Juni 2008

diablo 3 fan

Huh. Denkwürdiges Wochenende. Unsere sympathische Außenseiter-Heldengruppe hat nun leider, naja, den letzten Level des EM 2008-Dungeons nicht geschafft, sondern ist am Boss-Mob, der Horde der Kurzpassenden Spananier, gescheitert.

Das Gute Nachrichten/Schlechte Nachrichten-Konto des Wochenendes wurde allerdings von unseren Freunden aus Irvine, Kalifornien, ausgeglichen, die am Samstag morgen nach langem bedeutungsvollen Schweigen endlich, endlich Diablo 3 offiziell angekündigt haben. Wurde auch Zeit.

Immerhin EIN Grund, um beflaggt und hupend durch die Stadt zu fahren…

Nerd-Notiz am Rande: Der Lead Designer, Leonard Boyarsky, (im Video links zu sehen) ist einer der Erfinder des von mir und anderen völlig zu Recht vergötterten Rollenspiels Fallout. Wusste gar nicht, dass der mittlerweile bei Blizzard arbeitet. Zuletzt traf ich ihn bei einer Präsentation des eher durchwachsenen Arcanum, das muss Anno 2000 gewesen sein.

Mein Spieleregal

Neulich, da nahmen sich die Kollegen ehrenwert der älteren Herren unter den PC-Spielern an und wünschten sich, stellvertretend für uns alle, Fortsetzungen alter Spiele. Und obwohl neben Offensichtlichkeiten wie System Shock auch Obskuritäten wie mein geliebtes Superhero League of Hoboken genannt wurden, fehlte doch noch vieles. Allein ein Blick in mein persönliches Spieleregal (siehe Bild) zeigt einen Haufen alter Meisterwerke, die dringend eines Remakes oder einer würdigen Fortführung bedürfen. Also, von oben links:

Outcast, aber das hatten die GameStars auch genannt. Dann Grim Fandango, LucasArts’ erzählerisch dichtes, aber spielmechanisch dünnes Adventure. Dann kommen wir zu Toonstruck, dieser schrägen Mischung aus Realfilmszenen und Comic-Animation, ihr wisst schon, wie bei Roger Rabbit, nur umgekehrt. Toll. Kann man nochmal machen, bitte. Und auch zu Baldur’s Gate 2 fehlt ein vernünftiger Nachfolger. Möglicherweise wird das angekündigte Bioware-Spiel Dragon Age was, aber nach Mass Effect bin ich ein klein wenig misstrauisch. Egal, jetzt kommen wir zu Bioforge von 1995, dem furiosen Scifi-Actionadventure der untergegangenen Firma Origin. Bisschen Adventure, bisschen Survival Horror, verbunden mit toller Grafik und einer gewissen Erzählfreude, die im eigentlichen Spiel nur ein bisschen, voll aber in den Logbuchtexten zur Geltung kam, die man beim Herumstöbern in der Basis fand. Toll, toll, toll. Liebe Freunde von EA, die ihr ja auch auf meiner Lieblingslizenz Mail Order Monsters sitzt — macht da doch endlich mal Spiele draus, meintwegen auf DS oder PSP oder Handy oder so. Oder besser, schenkt mir die Rechte, ich würde schon Verwendung dafür finden.

In der unteren Reihe wäre übrigens noch Dark Omen fortsetzungswürdig, aber bitte nicht von den Nasen, die neulich das Remake Mark of Chaos versaut haben. Und Deathgate, aber das war schon zu Zeiten seines eigenen Releases in Vergessenheit geraten. Deathgate enthält übrigens das beste Rätsel, das ich je in einem Adventure gelöst habe. Dies nur für’s Protokoll. Ebenfalls fortsetzungstauglich: Star Control vielleicht. Und You don’t know Jack und (man sieht’s kaum) das unglaubliche Anachronox. Ach. Seufz. Anchronox. So ein schlechtes Spiel, so fantastisch erzählt.

Okondor oder so

by Gunnar on 17. Juni 2008 · 18 comments

Hm. Überzeugende Spontantheorie der Kollegen G. und M.: Das 1:0 gegen Polen bei der WM (ihr entsinnt euch, Flanke Odonkor, Tor Neuville) war keineswegs eine Sternstunde des deutschen Fußballs, vielmehr ein Tiefpunkt. Denn: Auch ein 0:0 hätte zum Weiterkommen gereicht. Und ohne den Treffer wäre der Mythos um die “Fähigkeiten” eines David Odonkor oder die Joker-Nützlichkeit eines Oliver Neuville nie entstanden. So wären uns zahlreiche schlechte Spiele erspart geblieben, in denen (wie gegen Kroatien) Löw hoffnungsfroh Odonkor bringt, der aber natürlich wirkungslos bleibt. Wie auch sonst, ist ja auch ein wirkungsloser Spieler. Deswegen stellt ihn ja sein Vereinstrainer auch nicht auf.

Ach. Wenn ich nur Bundestrainer wäre. Ich würde viel schönere Fehler machen.

Der Kane war sein Schicksal

by Gunnar on 16. Juni 2008 · 8 comments

Ich und der Skinhead

Packung links (c) EA, Parodie rechts gephotoshoppt von Markus Reimann, im Rahmen eines Wettbewerbs von GameStar.

Der Ton stört

by Gunnar on 12. Juni 2008 · 31 comments

Es ist ja schon schlimm genug, Deutschland beim Verlieren zuzugucken. Was die Sache aber echt schmerzhaft gemacht hat, war das defätistische Geschwätz von Bela Réthy. Wir haben selber gesehen, dass Jansen ein Totalausfall war und Gomez wirkungslos und Ballack ein Fehlpasser und all das. In anderen Ländern halten die eigenen Reporter doch auch zur eigenen Mannschaft — in Deutschland hält man es für Abgeklärtheit, zu konstatieren, dass jetzt nur ein Glückstreffer helfen kann.

Hoffentlich werden die restlichen Spiele von der ARD übertragen.

Wir sind alle Ego-Shooter

by Gunnar on 11. Juni 2008 · 19 comments

Remo und Anatol sind Ego-Shooter. Wie viele Jugendliche begeistern sie sich für „Counterstrike“. Mit drei anderen, die sie aus dem Internet kennen, bilden sie die „Mystic five“. Gemeinsam zurückschlagen, wenn sie angegriffen werden – ­darauf kommt es in „Counterstrike“ an.

So weit ist es gekommen: Im Schauspielhaus Bochum, einem Tempel klassischer Kultur und elitärer Kunst, wird ein Theaterstück über zwei CS-spielende Jungs aufgeführt, im Programmtext rührend-doof als Ego-Shooter bezeichnet.Weitere Infos hier, beim
Schauspielhaus. Das Stück heißt übrigens Strike! In dieser Nacht schlagen wir zurück. Würd’s mir ja gern angucken, aber Bochum ist arg weit weg. Hm. Vielleicht hätte ich mich aber auch bloß aufgeregt.

Früher war alles besser

by Gunnar on 10. Juni 2008 · 6 comments

Keine Ahnung, warum mir das gerade einfällt, aber im Mailprogramm CrossPoint, ach CrossPoint, das war früher im FidoNet, bevor dieses neumodische WWW-Dingens eingeführt wurde, in CrossPoint also, da gab es eine routinemäßige Warnung, wenn man, bei E-Mail oder Newsgroup-Post, mehr zitierte als selber dazuschrieb. Das hat es zumindest ein bisschen schwerer gemacht, eines dieser sinnbefreiten LOL! samt Smileys unter anderer Leute ausgefeilte Gedanken zu setzen.

Schöne Zeiten, damals, als die Programmierer noch versucht haben, die Welt besser zu machen.

Morden mit dem Joystick

by Gunnar on 9. Juni 2008 · 10 comments

Pfarrer oder überhaupt Redner in religiöser Mission beherrschen den »Heiligen Bogen«, so bezeichnete Hans Dieter Hüsch, gotthabihnselig, das seinerzeit mal — gemeint ist die rhetorische Fertigkeit, von jedem möglichen Sujet zurück auf das Wirken Gottes zu schließen. Fragt man so einen Redner etwa nach, sagen wir, der Bierversorgung auf der Party, antwortet er 25 Kisten — die Vorräte sind sozusagen unendlich, ganz wie die Liebe Gottes. Und wie die Liebe Gottes sind sie berauschend und erwärmend. Oder so. Mag noch bessere Beispiele geben. Verschwörungstheoretiker haben dieses Manöver mit anderen Vorzeichen übrigens auch drauf.

Und die Verleumder von Computerspielen in Medien und Politik, die sind auch sehr eifrig bei Sache, wenn es um das Herstellen von Zusammenhängen zwischen Games und Gewalt geht, egal wie hanebüchen die Verbindung, egal wie dünn die Faktenlage. Den Sonderpreis für die sinnloseste Verknüpfung in diesem Monat erhält die SZ von heute für ihren Artikel »Bluttat im Computerparadies« (leider nicht online einsehbar).

Meinen Kommentar dazu gibt’s hier, bei meinem Arbeitgeber.

Schilda

by Gunnar on 8. Juni 2008 · 7 comments

Meine Wochenenden, früher von Medienmissbrauch und eingeschleppter Arbeit geprägt, bestehen jetzt aus Spaziergängen mit dem Goldkindtm, Aufräumen und schnell geschnappten Mützen voll Schlaf, um das Wochendefizit näherungsweise auszugleichen. Nicht der Stoff für die langen, frisch von der Leber gebloggten Abhandlungen zur menschlichen Natur, für die diese Webseite so bekannt ist. Oder so. Ausgleichshalber ein paar absurde Schilder, gesehen auf Spaziergängen in München-Haidhausen.

Psychiatrie

Autofahrer dürfen draußen bleiben

Cooler Grabstein

Äh. Witze verbitten sich hier, aber…

Sterben, aber schnell

Taktloser Filmtitel, oder?

P.S. Möchte nicht versäumen, den österreichischen Mitlesern Glück für das Spiel ihrer Nationalmannschaft heute abend zu wünschen.

Lernen im Bus

by Gunnar on 4. Juni 2008 · 6 comments

Ach, das ist alles schwierig mit dem Bloggen. Man braucht irgendwie Zeit, die ich nicht habe. Und irgendwie Inspiration, die mir grad fehlt.

Da mir nicht recht eine ausbaubare Anekdote einfallen will, gebe ich nur kurz wieder, was gestern der Ansager bei der Anzugträger-Party, auf der ich weilte, gesagt hat, als der Showact kam: Sie hat nicht nur eine unglaublich wandelbare Stimme, sie auch ist eine Vollblutmusikerin. Seit sie drei ist, steht sie auf der Bühne und hat alles gelernt, was man backstage und im Tourbus lernen kann. Oh. Aha. Ich musste mich, mangelnde Selbstbeherrschung offenbar, ausschütten. Und erntete befremdete Blicke von den umstehenden Herren. Naja.

pixelfighter

Andere Sache, die ü-ber-haupt nichts mit dem Anfang dieses Postings zu tun hat: WIE COOL ist denn dieser Retroshirt-Laden? Ich hätte gerne zehn der Hemdchen, vielleicht auch 15. Wow. Dabei wollte ich doch eigentlich das T-Shirt-Tragen zugunsten von Hemden aufgeben.