Wie alt ich bin, wird mir immer mal wieder vor Augen geführt, wenn das Gespräch auf eBay und Amazon kommt und ich zugeben muss, dass ich schon Kunde bei telebuch.de (sensationeller Name!) war, bevor Herr Bezos die Klitsche kaufte und daraus Amazon Deutschland machte. Und das gleiche bei alando.de, bevor es zu eBay Deutschland wurde und seine drei quirligen Gründer, die Herren Samwer, zu Gründerlegenden und Berufsinvestoren. Strange. Aber auch total irrelevant, zugegeben.
Um diesen Beitrag dafür wenigstens mit ein bisschen Nutzwert anzureichern, werfe ich rasch einen Buchtipp unter’s Volk. Also:
Stieg Larsson: Verblendung hat zwar einen sinnlosen deutschen Titel und einen eher holperigen Stil, macht aber ansonsten alles richtig, was ein Krimi so richtig machen kann — Spannung ohne (zu) viel Action, kein Übermaß an zerstückelten Leichen, angenehm gegen den Strich gebürstete Figuren (feuerköpfiger Reporter plus dysfunktionale Hackerin), durchdachte Handlung um Familienbande und Wirtschaftskriminalität. Eine Handlung zudem, für die sich der Autor gebührend Zeit lässt. Tolles Buch. Bildet mit den (noch besseren) Nachfolgebänden Verdammnis und Vergebung eine Art Trilogie. Die besten Krimis, die ich seit vielen Jahren gelesen habe, was aber möglicherweise nicht allzu viel heißt, weil mich Krimis gemeinhin kalt lassen. Andererseits aber doch viel heißt, denn ich lege Krimis gerne auch mal nach ein paar quergelesenen Seiten weg.
Traurig übrigens, dass der Autor erst spät im Leben mit dem Schreiben begonnen und nach Abfassen dieser drei Bücher stante pede das Zeitliche gesegnet hat. Womit ich nicht sagen will, dass ich in der Lage wäre, Trauer über den schon Jahre zurückliegenden Tod eines mir persönlich komplett unbekannten Menschen zu empfinden, so empathisch ist allenfalls Mahatma Ghandi. Ich tu’ mir nur ganz egoistisch selber leid, weil ich gerne noch mehr Bücher von Larsson gelesen hätte.

Hm, in der Aufzählung fehlt eigentlich nur noch Premiere, daß du sicher schon gehabt hast, als es noch Teleclub hies ;-)Aber mir geht’s ähnlich, wenn bestimmte Gesprächsthemen aufkommen: “Früher, da gab es nur EINEN CPU-Sockel auf den Mainboards, aber 3 CPU-Hersteller und konfiguriert hat man das ganze mit Jumpern!”
“Früher hatte nicht jeder 2 Handys, sondern nur ganz wenige, meist wichtige Geschäftsleute!”
“Früher gab es nur EINEN Musiksender im Fernsehen, das war MTV…und zwar auf ENGLISCH!”
“Ich hab KISS noch in der Orginalbesetzung gesehen!”
usw. ;-)
Jaja damals, als es noch Sendeschluss gab. Und wie schön war die Zeit vor ISDN, wo man noch Telefonstreiche machen konnte, ohne dass der erboste Gefoppte direkt zurückrief.
Geht heute auch noch, wenn das Telefon Rufnummerunterdrückung hat…;-)
An Platz eins der Liste viel zu früh verstorbener Schriftsteller bleibt für mich aber immer noch Bruce Chatwin!
Douglas Adams ist auch nur 49 geworden. Eine absolute Schande.