Ich will aus Kaliban kein Vätererlebnis-Blog machen, daher halte ich mich mit Beiträgen zu den Themen Huh, wie süß ist meine Tochter und Hört mal, ich habe eine neue Bäuerchen-Methode geflissentlich zurück. Eine Sache muss ich aber doch mal ansprechen — alle Kinder haben eine schwierige Phase zwei Wochen nach Geburt, da stellen sich ein paar Sachen um, viele Babys bekommen Schreiphasen. Viele Eltern informieren sich, bekommen von den gefürchteten Dreimonatskoliken erzählt und haben ihr erstes Frusterlebnis mit dem neuen Baby, weil das Biest schreit und nur schwer oder gar nicht zu beruhigen ist. Die Ratschläge reichen von Zäpfchen geben bis im Nebenzimmer einfach schreien lassen. Die Hebamme sagt dies, die Freunde sagen das, der Arzt sagt jenes. Man surft Foren ab, hat auch irgendwie das Gefühl, verstanden zu werden, aber eine Handlungsanweisung, eine praktische Hilfestellung fehlt weiterhin. Das klingt, als wollte ich eine Bedienungsanleitung für mein Baby, aber eigentlich wäre es normal, wenn frischgebackenen Eltern erfahrene Eltern als Ratgeber zur Seite stünden. War auch früher mal so, als wir noch in Großfamilien und Clans lebten und nicht das eigene Ego als Zentrum der Welt… aber ich schweife ab. Egal, jedenfalls habe ich dann ein Buch gekauft und siehe da — in diesem Buch wird all das, was jungen Eltern solche Sorgen macht, nachvollziehbar, klar und mit treffenden Beispielen erklärt. Einiges hat man sich mit dem gesunden Menschenverstand schon selber erschlossen, anderes taugte zum Augenöffnen. Warum sagt mir denn vorher niemand, dass es sowas gibt. Naja, egal. Falls jemand in meine Lage kommt, rate ich schwer, das besagte Buch zu kaufen, am besten vor Ende der zweiten Lebenswoche des Kindes. Hilft. Echt.
Achja, es heißt So beruhige ich mein Baby und kostet 15 Euro.

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Ich wette da steht auch irgendwo groß “dont panic!” drauf..
Eine richtige Bedienungsanleitung gibt’s aber auch. ;)
http://www.amazon.de/Das-Baby-Inbetriebnahme-Wartung-Instandhaltung/dp/3836300338/ref=pd_bbs_sr_1?ie=UTF8&s=books&qid=1207643428&sr=8-1
Bruce Chatwin hat in seinem reisebericht “Traumpfade” eine längere phase, in der er seine notizen sortiert. darunter findet sich eine studie (mittlerweile betagt, deshalb aber nicht falscher), die das schreien des kindes auf den ur-instinkt zurückführt. das baby hat das gefühl, es verweilt zu lang am selben ort und läuft gefahr, gefressen zu werden. nomaden-mami und nomaden-papi mögen doch bitte den arsch hochkriegen! nach einer stunde hören die meisten babys auf zu schreien, da zu befürchten steht, daß nomade-mami und nomaden-papi nicht da oder schon tot sind und sich das kind durch das schreien verrät.
jetzt der ratschlag: man solle mit dem kind auf dem arm herumgehen, aber nicht im kreis; die kleinen scheißer sind ja nicht blöde. wenn man dem baby erfolgreich suggeriert, daß man sich fortbewegt, hält es den sabbel. deshalb wippen mamis mit kinderwagen selbigen so schlimm herum, nämlich um holprige forbewegung zu simulieren.
ich geb zu, eigener nachwuchs, an dem ich das hätte ausprobieren können, fehlt. einleuchtend klingt das allemal, nicht?
Hallo Gunnar,
ich kann verstehen wovon Du schreibst!
Unser Sohn ist jetzt 11 Monate alt und jedesmal wenn er krank war haben wir verschiedene Tipps von verschiedenen Leuten bekommen und wir haben uns ziemlich “veräppelt” gefühlt!
Selbst hier in der Münchner Kinderarztpraxis erzählen einen 3 Ärzte total verschiedene Sachen….
Naja, irgendwann ist auch die Schreiphase Eurer Tochter vorbei und ich wünsche Dir schon einmal “viel Spaß” wenn das Zahnen losgeht! :-)
Gruß
Patrick
Du wirst das Buch sicherlich noch öfters gut gebrauchen können denn meist bleibt es nicht bei einer schwierigen Phase. Ich habe die Erfahrung gemacht daß sich immer wieder gute und schwierige Phasen abwechseln. Kaum ist man froh daß es wieder besser läuft, schon kommt die nächste Phase: Die nächsten Zähne, die nächste Krankheit, die nächste Marotte…
Da bleibt einem nur die Hoffnung daß es mit steigendem Alter immer weniger schwierige Phasen gibt.
Bei uns hat diesen Zweck die Hebamme erfüllt. Die wusste derlei Sachen auch und die steht ja am Anfang quasi ständig zur Verfügung.
Lieber HilkMAN: Unsere Hebamme hätte sich bedankt, wenn sie unser Baby hätte rumtragen müssen :-)
Ich unterschreibe bei Marjan und füge hinzu: Zu diesem Zwecke haben Didymos und Co für trendige Familien mit Geld farbenfrohe Helferlein auf den Markt gebracht.