt würde auch gebieten, nicht 15 verschiedene Werbeformen auf’s Blog zu knallen, aber nun, vermutlich könnte ich der Versuchung auch nicht wiederstehen, wenn ich eine so gut frequentierte Webseite hätte. Wo ich gerade dabei bin — Herr Kantel, ebenfalls ein führender Blogger mit massig Lesern, schreibt gefühlt nur noch über Hundeturniere und
Rockabilly, was kurz vor Ich blogge direkt aus dem Altersheim, wie der Kaffee war kommt, wenn ich das mal so drastisch sagen darf. Schlimm. Diese Alpha-Blogger. Aber damit ich nicht ganz so bashing rüberkomme:
Don Alphonso und Sixtus und Niggemeier kann man weiterhin gut lesen, finde ich.
Also meistens.

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Was ist das, ein “Twitter”?
Twitter musst du nicht kennen. Ein ganz seltsames neues Ding, das ich komplett beknackt finde, aber wahrscheinlich ein Megahit wird. Oder ist es das gar schon? Sieg des Banalen mal wieder. Auf twitter.com findest du ein Demovideo.
Twitter ist so die dümmste Erfindung der letzten Jahre. Naja, vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall nutzen die Blogger Twitter irgendwie für totalen Nonsense. Am besten noch schreiben, ob und wann man mal wieder den “Thron” bestiegen hat. Prinzipiell also so: “Muss mal auf’s Klo.” 5 Minuten später: “Bin fertig. Fühle mich erleichtert.”
Naja, wer’s braucht..
Also ich les eigentlich nicht gerne Blogs. An mir ist das irgendwie auch komplett vorbeigezogen.
Plötzlich waren sie alle da, die Blogs und haben so getan, als wären sie schon immer dagewesen. Und wieviel unnötiges Blabla in vielen drinsteht. Ich mein, das ist vielleicht nett beim “drübensurfen”, aber nicht fürs wöchentliche oder gar tägliche frequentieren.
Insofern darfst du dich auch mordsmäßig geehrt fühlen, Gunnar, dass ich deinen Blog einigermaßen regelmäßig anklicke ;)
Twitter verstehe ich auch nicht.
Als “social network” (noch so Konstrukte latenter Selbstüberschätzung) funktioniert es nicht, da ich nicht mit Leuten in Kontakt kommen kann, die ich noch nicht kenne. Und als Informationsquell ist es ebenfalls recht sinnlos, denn selbst wenn ich nun ein paar Leute kenne (sei es von Blogs oder aus dem Freundeskreis) taugt es nur um Banalitäten der Art auszutauschen, die man auch in beliebigen Chats, Foren, Instant-Messenger oder studiVZ-Pinnwänden ebenfalls austauschen könnte. Dazu das völlige Fehlen von Such- und Sortierfunktionen (mit denen man ja eventuell Leute nach irgendwelchen Kriterien kennenlernen könnte) oder der Möglichkeit Gespräche in irgendeiner vernünftigen Form nachvollziehen zu können. Scheint mir derzeit einfach zuviel dabeisein um des Dabeiseins willen. Vielleicht macht ja noch jemand was wirklich spannendes damit…
Zunächst ein Dankeschön für die Hinweise. Oje, da bin ich nun vollkommen auf dem falschen Dampfer gewesen. Hatte aus irgendeinem Grund nun wirklich nicht mit einer Art neuem “social network” gerechnet. Das von Fabs erwähnte Video ist zwar ganz nett gemacht, aber ich verstehe den Sinn von Twitter trotzdem nicht.
Da verkommen doch “normale Blogger” fast schon zu, äh, “schreibwütigen Nonsens-Propheten”?! Ich meine, da wird es doch sicherlich Leute geben die so angetan von der ganzen Geschichte sind, dass sie nur so dasitzen vor ihrem Rechner und davon berichten, in welchem Tempo die Hauskatze mal wieder über die Tastatur gelaufen ist.
Twitter ist albern. Und die ständige Erwähnung irgendwelcher random blogger bei SpOn, Stern.de etc finde ich ebenfalls bedenklich, schließlich fehlt diesen Quellen meist jegliche journalistische Kompetenz.
Naja, Twitter hat, zumindest in den USA, die Blogs als erste Nachrichtenquelle abgelöst. In Twitter findet man Stories deutlich eher. Aber egal, ich mach ja eh bei jedem Scheiß mit, egal ob Jaiku, Twitter, Plaxo oder Pownce.
Was mir aber sehr gut gefällt ist, dass die Social Networks langsam zum Ausdünnen der Webdeppen führen. Allein die Pirate Bay hat es geschafft, zwei Ermittler so richtig reinzureiten, weil die beiden in ihren LinkedIn-Profilen nicht aufgepasst haben. Und wenn mir Kollegen von StudiVZ erzählen, und wie viele lustige Studenten da ihre Kifferbilder reinstellen, dann sag ich nur: HAHA auch euch werden Personalabteilungen vor der Einstellung googlen. Und dann werdet ihr sehen, dass man im Web halt nichts vergisst.
ach hey, die signal-to-noise-ratio ist so schlimm.