Späte Liebe

by Gunnar on 18. Oktober 2008 · 6 comments

Man sollte sich mit Ende 30 nicht mehr Hals über Kopf verlieben, man sollte Distanz halten, man sollte seine Gefühle im Griff haben. Und doch ist es passiert. Mir.

Anfangs war es ein Rausch, ich liebte sie bedingungslos, beschäftigte mich jede freie Minute mit ihr, trug im Rest der Zeit ihren Sound im Herzen. Dann kam sie mir plötzlich so seicht vor, irgendwie schwatzhaft, beliebig, ohne Tiefgang. Ich wandte mich ab, doch ich konnte nicht von ihr lassen, sie eroberte mich nach ein paar Tagen zurück.

Seither sehen wir uns sehr viel seltener, doch wir sind einigermaßen glücklich, auch wenn ich sie immer noch zuweilen zu leicht finde — vor allem sprachlich.

Aber ach, welche Beziehung ist schon perfekt?

Nur die eine Belastung gibt es noch für mich und Gaslight Anthem und die hier gemeinte Scheibe Sink or Swim — die Nachfolge-CD ’59 Sound. Die ist überall da, wo die Sink or Swim gerade noch geht, deutlich zu simpel. Und dort, wo die Sink or Swim mit ihren Melodien brilliert, ist der Nachfolger völlig überzuckert, Schlager-Hardcore sozusagen. Auf Myspace hat’s ein paar Songbeispiele, falls jemand sich ausreichend angeregt fühlt, um an das Thema ein paar weitere Klicks zu verschwenden.

Schade. Und ich dachte kurz, ich hätte vielleicht eine richtige neue Lieblingsband gefunden.

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