Hängt sie höher

by Gunnar on 18. September 2008 · 10 comments

Damals, in den Achtzigern, habe ich es durchaus nicht für völlig ausgeschlossen gehalten, dass wir alle eines schönen Morgens von den Sirenen geweckt werden und die Welt in einem Atomkrieg verbrennt.

Ist bislang nicht passiert, okay, und irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass Fallout doch nicht mehr Realität wird. Ich halte es aber ganz und gar nicht für ausgeschlossen, dass, sollten die Finanzmärkte am Ende noch vollständig zusammenbrechen (die Ersparnisse von Kleinbürgern vernichten), doch noch die Revolution kommt. Nicht so geordnet wie man sich das einst vorstellte, mit Räten und Diskussionen und gezielter Gewalt, sondern ungerichtet und verzweifelt. Denn, wie mein Freund Niklas einst hellsichtig konstatierte, rettet nur die halbwegs gleichmäßige Verteilung des Wohlstandes und die Quasi-Illusion der Möglichkeit des sozialen Aufstiegs die Herren in den Armanianzügen davor, am nächsten Laternenmast aufgeknüpft zu werden. Das wird von den Masters of the Universe* an der Wallstreet gerne vergessen. Und nicht nur von denen — auch der ostentative Reichtum der Rohstoffrussen oder der chinesischen Oberschicht wird nach meiner bescheidenen Einschätzung nur toleriert, solange es allen besser geht als früher.

Ich sage, wir sollten vorsorglich ein paar Banker auf die Guillotine schicken. Nur so, als Zeichen an die Bevölkerung, dass Raffgier nicht ungestraft bleibt. Sollte doch ein konsensfähiger Vorschlag sein.

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