Kleiner Nachschlag zum Beitrag Plakatschämen 2008.
Dieses geklebte Machwerk ärgert mich gleich auf drei Arten:
1. Der erste Blick — “die Freiheit in Bayern ist bedroht”?. Ah. Uh. Bisschen hohes Register. Jaklar, wir haben hier die schnüffelfreudigste Landesregierung überhaupt, aber… …ob die FDP dem Einhalt gebieten würde, ist mehr als fraglich. Das Abstimmungsverhalten der FDP unterscheidet sich in der Rückschau nicht maßgeblich von dem anderer Parteien — in der Opposition gegen Einschränkungen der Bürgerrechte, in der Regierung dafür.
2. Klebt das auf einem Zigarettenautomat? Ach, die meinen KIPPE? Argh. Und dann? Wo steht auf der Kippe “die Freiheit”? Hä? Übler Kalauer, schwache Anspielung auf das bayrische Rauchergesetz. Über das man sagen kann was man will, aber… …uns ermöglicht dieses Gesetz, das Goldkind auch mal mit ins Café oder Restaurant zu nehmen. Bin in sofern jedem Abgeordneten dankbar, der zugestimmt hat. Der Kandidat Jürgen Koch ist übrigens, natürlich, Gastronom und vertritt hier im Wesentlichen erst einmal seine Eigeninteressen.
3. Die Hochrechnungen sehen die FDP bei 8 %, mehr als drei Mal so viel wie bei der letzten Landtagswahl. Argh. Die geföhnten Arschlöcher mit ihren Pünktchenkrawatten werden sich am Wahlabend auf die Schulter klopfen und denken, ihr großartiger Wahlkampf mit den frechen Plakaten und den Wahlblogs habe dazu maßgeblich beigetragen.


Um ehrlich zu sein fand ich den Spruch mit der Kippe garnicht so übel, hab jedenfalls geschmunzelt. Auf Bundesebene mit der Union zu kuscheln und in Bayern “der deutlichste Kontrast zu Schwarz” sein zu wollen, ist natürlich irgendwie lächerlich. Aber alles nur halb so lächerlich wie die SPD in Hessen.
Brrr, wer bitte stellt so ‘nen Blog ins Netz und erwartet dann auch noch, damit stimmen zu bekommen? Bei den Texten biegen sich einem ja die Fußnägel hoch, selbst wenn man vom Inhalt mal absieht…
Trotzdem wünsch ich den bayrischen Politikern, dass ihre Wähler für ein brauchbares Ergebnis sorgen. Wir Hessen haben bei der Wahl schon ziemlichen Mist gebau! Hätten wir mal früher überlegt, was uns mit dieser Konstellation für ein Ärger erwartet…
Wir Liberale sind nicht alle “geföhnten Arschlöcher mit ihren Pünktchenkrawatten” ein bisschen mehr Sachlichkeit wär schon schön.
Endlich beschwert sich mal jemand. Wird ja auch Zeit.
Nun. Ist halt meine Meinung. Man beweise mir das Gegenteil — wo sind die Repräsentanten des Liberalismus? Die Männer und Frauen vom Schlage einer Hildegard Hamm-Brücher, die für die Bürgerrechte auf die Straße gehen. Die Interessen vertreten, die jenseits oder konträr zu denen der Berliner Lobbyistenklüngel liegen.
Also, die meisten geföhnten Arschlöcher, die ich kenne, wählen tatsächlich FDP. Das soll aber nicht heißen, dass andere Parteien da nicht auch ganze Legionen von in ihren Reihen haben.
Das Stimmvieh wünscht sich halt solche Leute, da der Deutsche Michel sowas für seriös hält… :-/
da will ich mal Harald Schmidt zitieren, nachdem er eine studie vorstellte, die besagt, daß homosexuelle für die gleiche arbeit besser bezahlt werden. “schwule kassieren für die gleiche arbeit mehr geld – zurecht ist die FDP die partei der besserverdienenden.”
polemik beiseite, es gibt durchaus bundespolitische ansätze der FDP, die gar nicht so verkehrt sind. leider kann sie diese nicht gut verkaufen und Guido neigt manchmal dazu, beleidigt und zickig zu werden. da geht´s dir FDP ähnlich wie der union: die haben nahezu keinen wahlkampffähigen sympathieträger. Koch, Söder, Seehofer, Pofalla (!!), Kauder und wie sie alle heißen. nirgends passt der ausdruck “geföhnte arschlöcher” mehr. Philipp Rösler ist der einzige mir spontan einfallende liberale, der wirklich was drauf haben könnte.
100% Zustimmung. Auch und gerade zu Gunnars Kraftausdrücken. Irgendwie ist es fast schon traurig: Die FDP kann zumindest theoretisch auf eine der traditionsreichsten politischen Ideen zurückgreifen. Und die Jungs und Mädels machen fast immer nur klientelpolitische Scheiße draus.
[...] Koch trat bei der letzten Landtagswahl für die FDP an und liess kryptische Plakate wider das bayrische Rauchergesetz kleben. Auch Nichthistoriker wissen, wie es ausging: Mittlerweile [...]