Geld ist wie Sand
“Wir sehen jetzt durch den Zusammenbruch der großen Banken, dass Geld einfach verschwindet, dass es nichts bedeutet, und dass alle Dinge, die uns so wichtig erscheinen, in Wirklichkeit zweitrangig sind.” (Quelle)
…sagte der Papst heute. Kann man schon mal sagen. Ich nehme jetzt einfach mal bei allen mir bekannten Banken Kredite auf und hoffe, dass die Buden bald zusammenbrechen. Dann muss ich ihnen bestimmt die Kohle nicht wieder geben.
Wennschon dennschon
Dabei fällt mir ein: Wieso werden eigentlich immer nur Banken verstaatlicht, die auf dem Weg in die Pleite sind? Wenn ich, sagen wir, George W. Bush wäre, würde ich nicht einfach so einen runtergewirtschafteten Schuppen wie die AIG übernehmen, sondern — wennschon dennschon — gleich noch deren profitable Geschäftspartner mit. Lohnt sich doch aus Sicht der Steuerzahler viel mehr. Und wenn die manikürten Herren Bankmanager murrten, weil sie plötzlich staatlich geführt werden sollen, dann würde ich, also in der Rolle von G. W. Bush, dem Pack deutlich sagen, dass ich auch von der Übernahme der gefährdeten Institute absehen könne und dass ihr Geschäftmodell dann ohnehin beim Teufel wäre und dass sie jetzt mal den Ball flach halten möchten und dass sie unter Barack Obama längst alle nach Liechtenstein ausgewiesen worden wären.
Oder so.
Mein Geld ist sicher ausgegeben
Alle meine Freunde, die Aktien haben, sehen beim Blick auf ihren Depotauszug eine Zahl, die signifikant kleiner ist als noch vor ein paar Monaten. Alle trösten sich mit der alten Weisheit, dass Aktien ja eigentlich immer ihre Verluste wieder aufholen, wenn man sie ein paar Jahre länger hält als geplant. Ich hingegen lege mein Geld in einer ausgewogenen Mischung an, einer Mischung aus Ich-kaufe-mir-ein-Zweihundertfünfunddreißigstel-einer-Immobilie und Das-Kind-muss-mich-später-versorgen und Die-Domain-kauft-mir-bestimmt-einer-teuer-ab und In-50-Jahren-verkaufe-ich-diesen-Comic-als Rarität. Und irgendwie kann mir niemand widersprechen, wenn ich mein mangelndes Interesse an Aktien und anderen modischen Geldanlagen jetzt frech als weise Voraussicht ausgebe.

Hm, deine Anlagestrategie zeugt davon, dass du dir Gedanken gemacht hast ^^
Und als Bush würde ich genau gleich handeln wie du…
Kredit aufnehmen um ein weiteres Zweihundertfünfunddreißigstel-einer-Immobilie zu kaufen ist ok, sonst ist das Problem ja die Verstaatlichung, die Forderungen bleiben erhalten, aber die Aktien nicht…
Ein netter Blogeintrag, musste grinsen.
Das mit dem Kind ist glaub ich die beste Entscheidung…. Wenn man das Studium als Investion betrachtet, gibt es Renditen von denen die meisten Aktienanleger nur träumen können…
Lass deine Tochter Ingenieuse oder Wirtschaftswissenschaftlerin werden – Bringt über 11%….
Naja, wie hiess das doch gleich: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Funktioniert doch hervorragend.
Zum Thema Aktienkauf riet Herr Martenstein im letzten Zeitmagazin den Deutschen, mehr Hunde zu kaufen, weil diese ihre Besitzer selten in den Ruin treiben. (Diese Aussage bezog sich wohl auf eine Aussage des Deka-Chefs Frank Waas in der Welt am Sonntag, der sagte: ” In Deutschland gibt es mehr Hunde- als Aktienbesitzer. Das ist fatal.”)
Persönlich bin ich übrigens auch der Meinung, dass meine Comics, Bücher etc. irgendwann Millionen wert sind und falls doch nicht, machen sie mir wenigstens Freude! :P
Schön auch die Aussage eines anonymen Londoner Immobilien-Investmentbankers im (vor-?)letzen Spiegel: Haus, Auto, Boot, alles bezahlt. Mir selbst waren Kredite schon immer zu riskant. (sinngemäß)
Was die konservative Anlagestrategie angeht, da kann man ja auch nicht mehr wirklich sicher sein. Ich habe meine bisherige Altersvorsorge fast ausschließlich Bayern-München-mäßig auf Festgeldkonten liegen. Bin schon sehr gespannt, was im Fall der Fälle die warmen Worte von Frau Merkel bezüglich zusätzlicher Einlagegarantien in Euro und Cent wert sein werden.