Damals, in den Achtzigern, habe ich es durchaus nicht für völlig ausgeschlossen gehalten, dass wir alle eines schönen Morgens von den Sirenen geweckt werden und die Welt in einem Atomkrieg verbrennt.
Ist bislang nicht passiert, okay, und irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass Fallout doch nicht mehr Realität wird. Ich halte es aber ganz und gar nicht für ausgeschlossen, dass, sollten die Finanzmärkte am Ende noch vollständig zusammenbrechen (die Ersparnisse von Kleinbürgern vernichten), doch noch die Revolution kommt. Nicht so geordnet wie man sich das einst vorstellte, mit Räten und Diskussionen und gezielter Gewalt, sondern ungerichtet und verzweifelt. Denn, wie mein Freund Niklas einst hellsichtig konstatierte, rettet nur die halbwegs gleichmäßige Verteilung des Wohlstandes und die Quasi-Illusion der Möglichkeit des sozialen Aufstiegs die Herren in den Armanianzügen davor, am nächsten Laternenmast aufgeknüpft zu werden. Das wird von den Masters of the Universe* an der Wallstreet gerne vergessen. Und nicht nur von denen — auch der ostentative Reichtum der Rohstoffrussen oder der chinesischen Oberschicht wird nach meiner bescheidenen Einschätzung nur toleriert, solange es allen besser geht als früher.
Ich sage, wir sollten vorsorglich ein paar Banker auf die Guillotine schicken. Nur so, als Zeichen an die Bevölkerung, dass Raffgier nicht ungestraft bleibt. Sollte doch ein konsensfähiger Vorschlag sein.

Hach, das Herz sagt ja, aber der Kopf sagt nein.
Deine Kategorisierung gefällt mir…Geföhnte Arschlöcher muss ich mir merken ;-)
willst du dem lynchmob etwa den spaß verderben?
glaub mir es ist ein viel deutchlicheres zeichen,wenn die bürger ihre opfer selbst wählen und aufknüpfen dürfen!
Da war grade heute ein passender Bericht in der RP. Da war ein Bild eines “Bankers”, im Anzug, der so ein Arbeitslosen-Pappschild hochhält, Unterschrift: “Banker, ehemals Luxus und Reichtum gewohnt, nun wurde sein Arbeitsplatz von der Börsenkrise einfach so weggeschwämmt” [sinngemäß].
Also geht schon einigen jetzt schlecht, nur das sind halt einfach Kollateralschäden, keine “bewussten Strafen” vom Volk gegen Banker. Was allerdings auch etwas komisch wäre, wie ich finde…
Da mein bester Kumpel ein Banker ist, spreche ich mich spontan gegen Deinen Vorschlag mit der Guillotine aus! Wer soll dann mit mir Billiard spielen oder mich in meinen Beziehungs-Problemen beraten?
Nebenbei, die grundlegen Wirtschafts-Probleme sind nicht auf eine einzelne Berufsgruppen wie die Banker zurück zu führen. Auch wenn’s in den Nachrichten gerne so einfach dargestellt wird. Um dieses umfangreiche Thema zu diskutieren müsstest Du wohl eine eigene Datenbank und Domain anlegen ;)
jaja, sicher nicht “die banker” — ich nehme aber auch nicht an, dass dein freund einem hedgefonds vorsteht oder in einer investmentbank mit der entwicklung von “produkten” beschäftigt ist. ich glaube schon, dass wir diesmal, da die finanzkrise ja weitestgehend abgekoppelt von der konjunktur läuft, ein hausgemachtes problem der banken erleben — zu viel gier, zu intransparente prozesse, zu wenig controlling, zu absurde produkte et cetera.
und dann stellen sich millionäre wie ackermann hin und fordern, leicht verschleiert, die vergesellschaftung der verluste.
frechheit.
ich sage: wenn die amis schon AIG und die beiden Hypothekenbank Freddie und Fannie verstaatlichen, sollten sie auch gleich noch deren profitable Partnerbanken verstaatlichen, um die Kosten für die Steuerzahler gering zu halten.
Definitiv eine, um es mit Pispers zu sagen, verführerische Idee. Ich finde, in solchen Zeiten ist es auch kein Wunder, wenn Lafontaines Linke Zuwachs wie nie bekommt, wenn er denn auch sagt, dass Milliardenunternehmen die Gewinnbeteiligung ihrer Angestellten auch mal bedenken sollten (und ihm das wieder als “nehmt allen Reichen ihr Geld weg” falsch in den Mund gelegt wird, als Forderung einer Verstaatlichung), wenn eine solche Partei früher nur die klaffende Schere und den verschwindenden Mittelstand prognostiziert hat – und die nicht erst jetzt verdammt nochmal richtig damit liegen.
Man müsste nur den Mittelweg in dieser Partei finden und die extremeren Strömungen beschwichtigen, dann könnte sie auch überall wählbar werden…
Der Banker von heute ähnelt doch mehr dem Wettbüro von gestern – nur die waren schon immer schlitzohrig genug zu wissen, dass man auch noch so unwahrscheinliche Wettergebnisse auszahlen muss.
Erschreckend finde ich nur, dass du der Meinung bist, dass in den 80ern irgendwer so intelligent gewesen wäre die geordnete Revolution auszurufen. Ich erinnere mich da nur an “No Future, Anarchie ftw & seltsame, revolutionäre nächtliche Diskussionen in besetzen Häusern”. ;)
das mit den 80er bezog sich nur auf den atomkrieg.
Das Problem ist doch immer das gleiche: Es ist die Gier! Die Gier des kleinen Mannes doch mal Glück zu haben und ohne das nötige Income einen monströsen Kredit für ein freistehendes Einfamilienhaus stemmen zu können – es wird die nächsten 30 Jahre ja schon nix passieren, Zinsen werden sich nicht zum Nachteil entwickeln, eine ICE-Trasse werden sie schon nicht am Grundstück vorbei legen, Dach und Heizung werden 40 Jahre halten und natürlich ist der Job als Second-Debuty-Assistent-Facility-Manager 100%ig sicher die nächsten 100 Jahre.
Und die Bänker haben genau die gleiche Gier: Wie bekomme ich den fettesten Bonus, wie das beste Quartalsergebnis? Mhhh…ein Schneeballsystem zu lasten des kleinen Mannes. Faule Kredite die oben beschriebene Glücksritter nur zu gerne abschließen und die Gewinne investieren die gierigen Bänker in noch mehr Papiere dieser Art um gigantische Umsatzblasen zu bauen und entsprechende Boni, Abfindungen, Gehaltserhöhungen einzufahren. Bänker hängen? Oh nein, die tragen nur 49% der Schuld, 51% der Schuld trägt der gierige Mob selbst…