Morden mit dem Joystick

by Gunnar on 9. Juni 2008 · 10 comments

Pfarrer oder überhaupt Redner in religiöser Mission beherrschen den »Heiligen Bogen«, so bezeichnete Hans Dieter Hüsch, gotthabihnselig, das seinerzeit mal — gemeint ist die rhetorische Fertigkeit, von jedem möglichen Sujet zurück auf das Wirken Gottes zu schließen. Fragt man so einen Redner etwa nach, sagen wir, der Bierversorgung auf der Party, antwortet er 25 Kisten — die Vorräte sind sozusagen unendlich, ganz wie die Liebe Gottes. Und wie die Liebe Gottes sind sie berauschend und erwärmend. Oder so. Mag noch bessere Beispiele geben. Verschwörungstheoretiker haben dieses Manöver mit anderen Vorzeichen übrigens auch drauf.

Und die Verleumder von Computerspielen in Medien und Politik, die sind auch sehr eifrig bei Sache, wenn es um das Herstellen von Zusammenhängen zwischen Games und Gewalt geht, egal wie hanebüchen die Verbindung, egal wie dünn die Faktenlage. Den Sonderpreis für die sinnloseste Verknüpfung in diesem Monat erhält die SZ von heute für ihren Artikel »Bluttat im Computerparadies« (leider nicht online einsehbar).

Meinen Kommentar dazu gibt’s hier, bei meinem Arbeitgeber.

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