Der Herr der Scheiben

by Gunnar on 26. September 2008 · 6 comments

Neulich besuchte mich einer meiner Freunde, schon ein älterer Herr, aber weise. Ich erzählte ihm, dass ich neulich Spore gekauft hätte und sehr glücklich mit dem Spiel sei. Ich zeigte ihm die DVD. Zu meiner Überraschung riss er sie mir aus der Hand, warf sie in die Mikrowelle und schaltete auf die höchste Stufe. Ich wurde wütend — ich mochte Spore, hatte mich daran gewöhnt.

Doch er sagte nur: “Keine Angst, der DVD geschieht nichts.”

Nach ein paar Minuten nahm er die DVD, reichte sie mir und sagte: “Schau
sie dir an.” Die DVD war gar nicht heiß, lag kühl in meiner Hand und
erschien mir schwerer als zuvor. Ich betrachtete die DVD und erst sah
ich nichts Besonderes, dann aber erkannte ich um das Loch in der Mitte
herum eine Art Inschrift. Die Inschrift leuchtete hell und doch wie von
Ferne, wie aus einer großen Tiefe.

Ich sah Buchstaben:
12413AEB2ED4FA5E6F7D78E78BEDE820945092OF923A40EElOE5IOCC98D444

“Ich verstehe die feurige Inschrift nicht”, sagte ich.

“Aber ich”, versetzte mein Freund, “die Buchstaben sind Hex, ein alter
Code, und die Sprache ist die von EA, die hier nicht ausgesprochen
werden soll. Auf Deutsch heißt es: “Ein DRM, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.

Das aber sind nur zwei Zeilen eines Gedichtes, das wir Experten der Spielekunde schon sehr lange kennen:

Drei DRMs den Marktführern hoch im Licht
Sieben Kopierschutzsysteme den Kundenhassern mit Herzen aus Stein
den Nachreleasepatchern der Online-Registrierungen neun

Ein DRM dem dunklen Herrn auf dunklem Thron
im Lande EA, wo die Profite woh’n

Ein DRM sie zu knechten,
sie alle zu finden,
sie endlos zu gängeln
und dreimal zu binden

im Lande EA, wo die Profite woh’n

Dies ist mein bescheidener und (leicht verspäteter) Beitrag zur Spore-Kontroverse, weitere Infos hier, hier, hier und hier.

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